TOOLS

Nütz­li­che Soft­ware im Agen­turall­tag

SCREENGUIDE - - Best Practices - TEXT: Mir­ko Lem­me

Web­wor­ker be­schäf­ti­gen sich nicht nur mit HTML & Co. Die Ar­beits­zeit wird auch in ho­hem Maß durch Dia­log und Kom­mu­ni­ka­ti­on be­stimmt. Stra­te­gi­en und Tools kön­nen Sie in die­sem Strom da­vor be­wah­ren, den Über­blick oder gar die Ner­ven zu ver­lie­ren.

Je­de Tä­tig­keit braucht ih­re Werk­zeu­ge. Bei der Ber­li­ner Agen­tur­fu­er­kran­ke­me­di­en sind das Tools für die ge­ord­ne­te Echt­zeit­kom­mu­ni­ka­ti­on, für Über­sicht über Pro­jek­te und Hilfs­mit­tel für ein bes­se­res ge­mein­sa­mes Ver­ständ­nis.

TEAM- UND KUN­DEN­KOM­MU­NI­KA­TI­ON

Für un­se­re Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Kun­den, Di­enst­leis­tern, Kol­le­gen und Mit­ar­bei­tern sind die­se Tools oft täg­lich im Ein­satz: Slack: Der In­stant-Mes­sen­ger aus San Fran­cis­co mau­ser­te sich in den letz­ten Jah­ren zum Lieb­ling zahl­rei­cher Web­wor- ker, die im Team an ei­nem oder meh­re­ren Pro­jek­ten ar­bei­ten [slack.com]. Zu Recht: Slack ver­eint The­men- und Te­a­m­or­ga­ni­sa­ti­on, die Ge­schwin­dig­keit ei­nes Chats und die Vor­tei­le di­rek­ten Da­ten­aus­tau­sches. Dia­lo­ge kön­nen eins zu eins oder in Grup­pen ge­führt, The­men seg­men­tiert, be­stimm­te Ant­wor­ten her­vor­ge­ho­ben wer­den. Dar­über hin­aus ver­steht Slack auch APIs zahl­rei­cher Bots und Apps, was die In­te­gra­ti­on an­de­rer Tools, wie zum Bei­spiel Trel­lo oder Za­pier, ver­ein­facht. Als Web­wor­ker im Team nut­zen wir Slack für den Aus­tausch von Ide­en, Diskussion von Ar­beits­schrit­ten und auch Small­talk und schät­zen da­bei die Mög­lich­keit, meh­re­re The­men und Pro­jek­te an ei­nem Ort struk­tu­riert be­ar­bei­ten zu kön­nen. Ge­ra­de wenn Te­am­mit­glie­der nicht ge­mein­sam an ei­nem Ort sit­zen, wird die­se Platt­form zum ge­mein­sa­men vir­tu­el­len Ar­beits­platz. Als Al­ter­na­ti­ve aus Deutsch­land lohnt es sich, St­ack­field im Au­ge zu be­hal­ten [st­ack­field.com]. Der An­bie­ter aus Mün­chen ar­bei­tet mit End-toEnd-Ver­schlüs­se­lung, und der Ser­ver­stand­ort ist Deutsch­land. Lei­der bie­tet die­ser bis­her noch kei­ne Apps an, doch dar­an wird mit Hoch­druck ge­ar­bei­tet. Wir ha­ben ihn auf je­den Fall auf un­se­rer Lis­te. Kan­ban-Bo­ards: Die Kan­banEnt­wick­lungs­me­tho­de er­freut sich un­ter Ent­wick­lern und Pro­jekt­ma­na­gern gro­ßer Be­liebt­heit. Ei­ne Kan­ban-Ta­fel grup­piert Auf­ga­ben in ver­schie­de­ne Ka­te­go­ri­en, häu­fig Zu­stän­de wie bei­spiels­wei­se „zu er­le­di­gen”, „in Ar­beit”, „er­le­digt”. Das funk­tio­niert ana­log mit Post-its oder auch digital mit Tools wie Trel­lo [trel­lo.com] oder Meis­terTask [meis­tertask.com/de]. Bei­de Werk­zeu­ge funk­tio­nie­ren na­tur­ge­mäß orts­un­ab­hän­gig

