HTML 5.1 – der neue Gold­stan­dard

SCREENGUIDE - - Inneres - TEXT: Jens Grocht­dreis

Was bringt die ak­tua­li­sier­te Fas­sung von HTML?

En­de 2014 wur­de HTML5 ver­ab­schie­det. Nur zwei Jah­re spä­ter legt das W3C nach – im No­vem­ber 2016 er­schien die ak­tua­li­sier­te Fas­sung: HTML5.1. Die­se ent­hält ei­ni­ge sehr nütz­li­che Er­gän­zun­gen, auch wenn der­zeit noch nicht al­le da­von in al­len Brow­sern zur Ver­fü­gung ste­hen.

HTML, die Ba­sis al­ler Web­sei­ten, leg­te zu Be­ginn ei­ne schnel­le Ent­wick­lung hin. Von der Ur­ver­si­on 1992 bis zur ers­ten breit re­zi­pier­ten Ver­si­on 3.2 dau­er­te es nur fünf Jah­re. Und noch im sel­ben Jahr folg­te HTML 4.0. Zwei Jah­re spä­ter, im Ja­nu­ar 2000, er­schien die Neu­for­mu­lie­rung als XHTML – und das W3C war auf dem XML-Trip. Von die­sem brach­ten sie erst ei­ni­ge Brow­s­er­her­stel­ler ab, die an ei­ner Wei­ter­ent­wick­lung von HTML ar­bei­te­ten. Das Er­geb­nis ist uns als HTML5 be­kannt.

Das W3C ver­sucht nun, die Spra­che kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und sie den An­for­de­run­gen der Pra­xis an­zu­pas­sen. HTML5.1 ent­hält vie­le Än­de­run­gen [goo.gl/vv4rBt], die wich­tigs­ten stel­len wir hier vor.

TOGGLE NUR MIT HTML

Schon 2011 wur­den die Ele­men­te de­tails und sum­ma­ry dis­ku­tiert. Nun hat das W3C sie in den Stan­dard über­nom­men. Das de­tails-Ele­ment ist ein Con­tai­ner, in dem ein kur­zer Hin­weis so-

wie wei­ter­füh­ren­de In­for­ma­tio­nen auf­ge­nom­men wer­den. Die wei­ter­füh­ren­den In­for­ma­tio­nen wer­den da­bei vor dem Nut­zer zu­nächst ver­steckt und erst durch In­ter­ak­ti­on des Nut­zers mit der Kurz­in­for­ma­ti­on auf­ge­deckt.

Der Brow­ser weist auf die Mög­lich­keit wei­te­rer In­hal­te mit­tels ei­nes Drei­ecks zu Be­ginn der sicht­ba­ren Zu­sam­men­fas­sung hin (Abb. 1). Web­wor­ker müs­sen die­sen Hin­weis­ge­ber al­so nicht selbst hin­zu­fü­gen und gestal­ten. In den de­tails-Con­tai­ner kann al­les Ge­wünsch­te ge­schach­telt wer­den: De­fi­ni­ti­ons­lis­ten, Ab­sät­ze, Vi­de­os u. v. m.

Die­se neu­en Ele­men­te rea­li­sie­ren ein toggle-Kon­strukt – oh­ne ei­ne Zei­le Ja­vaS­cript. Die Brow­ser­un­ter­stüt­zung ist gut: Nur der IE und Edge ken­nen die bei­den neu­en Ele­men­te nicht [ca­ni­use.com/de­tails]. Sie kön­nen zum Bei­spiel Mo­der­nizr nut­zen, um her­aus­zu­fin­den, ob ein Brow­ser die neu­en Ele­men­te un­ter­stützt oder Ja­vaS­cript-Hil­fe be­nö­tigt [mo­der­nizr.com].

Die Gestal­tung die­ser HTML-Lö­sung ist al­ler­dings nicht so leicht und schon gar nicht so fle­xi­bel wie ei­ne rei­ne Ja­vaS­cript-ge­trie­be­ne Lö­sung mit an­de­rer Se­man­tik im Hin­ter­grund. Der vom Brow­ser au­to­ma­tisch ein­ge­füg­te Pfeil kann in Web­kit-und Blink-Brow­sern dank der Ei­gen­schaft ::-web­kit-de­tails-mar­ker mo­di­fi­ziert wer­den. Ein ei­ge­nes Sym­bol kön­nen Sie ein­fü­gen, in­dem Sie mit der eben er­wähn­ten Ei­gen­schaft das Drei­eck aus­blen­den und mit­tels ::be­fo­re oder ::af­ter ein neu­es Sym­bol hin­zu­fü­gen und gestal­ten. Lei­der funk­tio­niert dies al­ler­dings nicht in an­de­ren Brow­se­ren­gi­nes.

