BROWSER APIS

Ja­vaS­cript statt jQu­e­ry für ei­ne bes­se­re Per­for­mance

SCREENGUIDE - - WEBENTWICKLUNG - TEXT: Chris­ti­an Schae­fer

Ob­wohl sie be­reits elf Jah­re auf dem Bu­ckel ha­ben, er­freu­en sich jQu­e­ry und sein Öko­sys­tem wei­ter­hin gro­ßer Be­liebt­heit. Auch Hel­fer­lein wie Un­der­s­core und lo­da­sh wer­den ger­ne ge­nutzt. Mo­der­ne Browser ma­chen es je­doch zu­neh­mend mög­lich, oh­ne sie aus­zu­kom­men und so die La­de­zei­ten von Web­sei­ten deut­lich zu re­du­zie­ren. Die Ver­öf­fent­li­chung von jQu­e­ry 2006 durch John Re­sig hat die Front­end­welt um Licht­jah­re nach vorne ka­ta­pul­tiert. Da­mals war der In­ter­net Ex­plo­rer 6 noch der be­herr­schen­de Browser, und Fi­re­fox grub ihm lang­sam das Was­ser ab. Bei­de lie­ßen sich aber nicht ein­heit­lich pro­gram­mie­ren: Der IE bot noch ei­ni­ge pro­prie­tä­re Schnitt­stel­len aus grau­er Vor­zeit, wäh­rend der Fi­re­fox die­se Din­ge schon ge­mäß neue­ren W3C-Stan­dards um­setz­te. Pro­mi­nen­te Bei­spie­le wa­ren das Na­vi­gie­ren im DOM, das Even­tHand­ling oder AJAX. jQu­e­ry har­mo­ni­sier­te das al­les un­ter dem Dach ei­ner wun­der­schö­nen API, bei der man mit dem DOM via CSS-Se­lek­to­ren in­ter­agier­te und die auf „Me­thod-Chai­ning” und „Me­thod Pat­terns” setz­te. Au­ßer­dem öff­ne­te jQu­e­ry das Web der noch jun­gen Grup­pe der Mo­ti­on De­si­gner. Heu­te, elf Jah­re spä­ter, sind nicht W3C-kon­for­me Browser von der Bild­flä­che ver­schwun­den, und die ak­tu­el­len Browser Bugs sind weit we­ni­ger dra­ma­tisch. Was bleibt, ist jQu­e­rys wun­der­ba­re API, die Sie heut­zu­ta­ge kaum noch je­man­dem er­klä­ren müs­sen. Au­ßer­dem gibt es ei­ne gro­ße Men­ge wirk­lich gu­ter Plug­ins für jQu­e­ry. Viel ge­tan hat sich al­ler­dings auch bei der Da­t­ei­grö­ße jQu­e­rys. Was einst als 80 Ki­lo­bytes gro­ße Da­tei ge­star­tet ist, ist heu­te 250 Ki­lo­bytes schwer. Jetzt könn­ten Sie ar­gu­men­tie­ren, dass es kom­pri­miert ja nur 30 Ki­lo­bytes sind oder dass das Vo­lu­men an Bil­dern auf ei­ner Sei­te das Ge­wicht von Ja­vaS­cript weit über­steigt und Ent­wick­ler eher dort spa­ren soll­ten. Tat­säch­lich geht es hier aber we­ni­ger um das Über­tra­gungs­vo­lu­men als viel­mehr um die Tat­sa­che, dass Ja­vaS­cript (ne­ben CSS) das Ren­dern ei­ner Sei­te so lan­ge un­ter­bricht, bis es her­un­ter­ge­la­den, ge­par­sed, kom­pi­liert und schließ­lich aus­ge­führt wur­de (zu­min­dest so­lan­ge we­der das async- noch das de­fer-At­tri­but ge­setzt sind). Und zum Zeit­punkt der Aus­füh­rung un­ter­bricht oder blo­ckiert es an­de­re wich­ti­ge Pro­zes­se und ver­hin­dert auch ein flüs­si­ges In­ter­agie­ren mit der Sei­te.

Abb. 1: jQu­e­rys Da­t­ei­grö­ße im Lau­fe der Zeit

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