Ganz an­ders als die an­de­ren

SCREENGUIDE - - Inneres - TEXT: Ste­fan Scha­sche

Vor­ge­stellt: Das Mi­cro­soft Sur­face Stu­dio

Seit dem Pro­dukt­launch En­de 2016 war das Sur­face Stu­dio von Mi­cro­soft aus­schließ­lich in den USA, Ka­na­da, Aus­tra­li­en und Neu­see­land er­hält­lich. Nun kön­nen Sie es auch in Deutsch­land er­wer­ben. Beim ers­ten All-in-one-PC von Mi­cro­soft ist vie­les an­ders als bei der Kon­kur­renz, was be­son­ders ei­ne Be­rufs­grup­pe er­freu­en dürf­te.

Hard­ware aus dem Hau­se Mi­cro­soft ist bei­lei­be kein voll­kom­men neu­es Phä­no­men. Tat­säch­lich kam be­reits 1982 ei­ne Com­pu­ter­maus des Her­stel­lers auf den Markt. Mit der Spie­le­kon­so­le Xbox mit dem Er­ken­nungs­zu­satz Kinect und der VR-Bril­le Ho­loLens hat Mi­cro­soft auch sehr tren­di­ge Ge­rä­te im An­ge­bot. Den ers­ten ei­ge­nen Rech­ner prä­sen­tier­te das Un­ter­neh­men vor fast genau fünf Jah­ren, als das ers­te Sur­face er­schien, ein Hy­brid-Ta­blet mit an­heft­ba­rer Tas­ta­tur. Wei­te­re Sur­face-Ge­rä­te folg­ten in Form von Det­acha­bles oder rein­ras­si­gen Note­books. Und nun al­so hat Mi­cro­soft sei­ne Sur­face-Rei­he um den ers­ten PC er­wei­tert.

AR­BEI­TEN WIE AUF EI­NEM ZEICHENBRETT

PCs gibt es vie­le, da­her ma­chen wir et­was voll­kom­men an­de­res. Die­ses oder et­was Ähn­li­ches dürf­ten sich die Mi­cro­soft-Ent­wick­ler ge­dacht ha­ben, als die Pla­nung für das Sur­face Stu­dio be­gann. Her­aus­ge­kom­men ist in der Tat ein Rech­ner, der sich in ei­ni­gen Punk­ten doch recht deut­lich von der Kon­kur­renz un­ter­schei­det. Denn wäh­rend es je­de Men­ge All-in-ones mit rie­si­gem Dis­play und reich­lich Re­chen­power gibt, ist kei­ner da­von so kon­se­quent auf die Nut­zung mit Stift und Touch aus­ge­rich­tet. Bei­de Ein­ga­be­me­tho­den sind selbst­ver­ständ­lich auch bei an­de­ren All-in-ones an­wend­bar – doch lässt sich dort das Dis­play zwar meist ein we­nig nei­gen, aber nicht na­he­zu voll­kom­men in die Waa­ge­rech­te brin­gen. Genau das ist je­doch beim Sur­face Stu­dio mög­lich, und vor al­lem auch Pro­gramm: Wer mit dem Stift oder per Touch Gra­fi­ken er­stel­len oder be­ar­bei­ten möch­te, der kann das meist we­sent­lich ef­fi­zi­en­ter tun, wenn das Dis­play wie ein gi­gan­ti­sches Ta­blet vor ihm liegt. Der 20-Grad-Win­kel ist iden­tisch mit dem ei­nes klas­si­schen Zei­chen­bretts und eig­net sich op­ti­mal für das Abb. 1: Dank zahl­rei­cher An­schlüs­se ist das Sur­face Stu­dio sehr kon­tak­freu­dig. Ne­ben Et­her­net, Kar­ten­le­ser und Mi­ni Dis­play­Port sind vier USB-3.0An­schlüs­se an Bord.

