Dies­mal nur von un­ten nass

An­ders als beim Fan­ta-Vier-Kon­zert wird es zu „Rock the King“wohl nicht reg­nen – Trotz­dem su­chen Ver­an­stal­ter und Ge­mein­de nach Er­satz-Park­plät­zen

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - BLICK INS ALLGÄU - Von Bas­ti­an Hör­mann

BUCHENBERG - Schlamm und Matsch ge­hö­ren zu ei­nem rich­ti­gen Fes­ti­val ir­gend­wie da­zu. So scheint es bei­na­he pas­send, dass es in den ver­gan­ge­nen Ta­gen aus­gie­big ge­reg­net hat: Heu­te star­ten die Haupt­kon­zer­te bei „Rock the King“in Buchenberg. Wirk­lich prak­tisch und gut für die Wie­sen ist das vie­le Was­ser aber nicht – erst recht, weil dort Au­tos par­ken sol­len. Da­her sucht die Ge­mein­de nun mit dem Ver­an­stal­ter All­gäu Con­certs al­ter­na­ti­ve Park­plät­ze. Wo­mög­lich wer­den da­für Flä­chen am Escha­cher Wei­her und an den Schwär­zen­lif­ten in Eschach zur Ver­fü­gung ge­stellt. Shut­tle­bus­se könn­ten dann die Be­su­cher zum Fes­ti­val­ge­län­de brin­gen. Das kün­dig­te Bu­chen­bergs Bür­ger­meis­ter To­ni Barth wäh­rend der jüngs­ten Ge­mein­de­rats­sit­zung an.

Dem­nach ge­be es wei­te­re Än­de­run­gen der ur­sprüng­li­chen Plä­ne. So rückt der Cam­ping­be­reich für Zel­te wei­ter vom an­gren­zen­den Wohn­ge­biet weg. Statt Zel­ten ste­hen auf die­sen Flä­chen dann Wohn­wa­gen. Auch wer­den die Mit­ar­bei­ter des Ver­an­stal­ters Kon­takt per Funk hal­ten – statt per Han­dy, wie es beim Kon­zert der Fan­tas­ti­schen Vier der Fall war. Da­durch soll si­cher­ge­stellt wer­den, dass die Laut­stär­ke der Mu­sik durch­ge­hend im er­laub­ten Rah­men bleibt. Laut Barth sei es beim jüngs­ten Kon­zert in der zwei­ten Hälf­te kurz­zei­tig zu laut ge­we­sen. Ins­ge­samt aber lobt der Rat­haus­chef die Ver­an­stal­tung An­fang des Mo­nats: „Vie­le dach­ten, es wür­de lau­ter, und ha­ben Bal­kon­par­tys ge­plant – dann aber von der Mu­sik nichts ge­hört.“

Ant­je Pie­ken­brock (Grü­ne) frag­te nach der Hö­he der Ent­schä­di­gung, die die Ge­mein­de von All­gäu Con­certs er­hal­ten soll. Die Kom­mu­ne über­lässt Flä­chen, auf de­nen Tei­le der Kon­zer­te statt­fin­den. Laut Barth steht der Preis noch nicht fest, es wer­de ei­nen „ad­äqua­ten Er­satz“ge­ben. Pie­ken­brock bat dar­um, die­sen dann öf­fent­lich mit­zu­tei­len.

Ein wei­te­res The­ma sprach Barth selbst an. Dem­nach wer­fe ihm ein An­woh­ner des Kon­zert­ge­län­des vor, er ha­be be­wusst fal­sche An­ga­ben zu Pe­ti­tio­nen ge­macht. Der Hin­ter­grund: Vor dem jüngs­ten Kon­zert hat­ten Bu­chen­ber­ger drei Pe­ti­tio­nen beim Baye­ri­schen Land­tag ein­ge­reicht be­züg­lich der Open Airs. Wie be­rich­tet, sag­te Barth wäh­rend der vor­ver­gan­ge­nen Ge­mein­de­rats­sit­zung, die­se Pe­ti­tio­nen sei­en ab­ge­wie­sen wor­den. Laut dem An­woh­ner ist das nicht der Fall. „Wenn ich das noch mal hö­re, be­hal­te ich mir recht­li­che Schrit­te vor“, sag­te Barth nun.

Die Pe­ti­tio­nen wa­ren im Mai vom baye­ri­schen Um­welt­aus­schuss dis­ku­tiert wor­den. Zum Er­geb­nis sagt Aus­schuss­mit­glied Har­ry Scheu­en­stuhl: „Ei­ne Ab­wei­sung der Pe­ti­ti­on ist mir nicht be­kannt.“Viel­mehr ha­be der Aus­schuss „mas­si­ve Be­den­ken“ge­habt be­züg­lich Laut­stär­ke und Dau­er der Kon­zer­te.

Vor­wür­fe sind „Un­ver­schämt­heit“

Al­ler­dings stan­den zu dem Zeit­punkt noch kei­ne Auf­la­gen fest. „Es war im­mer klar, dass wir da nach­ar­bei­ten müs­sen“, sag­te Barth im Ge­mein­de­rat. Der Aus­schuss hat laut Scheu­en­stuhl schließ­lich auch kei­ne Vor­ga­ben für Auf­la­gen ge­macht, weil der Be­zirk Schwa­ben des­halb be­reits mit der Ge­mein­de im Ge­spräch ge­we­sen sei. Für den Aus­schuss wa­ren die Pe­ti­tio­nen da­mit er­le­digt. „Ob er­le­digt oder ab­ge­wie­sen – das hal­te ich für Wort­klau­be­rei“, sag­te Barth da­zu wäh­rend der Sit­zung. Er hält die Vor­wür­fe, ge­lo­gen zu ha­ben, für ei­ne „Un­ver­schämt­heit“.

FO­TO: RALF LIENERT

Beim Kon­zert der Fan­tas­ti­schen Vier reg­ne­te es in Strö­men (sie­he Fo­to). Beim Fes­ti­val „Rock the King“am Wo­che­n­en­de soll es zwar tro­cken blei­ben. Weil aber die Wie­sen noch nass sind, wol­len Ge­mein­de und Ver­an­stal­ter al­ter­na­ti­ve Park­plät­ze aus­wei­sen.

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