Un­ver­ständ­li­ches Ver­hal­ten

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WANGEN / VEREINE -

Zur Be­richt­er­stat­tung über den Un­fall an der Bus­hal­te­stel­le Hat­zen­wei­ler hat uns fol­gen­der Le­ser­brief er­reicht: „Die Si­tua­ti­on Bus­hal­te­stel­le Hat­zen­wei­ler wie in ver­schie­de­nen Le­ser­brie­fen be­schrie­ben, ist nun schon seit Jah­ren voll­um­fäng­lich be­kannt, es ge­schieht je­doch nichts au­ßer Be­kun­dun­gen be­hörd­li­cher­seits, selbst vom OB. Wir wis­sen das und wir wis­sen auch, dass da was ge­än­dert wer­den muss. Ge­sche­hen tut je­doch ak­tiv nichts.

Die jüngs­te Ver­kehrs­schau spie­gelt die Ver­wei­ge­rungs­hal­tung in vol­lem Um­fang wie­der. Men­schen­le­ben sind kein Fak­tor von Ver­kehrs­fre­quenz oder Un­fall­häu­fig­keit, es muss die da­für not­wen­di­ge Si­cher­heit zur Stra­ßen­que­rung ge­währ­leis­tet wer­den. Das Ver­hal­ten der Au­to­fah­rer ist se­kun­där, denn zu vie­le ma­chen sich mitt­ler­wei­le ih­re ei­ge­nen Ge­set­ze im Stra­ßen­ver­kehr. Pri­mär ist es das völ­lig un­ver­ständ­li­che Ver­hal­ten der Be­hör­den sei­tens Land­rats­amt, der Po­li­zei­dienst­stel­len Konstanz und Wan­gen, eben­so wie das der Stadt­ver­wal­tung Wan­gen. Es ist im­mer noch die men­schen­ver­ach­ten­de ewig gest­ri­ge Aus­sa­ge „Zu­erst die Stra­ße und dann der Mensch” in Prio­ri­tät.

Die jüngst an­be­raum­te öf­fent­li­che Sit­zung des Ort­schafts­rats Nie­der­wan­gen zu dem The­ma ist als völ­lig miss­ra­te­ne un­sach­ge­mä­ße Ver­an­stal­tung zu se­hen. Es war kein be­hörd­li­cher­seits „ver­ant­wort­li­cher Ver­tre­ter” an­we­send. Es wur­de voll­um­fäng­lich die Ver­wei­ge­rungs­hal­tung der Be­hör­den sicht­bar und auch, dass sei­tens der ört­li­chen Gre­mi­en kei­ner­lei Ein­fluss ge­gen­über den zu­stän­di­gen Be­hör­den ge­ge­ben ist. Die po­li­ti­schen Be­kun­dun­gen sei­tens des Ort­schafts­ra­tes sind Au­gen­wi­sche­rei und ha­ben kei­ner­lei po­li­ti­schen Wert. Der Volks­mund hat da­für ein Wort pa­rat, das sich Kas­perl­thea­ter nennt.

Die vor­ge­tra­ge­nen Mes­s­er­geb­nis­se sind ir­re­füh­rend, da nicht den Rea­li­tä­ten ent­spre­chend. Die pas­si­ve Mes­sung an der Hal­te­stel­le zieht den Ver­kehr der Gast­stät­te mit ein und ist so­mit nicht aus­sa­ge­kräf­tig und falsch. Die ak­ti­ven Ra­dar­mes­sun­gen sind eben­so nicht den Tat­sa­chen ent­spre­chend zu wer­ten, da in­ner­halb von fünf Mi­nu­ten die Mess­stel­le im Ra­dio und In­ter­net ver­brei­tet ist und auch so­mit kei­ne ver­wert­ba­ren Er­geb­nis­se mehr lie­fert. Es ist ei­ne un­um­wun­de­ne Tat­sa­che, dass es auch für Äl­te­re und be­hin­der­te Men­schen völ­lig un­mög­lich ist die Bus­hal­te­stel­le in Rich­tung Wan­gen si­cher zu er­rei­chen. Hu­bert Jud, Wan­gen

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