di­gi­ta­le Zeich­nen und De­si­gnen. Gra­fi­ker oder Il­lus­tra­to­ren ar­bei­ten nun al­so auch im di­gi­ta­len Um­feld ent­spann­ter. Zu­gleich kann sich der An­wen­der auf die Ar­beits­flä­che leh­nen, was bei län­ge­ren Ar­beits­zei­ten für noch mehr Er­leich­te­rung sor­gen soll. All das wird durch den sta­bi­len und schwe­ren Stand­fuss so­wie die ei­gens für das Sur­face Stu­dio ent­wi­ckel­ten Schar­nie­re ge­währ­leis­tet. Letz­te­re er­mög­li­chen es, den Nei­gungs­win­kel flüs­sig und mit ei­ner Hand na­he­zu oh­ne Kraft­auf­wand zu än­dern, gleich­zei­tig bleibt der gro­ße 18-Zoll-Bild­schirm sta­bil in der je­weils aus­ge­wähl­ten Po­si­ti­on. Wäh­rend Tas­ta­tur, Sur­face Pen und Maus zum Lie­fer­um­fang des Sur­face Stu­dio ge­hö­ren, lässt sich das Sur­face Di­al op­tio­nal er­wer­ben. Hier­bei han­delt es sich um ein klei­nes, ei­nem Eis­ho­ckeypuck äh­neln­des Drehrad, das auf das Dis­play ge­setzt wird und ein sehr fein jus­tier­tes Ar­bei­ten er­mög­licht. Gleich­zei­tig kön­nen De­si­gner da­durch we­sent­lich schnel­ler auf Werk­zeu­ge, Far­ben oder Be­dien­ele­men­te per Dreh­be­we­gung zu­grei­fen, als die­ses per Maus und Me­nüs bis­lang der Fall war. Der Sur­face Pen ist üb­ri­gens ma­gne­tisch und lässt sich am Ge­häu­se­rand an­hef­ten, wo­durch er im even­tu­ell vor­han­de­nen Durch­ein­an­der auf dem Schreib­tisch nicht ver­lo­ren geht. Das Sur­face Stu­dio ist in drei Ver­sio­nen er­hält­lich. Al­len ge­mein­sam ist das 28-Zoll-Pi­xelSen­se-Dis­play mit ei­ner Auf­lö­sung von 4.500 x 3.000 Pi­xeln und 192 DPI. Der Bild­schirm un­ter­stützt so­wohl das tra­di­tio­nel­le sRGB-Farb­spek­trum als auch das von der Film­in­dus­trie für die di­gi­ta­le Film­pro­jek­ti­on ent­wi­ckel­te DCI-P3. WLAN ist in­te­griert, auch die in Ab­bil­dung 1 be­schrie­be­nen An­schlüs­se sind bei al­len Aus­stat­tungs­va­ri­an­ten iden­tisch. Mi­cro­soft hat ins Ge­häu­se zwei Ka­me­ras in­te­griert. Ei­ne lie­fert 5.0 MP und er­laubt die Auf­nah­me von HD-Vi­de­os bis zu 1080p. Die an­de­re ist ei­ne Win­dows-Hel­lo Ka­me­ra, die das Ge­sicht des Nut­zers er­kennt und das Ein­log­gen per Ge­sichts­er­ken­nung er­mög­licht. Die Un­ter­schie­de be­gin­nen bei der üb­ri­gen Hard­ware-Austat­tung wie Pro­zes­sor, Gra­fik­kar­te oder Fest­plat­ten. So ar­bei­ten im Ein­stiegs­mo­dell ein Co­re-i5-Pro­zes­sor, ei­ne Ge­force-GTX965M-Gra­fik­kar­te so­wie ei­ne Hy­brid­plat­te mit ei­nem TB Ka­pa­zi­tät und ei­ner SSD mit 64 GB. Bei den bei­den an­de­ren Mo­del­len kom­men schnel­le­re i7-Pro­zes­so­ren, ei­ne GTX980MGra­fik­kar­te so­wie Hy­brid­plat­ten mit 128 GB SSD so­wie 2 TB HDD-Ka­pa­zi­tät zum Ein­satz. Die Prei­se für ein Sur­face Stu­dio be­gin­nen bei 3.549 Eu­ro und en­den bei 4.999 Eu­ro. Das oben be­schrie­be­ne Sur­face Di­al, das üb­ri­gens auch mit ei­nem Sur­face Pro oder Sur­face Book kom­pa­ti­bel ist, kann se­pa­rat zum Preis von 109,99 Eu­ro er­wor­ben wer­den.

Kom­men­tie­ren: screen­gui.de/36/sur­face-stu­dio

Ste­fan Scha­sche ist lang­jäh­ri­ger Re­dak­teur, Au­tor und Pro­jekt­lei­ter bei Fach­zeit­schrif­ten wie PCgo, PC Ma­ga­zin, Screenguide, PC Welt, Con­nec­ted Ho­me oder In­ter­net Ma­ga­zin. Wei­ter­hin schreibt er für Pro­jek­te des Ver­la­ges Wer­ben & Ver­kau­fen.

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