und bie­ten dar­über hin­aus Mög­lich­kei­ten, Auf­ga­ben be­stimm­ten Per­so­nen zu­zu­ord­nen, zu kom­men­tie­ren, direkt am Pro­blem zu dis­ku­tie­ren oder Da­tei­en hin­zu­zu­fü­gen. Meis­terTask glänzt mit durch­dach­ter Ober­flä­che und kann Ab­hän­gig­kei­ten zwi­schen Auf­ga­ben ab­bil­den, Trel­lo hin­ge­gen ge­nießt ei­nen hö­he­ren Be­kannt­heits­grad. In der Pra­xis nut­zen wir die­se Werk­zeu­ge, um im Team den Über­blick zu be­hal­ten und ver­ständ­li­che Ar­beits­auf­trä­ge zu for­mu­lie­ren, die gleich­zei­tig die Do­ku­men­ta­ti­on des Vor­gangs wer­den. Auch Kun­den ist Trel­lo mitt­ler­wei­le ein Be­griff und eig­net sich dort als un­kom­pli­zier­tes Ti­cket-Sys­tem. Bild und Ton: Schrift­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on kann an Gren­zen sto­ßen. Was bes­ser schnel­ler vis-à-vis ge­klärt ist, er­le­di­gen wir per Sky­pe [sky­pe.com/de] oder Goog­le Han­gout [han­gouts.goog­le.com]. Letz­te­rer Ser­vice hat den Vorteil, be­reits per Plu­gin im Chro­me-Brow­ser zu funk­tio­nie­ren, wei­te­re Vor­aus­set­zung ist nur ein Goo­gleAc­count. Sky­pe be­nö­tigt ei­nen ei­ge­nen Cli­ent. Der größ­te Un­ter­schied be­steht aber im Kon­zept: Wäh­rend Sky­pe sich an der Te­le­fo­nie ori­en­tiert und Nut­zer an­de­re Nut­zer an­ru­fen kön­nen, denkt Goog­le Han­gout in „Räu­men”, die je­der be­tre­ten oder ver­las­sen kann, der die Adres­se kennt. Ge­ra­de für den Aus­tausch mit mehr als zwei Per­so­nen ein merk­li­cher Un­ter­schied. Wer Wert auf sei­ne Pri­vat­sphä­re legt, soll­te sich den ab­hör­si­che­ren Di­enst Spreed.ME aus Stutt­gart an­se­hen [spreed.me]. Ein be­son­de­rer Kan­di­dat in Sa­chen nicht schrift­li­chen Aus­tau­sches ist Clou­dApp [get­cloudapp.com]. Das Tool bie­tet ei­ne Ge­samt­lö­sung für Screen­shots, Bild­schirm­vi­de­os und zu­sätz­lich ein­ge­füg­te An­mer­kun­gen. Sie kön­nen Clou­dApp iso­liert nut­zen oder in an­de­re Tools wie Trel­lo oder Zen­desk in­te­grie­ren. Zei­ter­fas­sung: Ob per­sön­lich, für den Kun­den oder die Fir­ma: Be­vor ei­ne Zei­le Co­de ge­schrie­ben wird, star­tet ein Klick den Ti­me­tra­cker. Toggl leis­tet da­bei ei­nen gu­ten Di­enst so­wohl für klei­ne Pro­jek­te als auch grö­ße­re Teams [toggl.com]. Der On­li­ne-Di­enst stellt Wid­gets und Apps für Desk­top-Com­pu­ter und Mo­bil­ge­rä­te be­reit und bie­tet aus­führ­li­che Re­ports, die für uns dank­ba­re Grund­la­ge für Abrech­nun­gen und im Um­kehr­schluss auch Kal­ku­la­tio­nen und Res­sour­cen­pla­nung sind.