Au­ßer­dem kön­nen Web­wor­ker im Ge­gen­satz zu ei­ner Ja­vaS­cript­ge­trie­be­nen Lö­sung das so hin­zu­ge­füg­te Zei­chen nicht mehr mit­tels CSS aus­tau­schen. Aus dem Plus- kann al­so nicht ein­fach ein Mi­nus­zei­chen wer­den.

RE­S­PON­SIVE BIL­DER

Als im­mer mehr Men­schen per Smart­pho­ne ins Web gin­gen, stell­ten Web­wor­ker fest, dass da­für nicht die op­ti­ma­len Bil­der aus­ge­lie­fert wur­den. Denn schließ­lich gab es kei­ne ein­fa­che Me­tho­de, ei­nem Smart­pho­ne ein klei­ne­res Bild aus­zu­lie­fern als ei­nem Desk­toprech­ner. Da je­der Brow­ser be­strebt ist, mög­lichst schnell al­le Bil­der und an­de­ren ex­ter­nen As­sets zu la­den, war das für Smart­pho­nes zu er­set­zen­de Bild schon längst ge­la­den, wenn per Ja­vaS­cript ein neu­es an­ge­for­dert wur­de. Es ent­wi­ckel­ten sich vie­le ver­schie­de­ne Ja­vaS­cript-Lö­sun­gen, die ver­such­ten, das Pro­blem auf die ein oder an­de­re Art zu lö­sen.

So bil­de­te sich die „Re­s­pon­sive Images Com­mu­ni­ty Group”, um ei­ne ein­heit­li­che HTML-Tech­nik für re­s­pon­sive Bil­der zu spe­zi­fi­zie­ren [goo.gl/v4sGsX]. Die Brow­s­er­her­stel­ler wa­ren im­mer da­bei. Das En­d­er­geb­nis, das pic­tu­re-Ele­ment so­wie die At­tri­bu­te src­set und si­zes, ist nun of­fi­zi­ell Teil von HTML. Die Tech­nik kann in al­len ak­tu­el­len Brow­sern – au­ßer dem IE – ge­nutzt wer­den [goo.gl/Qg­jk­tA und goo.gl/rE35oq]. Edge hin­ge­gen un­ter­stützt die Tech­ni­ken.

Den ei­gent­li­chen Nut­zen zie­hen mo­bi­le Brow­ser aus die­ser Tech­nik. Des­halb ist die feh­len­de Un­ter­stüt­zung des IE nicht wei­ter schlimm. Die An­zahl der be­trof­fe­nen Win­dows-Smart­pho­nes ist über­schau­bar. Zu­dem ergänzt die neue Tech­nik die be­ste­hen­den und er­setzt sie nicht. Brow­ser, die mit den neu­en Tech­ni­ken nichts an­fan­gen kön­nen, be­kom­men so im­mer noch ein Bild ge­lie­fert.

Möch­ten Web­wor­ker für ver­schie­de­ne Kon­tex­te un­ter­schied­li­che Bil­der aus­lie­fern, muss das neue pic­tu­re-Ele­ment zu­sam­men mit dem sour­ce-Ele­ment ein­ge­setzt wer­den. Über das me­dia-At­tri­but kop­peln Sie die Bil­der an Ih­re Me­dia Que­ries. Das img-Ele­ment muss da­bei im­mer ans En­de des pic­tu­re-Ele­ments ge­setzt wer­den. Das ent­spricht ei­ner ein­ge­bau­ten Grace­ful De­gre­da­ti­on: Brow­ser, die mit den neu­en Ele­men­ten nichts an­fan­gen kön­nen, zei­gen dann das img-Ele­ment.

