ANGRIFFE AUF DIE CO­INS

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Gül­tig­keit ei­nes Blocks ab. Um Ma­ni­pu­la­tio­nen zu ver­mei­den, soll das laut Kon­zept der Ripp­le-Ma­cher nur funk­tio­nie­ren, wenn ei­ne aus­rei­chen­de Zahl von Ver­knüp­fun­gen vor­han­den ist. Ein wei­te­res Bei­spiel aus den Top-Wäh­run­gen ist Li­te­co­in, bis Re­dak­ti­ons­schluss auf Platz 5 bei der Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung. Li­te­co­in ist tech­nisch ge­se­hen fast iden­tisch zu Bit­co­in. Das Sys­tem ar­bei­tet aber schnel­ler als Bit­co­in. An­ge­strebt wird, dass ein neu­er Block mit Trans­ak­tio­nen in­ner­halb von 2,5 Mi­nu­ten fer­tig­ge­stellt ist. Bei Bit­co­in sind es 10 Mi­nu­ten. Ein wei­te­rer Un­ter­schied ist, dass die Li­te­co­in-Wäh­rung auf 84 Mil­lio­nen Li­te­co­ins be­schränkt wur­de, genau vier­mal so viel wie bei Bit­co­in. Li­te­co­in nutzt schon heu­te die Se­g­re­ga­ted-Wit­ness-Tech­nik (se­pa­ra­te Zeu­gen), in de­nen ein Teil der Trans­ak­ti­ons­da­ten, der der Au­then­ti­fi­zie­rung der Teil­neh­mer dient, aus dem Trans­ak­ti­ons-Block her­aus­ge­nom­men wird. Da­durch kann Li­te­co­in mehr Trans­ak­tio­nen in ei­nem Block be­ar­bei­ten und ei­ne Tech­nik na­mens Light­ning Net­work nut­zen. Mit Light­ning Net­work kön­nen sich zwei Be­nut­zer Geld über­wei­sen, oh­ne dass die Ein­zel­t­rans­ak­ti­on so­fort in die Block­chain auf­ge­nom­men wird. Das ver­rin­gert die Trans­ak­ti­ons­zei­ten, so­dass Ge­schäf­te schnel­ler ab­ge­wi­ckelt wer­den kön­nen. Zu er­wäh­nen wä­re in die­sem Zu­sam­men­hang noch ZCash, zu Re­dak­ti­ons­schluss auf Platz 17, ein Sys­tem, dass das an­ony­me Be­zah­len er­mög­li­chen soll. Bit­co­in ist durch sei­nen of­fe­nen Led­ger nicht wirk­lich an­onym, da Sie theo­re­tisch die Teil­neh­mer über die öf­fent­lich statt­fin­den­den Trans­ak­tio­nen er­mit­teln könn­ten. ZCash hin­ge­gen ver­schlüs­selt auf Wunsch des An­wen­ders Emp­fän­ger und Be­trag von Trans­ak­tio­nen. Geld zieht kri­mi­nel­le Ele­men­te an. Des­halb sind die di­gi­ta­len Wäh­run­gen nicht von spek­ta­ku­lä­ren Co­in-Dieb­stäh­len ver­schont ge­blie­ben. 2014 mel­de­te die Bit­co­in-Bör­se Mt. Gox Kon­kurs an. Laut ei­ge­nen An­ga­ben hat­te der Markt­platz 750.000 Bit­co­ins von Kun­den und 100.000 ei­ge­ne Bit­co­ins ver­lo­ren [goo.gl/az­j16Z]. Das wa­ren da­mals um­ge­rech­net über 60 Mil­lio­nen Dol­lar. Spä­ter tauch­te ei­ne al­te, ver­lo­ren ge­glaub­te Bit­co­in-Wal­let auf, die den Scha­den auf rund 650.000 Bit­co­ins ver­rin­ger­te. Auch der Nach­fol­ger Bit­finex blieb nicht ver­schont. Bei