E-MAIL-MA­NAGE­MENT

Die mitt­ler­wei­le mehr als 20 Jah­re al­te E-Mail ist für vie­le Di­enst­leis­ter und Kun­den viel­leicht das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tool schlecht­hin. Als kleins­ter ge­mein­sa­mer Nen­ner der Er­reich­bar­keit – nach dem Te­le­fon – ist die­ser Ka­nal oft der prag­ma­tischs­te. Weil die­ses Me­di­um al­so so schnell nicht weg­zu­den­ken ist, lohnt sich hier ei­ne cle­ve­re Op­ti­mie­rung, die durch Di­enst­leis­ter, spe­zi­el­le Mail­cli­ents und Er­wei­te­run­gen be­reit­ge­stellt wird. Die­se Werk­zeu­ge sind oft un­ter­schied­lich aus­ge­prägt und eng an das je­wei­li­ge Sys­tem ge­kop­pelt. Für die meis­ten Ein­zel­platz-An­sprü­che bringt App­le Mail be­reits die wich­tigs­ten Gr­und­funk­tio­nen mit, die vie­le durch das Add-on Mail­but­ler aus­bau­en [mail­but­ler.io/de]. Da­durch er­hal­ten wir Zu­griff auf ei­ne Rei­he wert­vol­ler Funk­tio­nen: Zeit­ver­setz­tes sen­den: EMails kön­nen in Ru­he vor­be­rei­tet und erst zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt ver­sen­det wer­den. Wir tun das in der Re­gel dann, wenn wir selbst wie­der be­reit für den Dia­log sind oder dem Ge­gen­über zeit­lich ent­ge­gen­kom­men kön­nen. E-Mails zu­rück­zie­hen: Ein­mal ab­ge­sen­de­te E-Mails las­sen sich nicht zu­rück­ho­len. Ein klei­nes Zeit­fens­ter zum Stop­pen des Ver­sands kommt der Idee aber na­he. Das kann hilf­reich sein, soll­te sich kurz nach dem Klick auf „Sen­den” ei­ne neue Er­kennt­nis ein­stel­len, wel­che die E-Mail ob­so­let oder miss­ver­ständ­lich macht. Tracking: Hat mein Ge­gen­über ei­ne wich­ti­ge E-Mail er­hal­ten oder gar ge­öff­net? Was sonst nur dem E-Mail-Mar­ke­ting vor­be­hal­ten war, lässt sich nun auch mit E-Mail-Cli­ents lö­sen. Die Zu­ver­läs­sig­keit die­ser Tech­nik hält sich zwar in Gren­zen, kann aber zu­wei­len wert­vol­le In­for­ma­tio­nen lie­fern. Kon­tak­te au­to­ma­tisch er­gän­zen: In Si­gna­tu­ren und E-MailHe­a­dern ver­ste­cken sich oft

