Webse­man­ti­cs

Webse­man­ti­cs sind fast 17 Jah­re alt, und es hat ei­ne gan­ze Wei­le ge­dau­ert, bis sie sich wirk­lich eta­bliert ha­ben. Ak­tu­ell gibt es ei­ne Rei­he von For­ma­ten, et­wa OpenGraph, Twit­ter Cards, Sche­ma.org, Mi­cro­for­mats, RDFa und Mi­cro­da­ta. Wir sa­gen Ih­nen, auf we

SCREENGUIDE - - Inneres - TEXT: Mat­thi­as Pfef­fer­le

Auf die­se For­ma­te soll­ten Sie sich kon­zen­trie­ren

HTML wur­de ent­wi­ckelt, um Tex­te zu struk­tu­rie­ren. Der Brow­ser und an­de­re In­ter­pre­ter sind dank HTML in der La­ge, Ab­sät­ze, Lis­ten, Zi­ta­te, Ta­bel­len oder Bil­der zu er­ken­nen und ent­spre­chend dar­zu­stel­len. Der Sinn von Webse­man­ti­ken ist es, die­se struk­tu­rier­ten In­hal­te auch ver­ständ­lich zu ma­chen, um et­wa Adres­sen, Events, In­for­ma­tio­nen über ei­ne Per­son oder an­de­re Ele­men­te aus­le­sen zu kön­nen. Die Idee, Se­man­ti­ken in HTML zu in­te­grie­ren, for­mu­lier­te Dan Con­nol­ly schon im März 2000 auf ei­ner Mai­ling-Lis­te des W3C [goo.gl/KC3MXN], das ers­te prak­ti­sche For­mat wur­de aber erst drei Jah­re spä­ter vorgestellt. 2003 setz­ten sich Tan­tek Çe­lik, Eric Mey­er und Mat­t­hew Mul­len­weg zu­sam­men und mach­ten sich, in­spi­riert durch Blogs und Blo­grolls, Ge­dan­ken, wie man Be­zie­hun­gen in HTML ab­bil­den kön­ne. Zwei Mo­na­te spä­ter ver­öf­fent­lich­ten sie die ers­te Ver­si­on des XHTML Fri­ends Net­works, kurz XFN [gmpg.org/xfn]. XFN nutzt das rel-At­tri­but ei­nes Links, um das Freund­schafts­ver­hält­nis zwi­schen Ver­lin­ker und Ver­link­tem ab­zu­bil­den.

Ein Jahr spä­ter grün­de­ten Tan­tek Çe­lik and Ke­vin Marks die Mi­cro­for­mats Com­mu­ni­ty, um wei­te­re Webse­man­ti­ken nach dem Prin­zip von XFN zu ent­wi­ckeln [mi­cro­for­mats.org/wi­ki/his­to­ry]. Al­le Mi­cro­for­mats ba­sie­ren auf dem glei­chen Prin­zip und nut­zen klas­si­sche At­tri­bu­te wie class oder rel, um HTML se­man­tisch aus­zu­zeich­nen. Ne­ben der an Blogs an­ge­lehn­ten Mi­cro­for­mats-Be­we­gung gab es ei­ne zwei­te Ent­wick­lung, die sich stark an dem Bei­spiel von Dan Con­nol­ly ori­en­tier­te. 2004 ver­öf­fent­lich­te Mark Bir­beck sei­ne Idee von XHTML and RDF [goo.gl/wBnJBy], aus der spä­ter RDFa her­vor­ging [goo.gl/3QtXhV]. Im Ge­gen­satz zu dem eher leicht­ge­wich­ti­gen An­satz der Mi­cro­for­mats setzt RDFa zu­erst auf XHTML Na­me­s­paces. Das W3C ent­wi­ckel­te spä­ter noch zu­sätz­li­che HTML-At­tri­bu­te, um die Se­man­tik bes­ser von klas­si­schem HTML ab­zu­gren­zen. Im Prin­zip las­sen sich al­le mo­der­nen Webse­man­ti­ken auf ei­ne der bei­den Ide­en, oder ei­ne Kom­bi­na­ti­on aus bei­den, zu­rück­füh­ren.