ei­nem An­griff 2016 wur­den rund 120.000 Bit­co­ins im Wert von 72 Mil­lio­nen Dol­lar er­beu­tet [goo.gl/7uuHFc]. Die Platt­form Et­he­re­um wur­de eben­falls Op­fer ei­nes Ha­ckerAn­griffs, wenn auch nur in­di­rekt. Durch ei­nen Feh­ler in der Soft­ware der au­to­ma­ti­sier­ten Ka­pi­tal­an­la­ge­fir­ma The DAO [goo.gl/ On­brHT], ba­sie­rend auf Smart Contracts, konn­te sich ein Ha­cker Et­her im Wert von rund 50 Mil­lio­nen US-Dol­lar si­chern. Das Geld lan­de­te auf ei­nem be­kann­ten Kon­to, das laut DAO-Vor­ga­ben für 28 Ta­ge ge­sperrt war. Die DAO-Com­mu­ni­ty ent­schied sich dar­auf­hin, die Ha­cker-Trans­ak­ti­on in der Block­chain rück­gän­gig zu ma­chen. Das führ­te zu ei­ner Spal­tung im Et­he­re­um-Netz­werk. Et­he­re­um wur­de mit ei­ner Block­chain wei­ter­ge­führt, in wel­cher der 50-Mil­lio­nen-Dol­lar-Be­trug rück­gän­gig ge­macht wur­de. Da­ne­ben gibt es Et­he­re­um Clas­sic, in des­sen Block­chain der Ha­cker wei­ter im Be­sitz der Et­her ist. In­ter­es­sant ist die Be­grün­dung der Et­he­re­um-Clas­sic-Grün­der, nach­zu­le­sen im Bit­co­in Ma­ga­zi­ne [goo.gl/6CXTMC]: Et­he­re­um sei ei­ne de­zen­tra­le Platt­form, die sich an die Stan­dards Of­fen­heit, Un­ver­än­der­bar­keit und Neu­tra­li­tät zu hal­ten ha­be. Die Ent­schei­dung, den DAO-Hack rück­gän­gig zu ma­chen, wi­der­spre­che den Idea­len der Un­ver­än­der­bar­keit und Neu­tra­li­tät. Nicht nur Ha­cker­an­grif­fe kön­nen ei­ne Kryp­towäh­rung ins Schwin­gen brin­gen. Auch in­ter­ne Strei­tig­kei­ten set­zen ihr zu. Ein Bei­spiel ist der Streit über tech­ni­sche Ver­bes­se­run­gen im Bit­co­inNetz­werk im ers­ten Halb­jahr 2017. Der Hin­ter­grund: Durch den hö­he­ren Traf­fic reicht die Block­grö­ße im Bit­co­in-Sys­tem mitt­ler­wei­le nicht mehr aus. Hel­fen soll­te das Ent­fer­nen des Si­gna­tur­be­stand­teils aus den Blö­cken, ein Ver­fah­ren, das Se­g­re­ga­ted Wit­ness (se­pa­ra­te Zeu­gen), kurz Se­gWit, ge­nannt wur­de. Für ei-

Abb. 7: Auf Co­in-Bör­sen wie Kra­ken kön­nen Sie ver­schie­de­ne vir­tu­el­le Wäh­run­gen kau­fen und ver­kau­fen. Sie soll­ten sich al­ler­dings der Ri­si­ken be­wusst sein und vor­sich­tig agie­ren.

Abb. 6: Co­in­mar­ket­cap zeigt ei­ne aus­führ­li­che Ta­bel­le mit den Wer­ten der ein­zel­nen Cryptowährungen an. En­de Ju­li führ­te Bit­co­in vor Et­he­re­um und Ripp­le. Bit­co­in Cash gab es da noch nicht.

Abb. 5: Li­te­co­in funk­tio­niert tech­nisch ganz ähn­lich wie Bit­co­in. Das Netz strebt mit mo­der­ne­rer Tech­nik an, schnel­ler als der Kon­kur­rent zu sein.

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