wert­vol­le Kon­tak­t­in­for­ma­tio­nen un­se­rer Dia­log­part­ner. Mo­der­ne Be­triebs­sys­te­me bie­ten von sich aus be­reits ei­ne Ein-Klick-Lö­sung an, um die­se In­for­ma­tio­nen in das ei­ge­ne Adress­buch zu über­tra­gen. Zu­sam­men mit Cloud­lö­sun­gen kön­nen wir so direkt er­ken­nen, wenn ein Kun­de an­ruft, mit dem wir zu­vor nur per E-Mail kom­mu­ni­ziert hat­ten. Man­che Tools wie bei­spiels­wei­se Ful­lCon­tact ge­hen so­gar noch ein Stück wei­ter und bie­ten ei­nen au­to­ma­ti­schen Ab­gleich mit öf­fent­li­chen Pro­fi­len in So­ci­al Net­works [ful­lcon­tact.com]. An­hän­ge aus­la­gern: Mitt­ler­wei­le hat sich her­um­ge­spro­chen, dass gro­ße An­hän­ge nicht in ei­ne E-Mail ge­hö­ren und in die Cloud aus­ge­la­gert wer­den soll­ten. Mail­but­ler über­nimmt den au­to­ma­ti­schen Upload in un­se­re OwnC­loud [ownc­loud.org] und fügt den Down­load-Link in die E-Mail ein. Auch der ei­ge­ne SFTP-Ser­ver oder Di­ens­te wie Drop­box wer­den un­ter­stützt. Si­cher­heit: Nicht Teil von Mail­but­ler, aber ei­ne zu­neh­mend in­ter­es­san­te Idee ist die Ver­schlüs­se­lung von E-Mail-In­hal­ten, et­wa über Pret­ty Good Pri­va­cy (PGP). Der Emp­fän­ger muss die­se Technologie na­tür­lich eben­falls nut­zen. Ein Wer­muts­trop­fen ist die noch spär­li­che Ver­brei­tung, auch wenn es schon Kun­den ge­ge­ben hat, die nach ei­nem PGP-Schlüs­sel frag­ten. Da­bei ist die In­stal­la­ti­on per Gp­g4win (Win­dows, gp­g4win.de) oder per GPGSui­te (Mac, gpg­tools.org) sehr ein­stei­ger­freund­lich. Ein Hin­weis auf die­se Op­ti­on im Fuß der E-Mail lässt aber man­che Emp­fän­ger auf­hor­chen. Es lohnt sich, neue E-Mail-Cli­ents und spe­zi­el­le Add-ons zu tes­ten. Der Markt ist viel­sei­tig und bie­tet für die meis­ten An­wen­dungs­fäl­le Lö­sun­gen. Das kön­nen All-in-one-Pro­duk­te wie Air­mail [air­mai­lapp.com] sein oder auch der all­seits be­lieb­te Thun­der­bird [mo­zil­la. org/de/thun­der­bird], mit ei­ni­gen Add-ons wie Thun­der­bird Con­ver­sa­ti­ons [goo.gl/xct­l2h] und Drop­box for Fi­le­link [goo. gl/38NM4Y]. Mi­cro­soft Out­look bie­tet eben­falls Er­wei­te­run­gen wie Boo­me­rang, die den Cli­ent um vie­le der oben ge­nann­ten Funk­tio­nen an­rei­chern [boo­me­ran­gout­look. com]. Das so­wohl für Mac als auch Win­dows er­hält­li­che Ny­las Mail ver­spricht ei­ne bes­se­re UX als die Stan­dar­dC­li­ents und bie­tet so­gar ei­ne do­ku­men­tier­te API für ei­ge­ne Ide­en [ny­las.com].