SYNTAX UND VOKABULAR

Die Idee der Webse­man­tik be­inhal­tet zwei zen­tra­le Kom­po­nen­ten: Syntax und Vokabular. • Syntax: Die tech­ni­sche In­te­gra­ti­on des Vo­ka­bu­lars in die HTMLSei­te. Die drei be­kann­tes­ten Ver­tre­ter sind RDFa, Mi­cro­da­ta und Mi­cro­for­mats. • Vokabular (engl. Vo­ca­bu­la­ry, auch be­kannt un­ter Sche­ma oder On­to­lo­gie): Be­schreibt ein Ob­jekt, wie zum Bei­spiel ein Pro­dukt, ei­nen Kon­takt, ei­ne Ver­an­stal­tung oder ei­ne Be­wer­tung. Das gän­gigs­te Vokabular ist der­zeit Sche­ma.org. Theo­re­tisch las­sen sich bei­de Be­rei­che be­lie­big mi­schen, Sie soll­ten aber den­noch auf die Emp­feh­lung der je­wei­li­gen Spe­zi­fi­ka­ti­on ach­ten. Sche­ma.org bie­tet Bei­spie­le für RDFa, Mi­cro­da­ta und JSON-LD. Das Mi­cro­for­mats-Vo­ca­bu­la­ry kann prin­zi­pi­ell in je­der Syntax ab­ge­bil­det wer­den, die Com­mu­ni­ty emp­fiehlt je­doch, al­lein den klas­si­schen „Mi­cro­for­mats-Weg” zu nut­zen. Face­book da­ge­gen legt sich für sein Open Graph Pro­to­col aus­schließ­lich auf RDFa fest. Die Syntax und das Vokabular der ein­zel­nen Webse­man­ti­ken, spe­zi­ell bei RDFa, ha­ben sich in den letz­ten Jah­ren im­mer wei­ter­ent­wi­ckelt, des­halb be­trach­ten wir in den fol­gen­den Ka­pi­teln je­weils nur die ak­tu­el­le Ver­si­on.

SYNTAX

In den letz­ten fünf Jah­ren ha­ben sich le­dig­lich vier zen­tra­le For­ma­te her­aus­kris­tal­li­siert. Mi­cro­for­mats-Syntax: Die Mi­cro­for­mats-Syntax lässt sich am ein­fachs­ten er­klä­ren, da es sich bei ihr um rei­nes HTML han­delt [goo.gl/XqC0N]. Man könn­te Mi­cro­for­mats als ei­ne Art HTML De­sign Pat­tern be­zeich­nen. Die Syntax ba­siert auf class- und relAt­tri­bu­ten in Kom­bi­na­ti­on mit di­ver­sen HTML-Ele­men­ten. Die­se Fle­xi­bi­li­tät sorgt aber auch für ein ge­wis­ses Ri­si­ko. Laut ei­ner Um­fra­ge von 2010 setz­ten knapp 35 Pro­zent al­ler be­frag­ten Webent­wick­ler Mi­cro­for­mats ein [goo.gl/nXlF9c]. Trotz der re­la­tiv ho­hen Zahl be­deu­tet das, dass et­wa 65 Pro­zent die class-At­tri­bu­te „nur” zum Gestal­ten von Web­sei­ten nut­zen (al­so für CSS). Die­se Mehr­fach­nut­zung kann da­zu füh­ren, dass Mi­cro­for­mats durch Unacht­sam­keit oder feh­len­des Wis­sen zum Bei­spiel nach ei­nem Re­de­sign wie­der von Sei­ten ver­schwin­den oder es zu Na­mens­kol­li­sio­nen bei Klas­sen kommt. RDFa: Das Re­sour­ce De­scrip­ti­on Frame­work, kurz RDF, ist ein XML-For­mat und wur­de vom W3C ent­wi­ckelt, um Ob­jek­te jeg­li­cher Art und de­ren Be­zie­hung oder Ver­bin­dung un­ter­ein­an­der zu be­schrei­ben [w3.org/RDF]. RDFa (RDF in At­tri­bu­tes) ist die HTML-Ver­si­on von RDF, bie­tet aber den glei­chen Um­fang wie sei­ne XML-Ver­si­on. Die An­for­de­rung an ein For­mat, mit dem Sie po­ten­zi­ell die gan­ze Welt be­schrei­ben kön­nen, führt aber auch zu ei­ner ge­wis­sen Kom­ple­xi­tät. Um die Syntax für Webent­wick­ler at­trak­ti­ver zu ma­chen, wur­de RDFa 1.1 Li­te ent­wi­ckelt [goo.gl/pjaSER]. Die­ses Sub­set von RDFa kon­zen­triert sich auf die Be­schrei­bung sim­pler Ob­jek­te, wie zum Bei­spiel Kon­takt­da­ten. Im Ge­gen­satz zu Mi­cro­for­mats nutzt RDFa ein ei­ge­nes Set von At­tri­bu­ten. Da­bei be­schreibt vo­c­ab das ein­ge­setz­te Vo­ca­bu­la­ry, ty­peof de­fi­niert