Bei den sour­ce-Ele­men­ten wird nicht mehr das src-At­tri­but zum Ver­lin­ken der Bild­res­sour­ce ge­nutzt. Statt­des­sen fin­det das neue src­set-At­tri­but Ver­wen­dung, das we­sent­lich mehr kann, als nur ei­ne Res­sour­ce zu ver­lin­ken:

In die­sem Bei­spiel wird ein iden­ti­sches Mo­tiv in un­ter­schied­li­chen Grö­ßen zur Ver­fü­gung ge­stellt. Das bis­her be­kann­te src-At­tri­but dient da­bei als Fallback für die Brow­ser, die mit dem neu­en At­tri­but nichts an­fan­gen kön­nen. Mo­der­ne Brow­ser hin­ge­gen igno­rie­ren das src-St­tri­but in die­sem Kon­text. In­ter­es­sant sind die Brei­ten­an­ga­ben, die, mit ei­nem Le­er­zei­chen ge­trennt, nach den Bild­pfa­den no­tiert wer­den (z.B. 200w). Die­se ent­spre­chen der Brei­te des Bil­des in Pi­xeln. Der Brow­ser wählt aus die­sen Da­ten das Bild aus, das ihm am ge­eig­nets­ten er­scheint.

Durch das si­zes-At­tri­but kön­nen Sie die dar­ge­stell­te Brei­te der Bil­der zu de­fi­nier­ten Bild­schirm­brei­ten ge­nau­er be­stim­men.

In die­sem Bei­spiel sind zu­nächst zwei kon­kre­te Me­dia­que­ries kom­ma­se­pa­riert ver­zeich­net. Ih­nen ist ei­ne Bild­brei­te in der Ein­heit vw (view­port width) zu­ge­wie­sen. Die­se Ein­heit ver­än­dert ein Ob­jekt in Re­la­ti­on zur Brei­te des View­ports, al­so des Brow­ser­fens­ters. Die im­mer ganz­zah­li­gen Wer­te sind äqui­va­lent zu Pro­zen­ten zu in­ter­pre­tie­ren. Der letz­te Wert, oh­ne Me­dia­que­rie, gilt für al­le Wer­te ober­halb der vor­letz­ten Me­dia­que­rie.

Der Brow­ser wer­tet nun zu­erst das si­zes-At­tri­but aus, kal­ku­liert den zur Ver­fü­gung ste­hen­den Platz und wählt dann aus den un­ter­schied­li­chen Bil­dern das pas­sen­de aus. Im vor­he­ri­gen Bei­spiel, in dem das si­zes-At­tri­but fehl­te, fun­gier­ten die Brei­ten­hin­wei­se in­ner­halb von src­set – „200w” oder „1600w” – wie Me­dia­que­ries. Ist das si­zes-At­tri­but hin­ge­gen prä­sent, ver­lie­ren die­se Brei­ten­an­ga­ben in­ner­halb von src­set die­se Funk­ti­on. Die neu­en At­tri­bu­te sind erst ein­mal kom­pli­zier­ter, ma­chen re­s­pon­sive Bil­der aber eben auch deut­lich ef­fi­zi­en­ter. Wei­te­re Co­de­bei­spie­le fin­den Sie un­ter goo.gl/lbm­qLu.

EIN EI­GE­NES KONTEXTMENÜ

Das Ele­ment me­nu tauch­te schon in HTML 1.0 auf. Doch das W3C ver­merk­te im Stan­dard HTML 3.2, dass kein Brow­ser die­ses Ele­ment wie ge­wünscht und ge­dacht dar­stell­te. Mit HTML 4.0 wur­de es dann als „ver­al­tet” („depre­ca­ted”) mar­kiert, für HTML 5.1 wur­de es über­ar­bei­tet und ver­än­dert.

Mit me­nu kön­nen Web­wor­ker die brow­s­er­ei­ge­nen Kon­text­me­nüs um ei­ge­ne Ein­trä­ge er­gän­zen. Die Kon­struk­ti­on ist ge­dank­lich an ei­ne Lis­te an­ge­lehnt. In dem me­nu-Ele­ment kön­nen Sie me­nui­tem- und hr-Ele­men­te so­wie wei­te­re me­nu-Ele­men­te ver­schach­teln. Die me­nui­tem-Ele­men­te agie­ren da­bei wie For­mu­la­r­ele­men­te.

Dem me­nu-Ele­ment wird das ty­pe-At­tri­but mit­ge­ge­ben, das ak­tu­ell nur die Au­s­prä­gung „con­text” ha­ben kann. We­gen der feh­len­den Aus­wahl sagt der Stan­dard, dass das At­tri­but auch weg­ge­las­sen wer­den kön­ne. Fi­re­fox, der ein­zi­ge Brow­ser, der die­ses Ele­ment bis­lang un­ter­stützt [goo.gl/NwfKcE], in­ter­pre­tiert in die­sem Fall al­ler­dings das neue Ele­ment nicht.