E-MAILS IM TEAM UND MIT KUN­DEN

Im Agen­tur-Team tei­len wir uns ei­ne In­box: Durch den ge­mein­sa­men Postein­gang las­sen sich Nach­rich­ten den zu­stän­di­gen Kol­le­gen zu­wei­sen. So müs­sen Te­am­mit­glie­der nur die Nach­rich­ten be­ar­bei­ten, die in ih­ren Zu­stän­dig­keits­be­reich fal­len. Nach au­ßen tre­ten wir mit all­ge­mei­nen E-Mail-Adres­sen in Er­schei­nung, als Ab­sen­der er­scheint ab­hän­gig von der spe­zi­fi­schen Mail­box wahl­wei­se der Na­me des Te­am­mit­glieds (bei der all­ge­mei­nen Pro­jekt­kom­mu­ni­ka­ti­on) oder der Fir­men- be­zie­hungs­wei­se Te­am­na­me (bei der Rech­nungs­stel­lung oder dem tech­ni­schen Sup­port). Ins­be­son­de­re für um­fang­rei­che Pro­jek­te kann ei­ne sol­che Lö­sung auch den Kom­fort für Kun­den stei­gern, da es für die Pro­jekt­kom­mu­ni­ka­ti­on nur ei­ne Adres­se gibt. Der Kun­de wird da­von be­freit, zu ent­schei­den, wer im Team der rich­ti­ge An­sprech­part­ner ist, und be­kommt trotz­dem ei­ne schnel­le Ant­wort von der zu­stän­di­gen Per­son. Im Team spa­ren wir uns die Kon­trol­le, ob al­le re­le­van­ten Kol­le­gen die E-Mail in Ko­pie er­hal­ten ha­ben, und nicht je­der im Team muss be­reits Er­le­dig­tes in sei­nem Ac­count weg­sor­tie­ren. Das spart Zeit und er­höht die Über­sicht. Und soll­te mal ein Te­am­mit­glied krank wer­den, ha­ben al­le an­de­ren Ein­blick in den kom­plet­ten Nach­rich­ten­strang. In den An­fän­gen nutz­ten wir da­für ei­nen IMAP-Ac­count, auf den meh­re­re Nut­zer Zu­griff ha­ben. Die Zu­wei­sung der E-Mails ge­schah hier prag­ma­tisch über ei­nen Ord­ner pro Te­am­mit­glied. Mit ei­nem grö­ßer wer­den­den Team al­ler­dings wur­den Sys­te­me at­trak­ti­ver, die nicht über die E-Mail-In­fra­struk­tur de­fi­niert, son­dern durch sie ergänzt wer­den. Da­zu eig­nen sich Help­desk-Sys­te­me, die vie­le aus dem Kun­den­sup­port ken­nen. So bie­tet uns heu­te Groo­veHQ ne­ben ei­nem Web­in­ter­face ei­ne E-Mail-In­te­gra­ti­on, die un­ter an­de­rem Goo­veHQ-Nach­rich­ten von Kun­den direkt als E-Mail an das Team ver­sen­det [groo­vehq.com]. Aus dem Mail­pro­gramm her­aus kön­nen wir ant­wor­ten, die Nach­richt ei­nem Te­am­mit­glied zu­wei­sen oder als er­le­digt mar­kie­ren. Die An­zahl der ver­füg­ba­ren Lö­sun­gen wächst ste­tig, wo­bei sich Leis­tungs­um­fang und Kom­ple­xi­tät stark un­ter­schei­den. Hier gilt es im­mer, den je nach An­for­de­rung ge­eig­ne­ten Kan­di­da­ten zu fin­den. Wer et­wa im Team G Sui­te von Goog­le nutzt, kann den nor­ma­len Postein­gang mit Ke­eping naht­los zu ei­nem Help­desk er­wei­tern [ke­eping.com]. Wei­te­re Lö­sun­gen, die sich auch für klei­ne Teams eig­nen, sind Hel­pS­cout [hel­ps­cout.net] und Fresh­desk [fresh­desk.de], die zu­dem gu­te Apps für Smart­pho­nes und Ta­blets an­bie­ten. Au­ßer­dem be­herrscht fast je­de die­ser Lö­sun­gen nicht nur E-Mails, son­dern auch die Kun­den­kom­mu­ni­ka­ti­on über So­zia­le Ka­nä­le und das Ma­nage­ment te­le­fo­ni­scher Kon­tak­te. So be­hal­ten Sie den Über­blick über Ih­re Kor­re­spon­denz, egal über wel­chen Ka­nal.

SOFT-SKILLS: KONZEPTE UND STRA­TE­GI­EN

Nicht al­le Best Practices sind Soft­ware und Tools. Ein Groß­teil be­währ­ter Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ab­läu­fe lässt sich auf die ei­ge­ne Stra­te­gie und Dia­log­po­li­tik zu­rück­füh­ren. Ant­wort­zeit und Wahl des Ka­nals: Mo­der­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le brin­gen vie­le Men­schen in nicht en­den wol­len­de Dia­log-Schlei­fen, in

de­nen hoch­fre­quen­ter Aus­tausch an der Ta­ges­ord­nung ist. Wenn ein E-Mail-Dia­log droht, zu ei­nem Cha­t­raumGe­spräch zu wer­den, bei dem auch noch ei­ni­ge (B)CC-Emp­fän­ger in­vol­viert sind, zerrt das an den Ner­ven und kos­tet un­nö­tig Zeit. Ein Lö­sungs­an­satz: Durch­at­men, neu be­wer­ten, die Zeit für Qua­li­tät statt hö­he­re Ge­schwin­dig­keit nut­zen. Wer stets schnell und kurz auf E-Mails ant­wor­tet, er­hält schnel­le, kur­ze und nur be­dingt brauch­ba­re Rück­mel­dun­gen. Ei­ni­ge selbst­ge­stell­te Fra­gen hel­fen uns seit je­her da­bei, ei­nen ge­eig­ne­ten Weg zu fin­den: • Muss ich mich jetzt so­fort