den ge­nau­en Ob­ject-Ty­pe und mit pro­per­ty wer­den die ein­zel­nen At­tri­bu­te des Ob­jekts de­fi­niert. Die ex­pli­zi­te Tren­nung von klas­si­schen HTML- und RDFa-At­tri­bu­ten ver­mei­det die Kol­li­sio­nen zwi­schen den zwei Do­mä­nen. Die spe­zi­el­len At­tri­bu­te bin­den RDFa aber im­mer an ei­ne fi­xe HTML-Ver­si­on. Das letz­te Co­de-Bei­spiel ist spe­zi­ell für HTML5 ent­wi­ckelt wor­den. In HTML 4.01 bzw. XHTML 1.0 wur­de RDFa noch mit XHTML Na­me­s­paces dar­ge­stellt [goo.gl/1ngftQ]. Trotz die­ser grund­le­gend un­ter­schied­li­chen Im­ple­men­tie­run­gen ist RDFa 1.1 ab­wärts­kom­pa­ti­bel. Mi­cro­da­ta: Mi­cro­da­ta ist ei­ne re­la­tiv neue Ent­wick­lung, die im Rah­men von HTML5 ent­stand [goo.gl/te2dME]. Mi­cro­da­ta soll die Vor­tei­le von Mi­cro­for­mats und RDFa in ei­nem Stan­dard ver­ei­nen. Die ein­ge­setz­te Syntax ba­siert auf ei­ge­nen At­tri­bu­ten, die spe­zi­ell für das Web ent­wi­ckelt wur­den und auf den Over­head von RDFa ver­zich­ten. Mi­cro­da­ta-Ob­jek­te be­ste­hen, wie Mi­cro­for­mats, aus ei­ner Rei­he von Key/Va­lue-Paa­ren. Ein Ob­ject wird durch ei­nen um­schlie­ßen­den HTML-Tag mit ei­nem itemscope-At­tri­but ge­kenn­zeich­net und hat meh­re­re Pro­per­ties, aus­ge­zeich­net durch item­prop-At­tri­bu­te. Im Ge­gen­satz zu RDFa und Mi­cro­for­mats ist Mi­cro­da­ta aber aus­schließ­lich in HTML5 ein­setz­bar. JSON-LD: JSON-LD steht für JSON Lin­ked Da­ta und ist ei­ne JSON-Re­prä­sen­ta­ti­on von RDF [goo.gl/5AeUmI]. JSON-LD wur­de ur­sprüng­lich nicht für den Ein­satz in HTML ent­wi­ckelt, son­dern als ei­gen­stän­di­ges JSON-For­mat. Goog­le setzt JSON-LD aber un­ter an­de­rem auch auf Web­sei­ten [goo.gl/tjR7Bp] oder in EMail-Tem­pla­tes [goo.gl/E5eWuz] ein. Um den JSON-Fremd­kör­per in HTML zu plat­zie­ren, be­nutzt Goog­le das script-Ele­ment mit ei­nem ent­spre­chend pas­sen­den mi­me-ty­pe. JSON-LD bläht die Web­sei­te un­nö­tig auf und bie­tet nur in we­ni­gen Fäl­len ei­ne ech­te Al­ter­na­ti­ve zu Mi­cro­da­ta/RDFa. Webse­man­ti­cs wur­den ent­wi­ckelt, um JSON- und XML-Fremd­kör­per in HTML zu ver­mei­den, des­halb soll­ten Sie JSON-LD mit Be­dacht ein­set­zen [goo.gl/4esYKN].