Die me­nui­tem-Ele­men­te wer­den eben­falls über das ty­pe-At­tri­but de­fi­niert. Hier sind die Wer­te „check­box”, „ra­dio” und „com­mand” vor­ge­se­hen. Das Kontextmenü kann im Prin­zip über je­dem Ele­ment mit der rech­ten Maus­tas­te aus­ge­löst wer­den. Die Nut­zung des At­tri­buts con­text­me­nu mit dem pas­sen­den Wert ist da­bei wich­tig. In das At­tri­but wird die ID des be­tref­fen­den Kon­text­me­nüs ein­ge­tra­gen. Es ist das glei­che Prin­zip wie bei der Ver­knüp­fung ei­nes For­mu­la­r­ele­ments mit sei­nem La­bel. Auch ein Bild ist als Aus­lö­ser mög­lich [goo.gl/Yt­fuYh].

An an­de­rer Stel­le wer­den die zu er­gän­zen­den Me­nüein­trä­ge nie­der­ge­schrie­ben – da­bei muss der Co­de des Me­nüs nicht direkt auf den Auf­ruf fol­gen. Die In­hal­te wer­den mit dem men­uE­le­ment um­fasst. Die­ses be­kommt ne­ben dem er­wähn­ten ty­peAt­tri­but ei­ne ID (Abb. 2).

Die Tex­te der Me­nüi­tems kön­nen ent­we­der zwi­schen An­fangs­und En­de-Tag ge­schrie­ben oder den Ele­men­ten über ein la­belAt­tri­but mit­ge­ge­ben wer­den. Das At­tri­but über­schreibt den even­tu­ell an­der­wei­tig for­mu­lier­ten In­halt.

Da­mit die ein­zel­nen Me­nüi­tems auch ei­ne Ak­ti­on aus­füh­ren, müs­sen Sie die ent­spre­chen­de Funk­tio­na­li­tät na­tür­lich mit­hil­fe von Ja­vaS­cript pro­gram­mie­ren.

Sie kön­nen das me­nu-Ele­ment auch ver­schach­teln, um ein Un­ter­me­nü zu er­zeu­gen. Das in­ne­re me­nu-Ele­ment be­nö­tigt dann wie­der­um kei­ne ID (Abb. 3).

Die so er­stell­ten Me­nüs wer­den in die Kon­text­me­nüs des je­wei­li­gen Brow­sers in­te­griert. Es ist des­halb nicht mög­lich, sie mit CSS zu gestal­ten.

SCHUTZ GE­GEN PHISHING

Wir wis­sen mitt­ler­wei­le, dass über tar­get="_blank" ge­öff­ne­te Sei­ten Ein­falls­to­re für Phis­hin­gat­ta­cken sind [goo.gl/4F0R­ve]. Denn der Brow­ser ver­traut au­to­ma­tisch der neu ge­öff­ne­ten Sei­te, da sie von ei­ner ver­trau­ens­wür­di­gen Qu­el­le her­aus ge­öff­net wur­de. Um ei­ne sol­che Atta­cke un­mög­lich zu ma­chen, wur­de rel="no­o­pener" als neu­es At­tri­but stan­dar­di­siert. Es mar­kiert für den Brow­ser, dass das Link­ziel nicht zum ei­ge­nen Ver­trau­ens­be­reich ge­hört. Bis­lang wird die­se neue Tech­nik nur von Chro­me und Ope­ra un­ter­stützt. Sa­fa­ri könn­te bald nach­zie­hen. [goo.gl/ jm02ol]

FIGCAPTION ÜBE­R­ALL EIN­SETZ­BAR

In­hal­te in­ner­halb des Ele­ments figcaption er­läu­tern die In­for­ma­tio­nen ei­nes zu­ge­hö­ri­gen fi­gu­re-Ele­ments. Bis­lang gab es die Re­strik­ti­on, dass das figcaption-Ele­ment nur das ers­te oder letz­te Kind­ele­ment von fi­gu­re sein darf. Die­se Re­gel ist nun auf­ge­ho­ben: Die Plat­zie­rung ist egal.