mit die­sem The­ma be­fas­sen? • Ist ei­ne schnel­le Ant­wort wich­tig? Ist das The­ma drin­gend oder nur drin­gend trans­por­tiert? • Ha­be ich al­le In­for­ma­tio­nen

für ei­ne ad­äqua­te Re­ak­ti­on? • Kom­men viel­leicht noch wei­te­re E-Mails, die mei­ne Per­spek­ti­ve er­gän­zen und mei­ne Re­ak­ti­on ver­bes­sern? • Ist ei­ne E-Mail das rich­ti­ge Mit­tel der Wahl? Soll­te ich bes­ser te­le­fo­nie­ren oder das per­sön­li­che Ge­spräch su­chen? • Kann ich das Ver­fas­sen ei­ner Ant­wort sinn­voll de­le­gie­ren oder au­to­ma­ti­sie­ren? • Müs­sen al­le bis­he­ri­gen Emp­fän­ger in den wei­te­ren Dia­log in­vol­viert sein? • Wel­che Bot­schaft sen­de ich, wenn ich jetzt und in die­ser Form ant­wor­te? Als Di­enst­leis­ter stel­len wir die Qua­li­tät der Ant­wort über die Re­ak­ti­ons­schnel­lig­keit – ei­ne über­leg­te und durch­struk­tu­rier­te Dia­log­kul­tur ist wert­vol­ler als ei­ne ge­hetz­te. Der Ton macht die Mu­sik: Ins­be­son­de­re weil es kei­nen di­rek­ten Ge­gen­über beim Schrei­ben ei­ner E-Mail gibt, ver­grei­fen sich auch Mit­ar­bei­ter, Part­ner oder Kun­den manch­mal im Ton­fall. Egal ob An­grif­fe zwi­schen den Zei­len oder ge­schrie­be­ne Wor­te, die sich Ihr Ge­gen­über ver­mut­lich nie ge­traut hät­te, Ih­nen direkt ins Ge­sicht zu sa­gen: Ma­chen Sie auf gar kei­nen Fall den Feh­ler, im Af­fekt zu­rück­zu­feu­ern. Ein schrift­li­cher Schlag­ab­tausch geht ga­ran­tiert nach hin­ten los. Las­sen Sie den ers­ten Är­ger ver­ge­hen und ant­wor­ten Sie ru­hig, sach­lich und lö­sungs­ori­en­tiert. Falls ei­nem Kon­flikt so nicht bei­zu­kom­men ist, grei­fen Sie lie­ber zum Te­le­fon oder Vi­deochat. Oder falls mög­lich, ver­ein­ba­ren Sie ein per­sön­li­ches Tref­fen.