VOKABULAR

Im Ge­gen­satz zu der Syntax las­sen sich Vo­ca­bu­la­ries re­la­tiv frei de­fi­nie­ren. Das „Lin­ked Open Vo­ca­bu­la­ries”-Pro­jekt der Open Know­ledge Foun­da­ti­on [ok­fn.org] lis­tet al­lei­ne knapp 600 De­fi­ni­tio­nen für RDF(a). Wir kon­zen­trie­ren uns hier auf die für die Webentwicklung re­le­van­ten Sche­mas. Mi­cro­for­mats-Vokabular: Die Mi­cro­for­mats Com­mu­ni­ty hat sich bei ih­ren ers­ten Sche­mas sehr stark an be­ste­hen­den Stan­dards ori­en­tiert [goo.gl/20SP]. Die hCard ist ein di­rek­tes Ab­bild der vCard (das Wort hCard be­deu­tet HTML Card und ist ei­ne an die vCard an­ge­lehn­te Wort­schöp­fung), hCa­len­dar re­prä­sen­tiert das iCal-For­mat und hA­tom ist die HTML-Ver­si­on von Atom (RSS). Ak­tu­ell ori­en­tiert sich die Grup­pe eher an Sche­ma.org und ar­bei­tet dar­an, die At­tri­bu­te der ein­zel­nen For­ma­te an­ein­an­der an­zu­glei­chen, an­statt be­ste­hen­de For­ma­te ab­zu­bil­den. Um dem Pro­blem mit den Na­mens­kol­li­sio­nen zu ent­ge­hen und um ein ge­ne­ri­sches Par­sen zu er­mög­li­chen, wur­den für die zwei­te Ver­si­on der Mi­cro­for­mats Pseu­do-Na­me­s­paces ein­ge­führt: • "h-*" für „root”-Klas­sen: "h-card" für Per­so­nen, "h-event" für Events, "h-ent­ry" für z.B. Blog­posts • "p-*" für ein­fa­che Text-At­tri­bu­te: "p-na­me" ge­ne­ri­scher Na­me, für al­le Ob­jek­te gleich, "p-sum­ma­ry" Zu­sam­men­fas­sung bei z.B. Blog­posts • "u-*" für URL-At­tri­bu­te: "u-url" für URLs, "u-pho­to" für Pho­toURLs • "d-*" für Da­te­time-At­tri­bu­te: "d-start" für ein Start-Da­tum, "dbday" für ei­nen Ge­burts­tag Au­ßer­dem wur­de das Par­sing nor­ma­li­siert [goo.gl/B9GhyF]. Das fol­gen­de Co­de­bei­spiel zeigt die JSON-Ver­si­on der in Lis­ting 3 ge­zeig­ten h-card [goo.gl/r6wqmA].

Sche­ma.org ist ein noch recht jun­ges Sche­ma. Im Ju­ni 2011 setz­ten sich Bing, Goog­le und Yahoo zu­sam­men, um ei­ne ein­heit­li­che Webse­man­tik zu de­fi­nie­ren [goo.gl/5TYQDR]. Durch die enor­me Lob­by der gro­ßen Such­ma­schi­nen ent­wi­ckel­te sich Sche­ma.org in­ner­halb kür­zes­ter Zeit zum De-fac­to-Stan­dard