LINKBEZIEHUNG

Noch in HTML 4.01 war das At­tri­but rev für Links be­kannt. In HTML5 wur­de es nicht auf­ge­nom­men. Dies wur­de nun kor­ri­giert. Das At­tri­but be­zeich­net die Be­zie­hung des Link­ziels zum ak­tu­el­len Do­ku­ment. Es ist da­mit das Ge­gen­teil zum At­tri­but rel. Dies be­zeich­net die Be­zie­hung des ak­tu­el­len Do­ku­ments zum ver­link­ten. Die­se Be­zie­hung wird mit ei­nem oder meh­re­ren Schlüs­sel­wör­tern aus­ge­drückt. Meh­re­re Schlüs­sel­wör­ter wer­den mit Le­er­zei­chen von­ein­an­der ge­trennt.

NEUE FOR­MU­LA­R­ELE­MEN­TE

Mit HTML5 wur­den zahl­rei­che neue For­mu­la­r­ele­men­te und At­tri­bu­te ein­ge­führt. Lei­der sind sie nicht in al­len Brow­sern kom­plett im­ple­men­tiert. Nun kom­men neue For­mu­la­r­ele­men­te hin­zu: das In­put-Ele­ment er­hält die neu­en At­tri­bu­te „week”, „month” und „da­te­time-lo­cal” (Abb. 4).

Bis­lang wer­den die neu­en Ty­pen von Chro­me, Edge, Ope­ra, dem mo­bi­len Chro­me und dem An­dro­id Brow­ser un­ter­stützt. Der mo­bi­le Sa­fa­ri hat sie nur ein­ge­schränkt im­ple­men­tiert. Der Desk­topSa­fa­ri über­haupt nicht. Fi­re­fox wird die neu­en For­mu­lar­fel­der in der na­hen Zu­kunft im­ple­men­tie­ren.

NEUE JA­VAS­CRIPT-APIS

HTML5 ist auch ei­ne gro­ße An­samm­lung von Ja­vaS­cript-APIs. Des­halb ver­wun­dert es nicht, dass sich in die­sem Be­reich eben­falls ei­ni­ges ge­tan hat.

Ani­ma­ti­ons­kon­trol­le mit Ja­vaS­cript: Mit re­ques­tA­ni­ma­ti­onFra­me() ha­ben Web­wor­ker ei­ne per­for­man­te Al­ter­na­ti­ve zu set­In­ter­val() und set­Time­out() be­kom­men [goo.gl/JZEX5d und goo.gl/XmLvzm]. Der IE un­ter­stützt die­se Tech­nik seit Ver­si­on 10, al­le an­de­ren Brow­ser tun dies schon seit vie­len Jah­ren. Es han­delt sich dem­nach nicht um ei­ne neue Tech­nik. Es hat al­ler­dings sehr lan­ge ge­dau­ert, bis sie of­fi­zi­ell spe­zi­fi­ziert wur­de.

Full­screen für iframes: Iframes er­hal­ten mit dem neu­en al­lo­w­full­screen-At­tri­but die Mög­lich­keit, bild­schirm­fül­lend an­ge­zeigt zu wer­den.

Youtube gibt den Em­bed-Co­de schon län­ger mit die­sem At­tri­but aus. Ent­fer­nen Sie das At­tri­but, funk­tio­niert die Voll­bild­an­sicht nicht. Das At­tri­but selbst ist al­ler­dings nur ein Mar­ker, da­mit Web­wor­ker mit­tels der Ja­vaS­cript-Me­tho­de re­ques­tFull­screen() die Voll­bild­an­sicht mit dem iframe ver­knüp­fen kön­nen. Spell­check: Recht­schreib- und Gram­ma­tik­prü­fung im Brow­ser ist ei­ne im­mer­wäh­ren­de Her­aus­for­de­rung. Zu­sätz­lich zum At­tri­but spell­check gibt es nun auch die Ja­vaS­cript-API ele­ment.forceS­pel­lCheck(). Wäh­rend das At­tri­but recht gut un­ter­stützt wird [goo.gl/Nal­rfA], hat die Ja­vaS­cript-Me­tho­de noch kein Brow­ser im­ple­men­tiert [goo.gl/ekQf­nO].

WAS WUR­DE ENT­FERNT?

