Hip-Hop­per ver­öf­fent­licht Ravensburg-Song

Chris­ti­an Bla­ser drückt sei­ne Hei­mat­lie­be in Mu­sik, Co­mics und Ani­ma­tio­nen aus

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - OBERSCHWABEN - Von Jas­min Amend

RAVENSBURG - „Au­dio Ca­si­no“heißt der neu­es­te Streich von Chris­ti­an Bla­ser aus Ravensburg. Da­rin be­singt oder bes­ser „be­rappt“er sei­ne Hei­mat­stadt in un­ge­wöhn­li­chen Rei­men. Das Lied ist der Ti­tel­song sei­nes ers­ten Hip-Hop-Al­bums, das er nun voll­endet hat. Doch der 35Jäh­ri­ge kann noch mehr: Er zeich­net und ani­miert Co­mics, un­ter an­de­rem zur Ra­vens­bur­ger Stadt­ge­schich­te. Wer auf Youtube nach dem „Ra­vens­bur­ger Hei­mat­lied“sucht, fin­det dort ei­ne Neu­in­ter­pre­ta­ti­on von Chris­ti­an Bla­ser: So­wohl die Auf­nah­me mit­samt Sän­ge­rin als auch die Ani­ma­tio­nen stam­men von ihm.

„Bin kein Gangs­ter-Rap­per“

„Das Städt­chen ist voll­kom­men, al­le Men­schen sind will­kom­men. Na­sen lau­fen Ma­ra­thon.“Zu­ge­ge­ben, die Rei­me von Chris­ti­an Bla­ser sind manch­mal et­was schräg. Doch der Ra­vens­bur­ger Fa­mi­li­en­va­ter mit dem Al­ter Ego „Bub­bles and Beats“ist Mu­si­ker aus Lei­den­schaft – auch, wenn er sei­ne krea­ti­ve Ader nur im Hob­by aus­lebt. Im „rich­ti­gen Le­ben“ist Bla­ser Post­bo­te und mo­men­tan in El­tern­zeit.

Die Lei­den­schaft für den Hip Hop be­glei­tet Bla­ser seit sei­ner frü­hen Ju­gend. „Ich und mei­ne Kum­pels wa­ren frü­her to­ta­le Hip-Hop-Fans“, er­in­nert sich der ver­hei­ra­te­te Va­ter von zwei Kin­dern. „Wir ha­ben schon sehr früh ,Fan­ta 4’ ge­fei­ert, dann spä­ter ,Fünf Ster­ne De­lu­xe’.“Mit et­wa 22 Jah­ren spiel­te Bla­ser so­gar mit Freun­den in ei­ner Hip-Hop- und Rock­band. „Da ich im­mer noch ger­ne rei­me und manch­mal da­mit ga­re nicht auf­hö­ren kann, ma­che ich das im­mer wei­ter.“So kön­ne er bei­spiels­wei­se gan­ze Näch­te mit dem Schrei­ben von Tex­ten ver­brin­gen.

Er ha­be dann rich­tig Lust dar­auf, sei­ne Rei­me auch auf­zu­neh­men und ein Mu­sik­vi­deo da­zu zu dre­hen. Da­bei nimmt er sich selbst nicht im­mer ganz so ernst: „Ich bin ab­so­lut kein Gangs­ter-Rap­per“, sagt Bla­ser. „Ich ver­su­che, lus­ti­ge Rei­me zu schrei­ben und in­ter­es­san­te The­men zu tref­fen, ein­fach zu un­ter­hal­ten – mit viel Iro­nie und Wort­witz.“Er wol­le Ge­schich­ten er­zäh­len und sich da­bei ste­tig ver­bes­sern. Ei­ne wei­te­re Kost­pro­be aus dem Mu­sik­stück „Au­dio Ca­si­no“: „Nach ein paar Hu­gos wan­dern vie­le von der Kan­ti­ne ins Dua­la – da läuft die bes­se­re La­la.“

Dass Bla­ser Ravensburg so häu­fig in Mu­sik und Co­mics ver­ewigt hat, kommt na­tür­lich nicht von un­ge­fähr: „Ravensburg ist mei­ne Hei­mat­stadt, da bin ich ge­bo­ren, und das be­deu­tet mir sehr viel. Zum Bei­spiel die Tür­me, wie sie da ste­hen: gran­di­os“, schwärmt Bla­ser, der in­zwi­schen in Schlier lebt. „ Ich bin nun mal Ra­vens­bur­ger, und wenn ich an mei­ne Freun­de den­ke, die aus­ge­wan­dert sind oder jetzt wei­ter weg woh­nen, den­ke ich im­mer: Wenn die das se­hen, freu­en sie sich auch.“

Auch des­halb ist das Lied „Au­dio Ca­si­no“das Ti­tel­lied sei­nes neu­en Al­bums ge­wor­den. In dem da­zu­ge­hö­ri­gen Mu­sik­vi­deo zeigt Bla­ser vie­le be­kann­te Or­te in Ravensburg. Die Vi­deo­clips hat er al­le ei­gen­hän­dig ge­dreht – auch die Se­quen­zen, in de­nen er selbst vor der Lin­se steht: „Ich ha­be ein­fach ein Sta­tiv auf­ge­stellt“, ver­rät der Mu­si­ker. Der Weg zum Lied hat­te meh­re­re Etap­pen: „Ich ha­be schon mal ein Ge­dicht über Ravensburg ge­schrie­ben und es ein paar Leu­ten vor­ge­le­sen, die fan­den es su­per“, sagt Bla­ser. „Dann dach­te ich, ma­che ich noch ei­nen bö­sen Beat da­zu, der so rich­tig ins Schus­sen­tal rein­bret­tert.“Ge­sagt, ge­tan. „Au­dio Ca­si­no“steht üb­ri­gens sinn­bild­lich für die Viel­falt sei­ner Mu­sik. Sein Künst­ler­na­me „Bub­bles and Beats“wie­der­um ent­stand aus ei­ner Kom­bi­na­ti­on von Bla­sers Nach­na­men („Bub­bles“heißt auf Deutsch „Bla­sen“), „Beats“steht für das Schlag­zeug, das Bla­ser eben­falls be­herrscht. Sei­ne Mu­sik kom­po­niert er größ­ten­teils auf dem Lap­top, sei­ne Stim­me da­zu nimmt er im selbst ge­bau­ten Mu­sik­stu­dio im Kel­ler auf.

„Für mich be­deu­tet Mu­sik ziem­lich viel, weil mich das aus mei­nem Ar­beits­all­tag bringt und ich es ein­fach cool fin­de, Li­nes (zu Deutsch: ,Zei­len’) zu schmet­tern“, sagt der 35Jäh­ri­ge. „Es hilft zum Bei­spiel da­bei, Leu­ten et­was durch die Blu­me zu sa­gen, das ich an­ders nicht sa­gen kann.“In je­dem Ur­laub sei es da­her das Wich­tigs­te, ei­nen Block und ei­nen Stift da­bei zu ha­ben. „Da kann ich ent­we­der zeich­nen oder Rei­me schrei­ben.“

FO­TOS: JAS­MIN AMEND

Chris­ti­an Bla­ser ali­as „Bub­bles and Beats“

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