im SEO-Um­feld. Sche­ma.org ba­siert auf ei­ner Art „Ver­er­bung”. Je­des Sche­ma ist ei­ne Ablei­tung von „Thing” [goo.gl/ZdBFKS]. Ein „Ding” ist das kleins­te mög­li­che Ob­jekt und be­steht min­des­tens aus ei­nem Na­men, ei­ner Be­schrei­bung, ei­ner URL und ei­nem Bild (in den letz­ten Mo­na­ten sind noch mehr At­tri­bu­te hin­zu­ge­kom­men, auf die wir hier nicht nä­her ein­ge­hen). Die­ser Auf­bau macht es mög­lich, auch Ob­jek­te, die man vor­her nicht kennt, zu in­ter­pre­tie­ren. Ob­jek­te müs­sen aber nicht im­mer direkt von „Thing” er­ben, ein „Blo­gPos­ting” hat bei­spiels­wei­se ei­ne Hier­ar­chie von vier Ob­jek­ten [goo.gl/C5Acmz]. Sche­ma.org hat au­ßer­dem ein in­ter­es­san­tes „Item Chai­ning” [goo.gl/gPMpp6]: Ist ein Pro­per­ty (item­prop) wie­der ein Item (itemscope, item­ty­pe), dann wird die­ses dem Pro­per­ty un­ter­ge­ord­net. Da­durch kön­nen Sie ei­nem Blog bei­spiels­wei­se Blog­posts zu­ord­nen oder, wie im letz­ten Lis­ting, so­zia­le Netz­wer­ke ab­bil­den. Sche­ma.org um­fasst ak­tu­ell 583 Ty­pen so­wie 846 Pro­per­ties und wur­de 2014 in die Ob­hut ei­ner W3C Com­mu­ni­ty ge­ge­ben [goo. gl/4LWQVt]. Open Graph Pro­to­col: Das Open Graph Pro­to­col, kurz OGP, ist ein Open-Sour­ce-Pro­jekt von Face­book [ogp.me]. OGP ist ein Vo­ca­bu­la­ry für RDFa und zeigt sehr schön die Kom­ple­xi­tät der Syntax. Im RDFa-Li­te-Bei­spiel (sie­he Lis­ting 4) wer­den das vo­c­ab-At­tri­but und ein glo­ba­ler Na­mens­raum (kein Prä­fix) be­nutzt. Open Graph de­fi­niert da­ge­gen ein Prä­fix (og:), ver­zich­tet aber auf den Ob­jekt Con­tai­ner (ty­peof). In dem Fall von OGP be­zie­hen sich al­le Pro­per­ties au­to­ma­tisch auf die Sei­te, auf der sich die Me­ta-Da­ten be­fin­den, und es gibt ein­fach kei­nen ex­pli­zi­ten Ob­jekt-Typ. [goo. gl/ykVGdX] Face­books Open Graph Pro­to­col lässt sich nicht direkt mit Mi­cro­for­mats oder Sche­ma.org ver­glei­chen, da es nicht den Qu­ell­text aus­zeich­net, son­dern nur Me­ta-In­for­ma­tio­nen für ei­ne Sei­te be­reit­stellt. Twit­ter Cards [goo.gl/7eoAw6] sind dem Open Graph Pro­to­col sehr ähn­lich, wes­halb sich Twit­ter da­zu ent­schie­den hat, eben­falls OGP zu un­ter­stüt­zen [goo.gl/bEl­vyC].

EMP­FEH­LUNG

Bei all den For­ma­ten stellt sich heut­zu­ta­ge die Fra­ge: Wel­che For­ma­te soll­ten Sie für Ih­re Web­site in Be­tracht zie­hen? Vor acht Jah­ren wä­re die Emp­feh­lung Mi­cro­for­mats ge­we­sen. Das For­mat war weit­ver­brei­tet und wur­de von Face­book [goo.gl/Qf4qLq], Goog­le [goo.gl/lzTzh7] und Yahoo! [goo.gl/Ic­z6tU] un­ter­stützt. Heu­te ist es lei­der nicht mehr mög­lich, ei­ne ge­ne­rel­le Emp­feh­lung zu ge­ben. Such­ma­schi­nen und so­zia­le Netz­wer­ke ha­ben mitt­ler­wei­le sehr un­ter­schied­li­che An­sprü­che an ein For­mat, und Mi­cro­for­mats muss­ten sich in den letz­ten Jah­ren mit vie­len neu­en Webse­man­ti­ken mes­sen. Bei der Su­che nach dem rich­ti­gen For­mat soll­ten Sie sich dar­über im Kla­ren sein, was Sie da­mit er­rei­chen wol­len. Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung: Such­ma­schi­nen­be­trei­ber in­ter­es­sie­ren sich für den ge­sam­ten In­halt Ih­rer Sei­te, wes­halb Mi­cro­for­mats zu­nächst so ei­nen ho­hen Stel­len­wert hat­ten. Seit der Ei­gen­ent­wick­lung von Sche­ma.org sind Mi­cro­for­mats aber kein wirk­li­cher Kon­kur­rent mehr. Goog­le un­ter­stützt sie zwar noch, aber die of­fi­zi­el­len Do­ku­men­ta­tio­nen er­wäh­nen nur Sche­ma.org. Bei der Wahl der Syntax ist eher RDFa Li­te zu emp­feh­len. Mi­cro­da­ta ist zwar ein­fa­cher zu ver­ste­hen und zu im­ple­men­tie­ren, aber aus­ge­rech­net Ian Hick­son, der das For­mat de­fi­niert hat, hält selbst nicht viel von sei­ner Er­fin­dung [goo.gl/u7WjUp]. Das W3C und die Se­man­tic Web Com­mu­ni­ty sind da­ge­gen sehr ak­tiv und ent­wi­ckeln das For­mat ste­tig wei­ter. JSON-LD bie­tet nur dann ei­ne Al­ter­na­ti­ve, wenn Sie kei­nen di­rek­ten Zu­griff auf den Qu­ell­code ha­ben und le­dig­lich Co­de-Snip­pets in He­a­der und Foo­ter Ih­rer Web­sei­te ein­fü­gen kön­nen. In al­len an­de­ren Fäl­len ist von JSON-LD eher ab­zu­ra­ten. Op­ti­mie­rung für so­zia­le Netz­wer­ke: Im Ge­gen­satz zu Such­ma­schi­nen in­ter­es­sie­ren sich Face­book und Twit­ter nicht für den kom­plet­ten In­halt Ih­rer Sei­te. Webse­man­ti­ken wer­den le­dig­lich da­zu be­nutzt, klei­ne Vor­schau-Snip­pets mit Über­schrift, Bild

