Aus- und Um­zü­ge in Flücht­lings­un­ter­künf­ten

Kiß­leg­ger Bür­ger­meis­ter rech­net mit neu­en Asyl­be­wer­bern in der See­stra­ße – Al­te Gast­hö­fe sol­len bis 2020 sa­niert wer­den

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - GEMEINDEN - Von Me­la­nie Kräu­ter

KISSLEGG - In Kiß­legg wie auch in an­de­ren Ge­mein­den tut sich stän­dig et­was beim The­ma Flücht­lin­ge (wir be­rich­te­ten). Zwar sind Bür­ger­meis­ter Die­ter Krat­ten­ma­cher noch kei­ne neue Zu­wei­sun­gen be­kannt, al­ler­dings gibt es der­zeit und in den nächs­ten Wo­chen ei­ni­ge Um­struk­tu­rie­run­gen in­ner­halb der Un­ter­künf­te.

So wird der Gast­hof Lö­wen, der im Ei­gen­tum der Ge­mein­de ist, schon seit Län­ge­rem für die An­schluss­un­ter­brin­gung ge­nutzt. Hier leb­ten zu­letzt rund 20 Per­so­nen aus Sy­ri­en und Af­gha­nis­tan. „Von ihnen sind aber in­zwi­schen fast al­le aus­ge­zo­gen“, be­rich­tet Bür­ger­meis­ter Krat­ten­ma­cher. Vie­le hät­ten ei­ne Ar­beit ge­fun­den und da­mit ei­ge­ne Woh­nun­gen. Dass sei auch dem „sehr ak­ti­ven“Freun­des­kreis Asyl zu ver­dan­ken, der nach wie vor die Flücht­lin­ge un­ter­stüt­ze. Auch bei­spiels­wei­se beim in­zwi­schen größ­ten Kiß­leg­ger Ar­beit­ge­ber, der Fir­ma Sten­ge­le mit mitt­ler­wei­le mehr als 200 Mit­ar­bei­tern, hät­ten ei­ni­ge der Flücht­lin­ge ei­nen Job ge­fun­den, freut er sich.

Da der Gast­hof Lö­wen al­so mo­men­tan fast leer steht, wer­den laut Krat­ten­ma­cher bald ei­ni­ge Men­schen aus der See­stra­ße in den Lö­wen und da­mit in die An­schluss­un­ter­brin­gung um­zie­hen. „Der Land­kreis be­hält wei­ter­hin das Camp in der See­stra­ße als Erst­un­ter­brin­gung vor“, so Krat­ten­ma­cher. Da­her geht der Rat­haus­chef auch da­von aus, dass bald neue Asyl­be­wer­ber in der See­stra­ße ein­zie­hen wer­den.

Das an­de­re Camp am Frei­zeit­ge­län­de in der Fürst-Erich-Stra­ße wird der­zeit vor al­lem von Gam­bi­ern ge­wohnt, die im No­vem­ber 2016 von der Park­stra­ße dort­hin um­zie­hen muss­ten. Ab Sep­tem­ber ge­he die Un­ter­kunft of­fi­zi­ell in die Zu­stän­dig­keit der Ge­mein­de über: als An­schluss­un­ter­brin­gung.

Ein Un­ter­kunfts­pro­blem sieht der Rat­haus­chef den­noch im nächs­ten Jahr auf die Ge­mein­de zu­kom­men. Denn dann läuft der Pacht­ver­trag mit dem Ei­gen­tü­mer des Gast­hofs Ad­ler, Wer­ner Bri­gel, aus. Dort sind mo­men­tan rund 20 Per­so­nen un­ter­ge­bracht. Die Ge­mein­de hat­te den Gast­hof vor­über­ge­hend ge­mie­tet und rund 56 000 Eu­ro in die nö­tigs­ten Brand­schutz­maß­nah­men in­ves­tiert, da­mit die frü­he­ren Mie­ter dort woh­nen blei­ben konn­ten. Al­ler­dings müs­se der Ad­ler auch drin­gend sa­niert wer­den, er­klärt Krat­ten­ma­cher. „Das soll im Rah­men des Lan­des­sa­nie­rungs­pro­gramms, das im Jahr 2020 aus­läuft, ge­sche­hen.“Auch der Gast­hof Lö­wen soll über die­se Lan­des­för­de­rung re­stau­riert wer­den. „Und bei so ei­nem Pro­gramm sind zwei Jahre nichts.“Bei solch al­ten Ge­bäu­den sei­en ja die Um­bau­ten mit noch hö­he­ren Auf­la­gen ver­se­hen und auch Brand­schutz­vor­schrif­ten sei­en schwie­ri­ger um­zu­set­zen als et­wa bei Neu­bau­ten.

„Wir kön­nen die Leu­te ja nicht ein­fach auf die Stra­ße set­zen“, sagt Krat­ten­ma­cher. Des­we­gen müs­se ein Neu­bau als An­schluss­un­ter­brin­gung für rund 50 Per­so­nen ge­plant wer­den, höchst­wahr­schein­lich wie­der in Con­tai­ner­bau­wei­se. Die Über­le­gun­gen für ei­nen Stand­ort lau­fen. Nach der Som­mer­pau­se wer­de sich dann der Ge­mein­de­rat mit dem The­ma be­schäf­ti­gen müs­sen, sagt der Bür­ger­meis­ter.

„Wir kön­nen die Leu­te ja nicht ein­fach auf die Stra­ße set­zen.“

Bür­ger­meis­ter Die­ter Krat­ten­ma­cher

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