Je­de neue Spe­zi­fi­ka­ti­on ist da­für ge­eig­net, al­te Zöp­fe ab­zu­schnei­den. Auch bei HTML 5.1 wer­den vor­he­ri­ge Tech­ni­ken als ob­so­let be­zeich­net. So er­geht es dem ap­pCa­che. Das W3C setzt statt­des­sen auf Ser­vice Wor­kers [goo.gl/i8Ep­bF].

Ein re­vo­lu­tio­nä­res High­light von HTML5 war die Idee, dass der Brow­ser die end­gül­ti­ge Über­schrif­ten­struk­tur aus der je­wei­li­gen Se­man­tik der Sei­te sel­ber er­rech­net. Der neue Out­li­ne-Al­go­rith­mus soll­te ei­ne Ver­schach­te­lung meh­re­rer Über­schrif­ten ers­ter Ord­nung in­ner­halb von Sec­tion- oder Ar­ti­cle-Ele­men­ten er­mög­li­chen [goo.gl/mmQw6R]. In der Theo­rie soll­ten dar­aus dann Über­schrif­ten ge­rin­ge­rer Ord­nung wer­den. Lei­der hat­te kein Brow­s­er­her­stel­ler den neu­en Out­li­ne-Mecha­nis­mus im­ple­men­tiert. Des­halb wur­de er aus dem Stan­dard ge­stri­chen [goo.gl/Et2zi7].

Das Sli­der-For­mu­la­r­ele­ment (<in­put ty­pe=”ran­ge”>) ver­liert die Op­ti­on, zwei Hand­ler gleich­zei­tig zu ha­ben. Da­mit hät­te man ei­ne Von-bis-Be­zie­hung er­stel­len kön­nen. Doch kein Brow­ser un­ter­stütz­te dies. Im Ge­gen­satz zu vie­len an­de­ren For­mu­la­r­ele­men­ten kön­nen Sie den Sli­der gut per CSS gestal­ten, wie vor al­lem Ana Tu­dor in vie­len Bei­spie­len ge­zeigt hat [goo.gl/mx­h2tN und goo. gl/W3hl9z].

FAZIT UND AUSBLICK

Das W3C hat spe­zi­fi­ziert, was schon län­ger ge­nutzt wer­den konn­te. Die je­wei­li­gen Tech­ni­ken sind nun of­fi­zi­ell. Be­son­ders be­mer­kens­wert ist dies bei den re­s­pon­siven Bil­dern. Die­se Tech­ni­ken wur­den aus der Com­mu­ni­ty ent­wi­ckelt, par­al­lel zur ei­gent­li­chen Wor­king Group. Die Grup­pe lös­te ein drän­gen­des Pro­blem, das in der Pra­xis auf­tauch­te.

Das W3C hat aus den Feh­lern der Ver­gan­gen­heit ge­lernt und ist of­fen ge­wor­den. Zu­dem re­agiert es schnell. Schon En­de 2017 soll die nächs­te Über­ar­bei­tung, HTML 5.2, ver­öf­fent­licht wer­den. Die der­zei­ti­ge Über­sicht an zur Diskussion ste­hen­den Er­gän­zun­gen und Strei­chun­gen liest sich nicht so span­nend wie die Än­de­run­gen in HTML 5.1 [goo.gl/zdKfpm]. Es ist al­ler­dings sehr be­ru­hi­gend, dass das W3C bei der Mo­der­ni­sie­rung von HTML nicht nach­lässt.

Jens Grocht­dreis ist frei­er Webent­wick­ler und Be­ra­ter und ar­bei­tet seit 1999 im und fürs Netz [grocht­dreis.de]. Er ist da­bei auf mo­der­ne Front­end­ent­wick­lung und Re­s­pon­sive Web­de­sign spe­zia­li­siert. Vor sei­ner Selb­stän­dig­keit (2009) ar­bei­te­te er zehn Jah­re in Agen­tu­ren, u.a. für ei­ne sehr gro­ße deut­sche Bank und ei­nen gro­ßen Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­bie­ter.

Abb. 1: Die neue Art, In­for­ma­tio­nen auf­zu­klap­pen. Und das oh­ne Ja­vaS­cript!

Abb. 2: Die mit­tels HTML er­gänz­ten In­hal­te des Kon­text­me­nüs

Abb. 3: Ein ver­schach­tel­tes Kontextmenü über ei­nem Bild

Abb. 4: Das da­te­time-Aus­klapp­wid­get in Chro­me auf dem Mac

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