und Zu­sam­men­fas­sung ei­ner Web­sei­te an­zu­zei­gen. Für die­sen An­wen­dungs­fall reicht das Open Graph Pro­to­col, da es die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen im He­a­der zu­sam­men­fasst. Face­book [goo. gl/KVt­qIu], Goog­le+ [goo.gl/k1e73T] und Twit­ter [mit klei­ner Aus­nah­me, goo.gl/zvxZgL] un­ter­stüt­zen OGP. Zu­sätz­lich in­ter­pre­tie­ren im­mer mehr klei­ne­re Netz­wer­ke, wie Pin­te­rest, XING und Lin­ke­din, die Me­ta-In­for­ma­tio­nen. In­dieWeb: Mi­cro­da­ta und RDFa tei­len den Markt un­ter sich auf, und trotz­dem ha­ben die Mi­cro­for­mats ih­re Ni­sche ge­fun­den. Das For­mat ist bei­spiels­wei­se Be­stand­teil von im­mer­hin über 400 Wor­dPress The­mes [goo.gl/SkBLwa] und hat ei­ne wei­te Ver­brei­tung in den Be­rei­chen Open Web und Open Sour­ce. Die In­dieWeb-Be­we­gung ver­tritt den et­was ra­di­ka­len An­satz, aus­schließ­lich Mi­cro­for­mats als API zu be­nut­zen (sie­he auch Sei­te 90 f.).

FAZIT

Mit Sche­ma.org und dem Open Graph Pro­to­col de­cken Sie die wich­tigs­ten Such­ma­schi­nen und so­zia­len Netz­wer­ke ab, au­ßer­dem kom­men sich die bei­den For­ma­te durch ih­ren un­ter­schied­li­chen Auf­bau nicht in die Que­re. Für vie­le Con­tent-Ma­nage­men­tSys­te­me wie Wor­dPress gibt es be­reits pas­sen­de The­mes [goo. gl/v7g4x4] oder Plug­ins [goo.gl/Skw­dCz]. Mi­cro­for­mats loh­nen sich da­ge­gen nur, wenn Sie sich in Pro­jek­ten wie dem In­dieWeb en­ga­gie­ren wol­len. Der Nut­zen von Mi­cro­for­mats lässt sich zwar nicht direkt mit dem von Sche­ma.org oder Open Graph ver­glei­chen, es lohnt aber den­noch, sich mit dem of­fe­nen For­mat zu be­schäf­ti­gen. Mi­cro­for­mats ha­ben die Ent­wick­lung mo­der­ner Webse­man­ti­ken maß­geb­lich ge­prägt und wer­den, auch nach über elf Jah­ren, ak­tiv wei­ter­ent­wi­ckelt. Mi­cro­for­mats zwin­gen Sie au­ßer­dem da­zu, se­man­ti­sches HTML zu schrei­ben und sich mehr mit der Be­nen­nung Ih­rer Klas­sen zu be­schäf­ti­gen.

Abb. 1: Goog­le Test Tool für Webse­man­ti­ken [goo.gl/cNrPE5]

Abb. 2: Vor­schau für ei­ne Twit­ter Card/Open Graph

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