AUTOMATISIERUNG VON ABLÄUFEN

Bei re­gel­mä­ßig wie­der­keh­ren­den Auf­ga­ben im Web­wor­kerAll­tag han­delt es sich oft um klein­tei­li­ge Din­ge, die für die Ar­beit zwar un­er­läss­lich sind, für die wir aber viel kost­ba­re Zeit auf­brin­gen müs­sen. Hier tut uns ei­ne cle­ve­re Automatisierung ei­nen gro­ßen Ge­fal­len. Die Mög­lich­kei­ten sind zahl­reich – so­lan­ge es mög­lich ist, ei­nen Ablauf als ei­ne ge­ne­rel­le Ab­fol­ge von Re­geln zu for­mu­lie­ren, ist er au­to­ma­ti­sier­bar. Wir ver­wen­den es bei­spiels­wei­se für die­se Fäl­le: • Er­hal­ten wir Da­tei­en per EMail, wer­den die An­hän­ge im Kun­den­ord­ner in un­se­rer Drop­box ab­ge­legt, da­mit je­der im Team schnel­len Zu­griff dar­auf hat. • Ähn­lich ge­hen wir für die meis­ten Ser­vices vor, für die wir mo­nat­lich ei­ne Abrech­nung per E-Mail er­hal­ten. Die­se wer­den in Goog­le Dri­ve ar­chi­viert und chro­no­lo­gisch in ei­ner Goo­gleTa­bel­le ver­zeich­net, um die Buch­hal­tung zu er­leich­tern. • In ei­nem re­gel­mä­ßi­gen Tur­nus wer­den wie­der­keh­ren­de Auf­ga­ben in Trel­lo oder Meis­terTask an­ge­legt, und das Team wird per Slack dar­über in­for­miert. • Wird ei­ne Link-Emp­feh­lung in ei­nem be­stimm­ten SlackKa­nal ge­teilt, wird die­ser an­hand der hin­zu­ge­füg­ten Schlag­wor­te für das schnel­le Auf­fin­den in ei­ner Da­ten­bank ar­chi­viert. Der Fan­ta­sie sind kaum Gren­zen ge­setzt, und wir kön­nen die Ab­läu­fe stets auf un­se­re per­sön­li­chen Be­dürf­nis­se ab­stim­men – und das auch oh­ne Pro­gram­mier­kennt­nis­se. Es gibt Di­enst­leis­ter/Tools, mit de­ren Hil­fe Sie sich sol­che oder weit­aus kom­ple­xe­re Ab­läu­fe über ei­ne gra­fi­sche Ober­flä­che er­stel­len kön­nen. Zwei be­lieb­te Ver­tre­ter in die­sem Feld sind „If This Then That”, oder kurz: IFTTT [ifttt. com], und Za­pier [za­pier.com], die bei­de nach dem glei­chen Prin­zip funk­tio­nie­ren: Ein Er­eig­nis löst ei­ne Ak­ti­on aus. Die Un­ter­schie­de zwi­schen den bei­den An­bie­tern lie­gen im De­tail: IFTTT be­schränkt sich auf ein­fa­che Ab­fol­gen mit je ei­nem Er­eig­nis-Ak­ti­ons-Paar, wäh­rend Za­pier auf­grund ei­nes Er­eig­nis­ses ei­ne be­lie­bi­ge lan­ge Fol­ge an Ak­tio­nen ab­ar­bei­ten kann, wo­bei nach­fol­gen­de Ak­tio­nen je­weils mit den Er­geb­nis­sen von al­len vor­he­ri­gen Schrit­ten ope­rie­ren kön­nen. Wäh­rend Za­pier mit sei­ner Un­ter­stüt­zung von über 750 Di­ens­ten auch ei­ni­ge Exo­ten be­dient, fällt die Aus­wahl bei IFTTT mit et­was über 250 Di­ens­ten zwar klei­ner aus, da­für wer­den aber vie­le wich­ti­ge In­ter­net-of-Things­und Smart-Ho­me-Ge­rä­te un­ter­stützt, dar­un­ter Lam­pen, Au­tos, Ther­mo­sta­te, Fit­ness­arm­bän­der und Sen­so­ren.

Abb. 1: Ei­ne Kan­ban-Ta­fel mit Meis­tertask

Abb. 2: Zeit­ver­setz­tes Ab­sen­den von E-Mails mit der App­le-Mail-Er­wei­te­rung Mail­but­ler

Abb. 3: Groo­veHQ bie­tet im auf­ge­räum­ten Web­in­ter­face team­ori­en­tier­te Ar­beits­um­ge­bun­gen

Mir­ko Lem­me ist Front­end-Ent­wick­ler bei der agen­tur­fu­er­kran­ke­me­di­en Gm­bH in Ber­lin [agen­tur­fu­er­kran­ke­me­di­en.de] und da­ne­ben, wenn es die Zeit zu­lässt, noch als Fre­e­lan­cer un­ter­wegs [mi­le­on.net]. Der pas­sio­nier­te Mu­si­ker mag au­ßer­dem Vi­deo­spie­le, Dou­glas A

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