Al­les Quark

Na­tur­far­be kann man auch kom­plett selbst mi­schen. Für un­se­re Wand­far­be brau­chen Sie vier Ki­lo­gramm Ma­ger­quark, 160 Gramm Borax, sechs Ess­löf­fel hel­les Spei­se­öl, 800 ml Was­ser und rund 50 Gramm wei­ße Pig­men­te.

selbst ist der Mann - - Bauen & Renovieren -

Aber wem es al­lein um den Preis geht, der ist bei Na­tur­far­ben oh­ne­hin an der fal­schen Stel­le. Al­ler­dings sind es nicht nur die Um­welt­as­pek­te, mit de­nen sie punk­ten. So wei­sen Na­tur­far­ben in der Re­gel ei­nen sehr nied­ri­gen sd-Wert auf, das heißt, sie sind sehr dampf­durch­läs­sig. Film­bil­den­de Kunst­stoff­schich­ten nach Durch­trock­nung er­ge­ben sich näm­lich nicht. Das nützt nur we­nig, wenn man die Na­tur­far­be auf Ta­pe­te auf­trägt, denn dar­un­ter be­fin­det sich Kleis­ter, der die Wand schon vor­her wei­test­ge­hend ab­ge­sperrt hat. Den Vor­teil der Dampf­durch­läs­sig­keit spie­len Na­tur­far­ben al­so vor al­lem dann aus, wenn man sie di­rekt auf Putz auf­trägt, ob Gips-, Lehm- oder Kalk­putz. Oder auf ei­ne Gips­bau­plat­te.

Um die po­si­ti­ven Ei­gen­schaf­ten von Na­tur­far­ben nicht ad ab­sur­dum zu füh­ren, soll­te man sie im­mer nur mit den vom Her­stel­ler emp­foh­le­nen, eben­falls na­tür­li­chen Ab­tön­far­ben ein­fär­ben. Oder falls mög­lich di­rekt ab­ge­tön­te Na­tur­far­be kau­fen. Wem es nicht um die ein­fa­che An­wen­dung geht, son­dern wer noch Spaß am Selbst­mi­schen in­klu­si­ve der in­di­vi­du­el­len Bei­ga­ben von Farb­pig­men­ten hat, wird gleich­falls fün­dig. Wie links un­ten ge­zeigt, kann man Tro­cken­pul­ver mit Was­ser an­mi­schen und die Far­be bei Be­darf mit Pig­men­ten selbst ab­tö­nen. Das hat durch­aus et­was Krea­ti­ves und macht das Strei­chen nicht zu ei­nem rei­nen Ar­beits­akt. Noch da­zu senkt man da­durch die Kos­ten. Wer da­ge­gen ei­ne ge­schmei­dig zu ver­ar­bei­ten­de, wei­ße Al­ter­na­ti­ve zu her­kömm­li­cher Wand­far­be sucht, muss eben 60 bis 120 Eu­ro für 10 Li­ter zah­len, wo bei Kunst­harz­far­ben dank in­dus­tri­el­ler Her­stel­lung nur 30 bis 90 Eu­ro fäl­lig wer­den.

Aus­ge­zeich­net: Na­tür­li­che Roh­stoff­ba­sis, ho­he Dif­fu­si­ons­fä­hig­keit – aber teu­er

Die Zu­ta­ten un­se­rer Ein­kaufs­lis­te links er­ge­ben rund vier Li­ter na­tur­na­her Far­be für rund 40 Qua­drat­me­ter Flä­che. nur 2 bis 3 Eu­ro/Li­ter Far­be kos­tet die­se Mi­schung

Kon­ser­vie­rung Borax ist ein mi­ne­ra­li­sches Kon­ser­vie­rungs­mit­tel, das ei­ner Ver­gil­bung vor­beugt. Fül­len Sie den Ma­ger­quark zu­nächst in ein aus­rei­chend gro­ßes Misch­ge­fäß – zum Bei­spiel ei­nen sau­be­ren Ei­mer.

Auch hier nicht zu dick auf­tra­gen und Trock­nung ab­war­ten – die De­ckung ist bes­ser als man denkt.

Nun das Was­ser auf­ko­chen und das zu­vor ab­ge­wo­ge­ne Borax (er­hält­lich in der Apo­the­ke) in das noch hei­ße Was­ser ein­rüh­ren.

Mit ei­nem Misch- oder Farb­quirl die Far­be ver­rüh­ren, bis ei­ne cre­mi­ge Mas­se ent­stan­den ist. Rund zwei St­un­den ru­hen las­sen.

Zum Schluss das Öl und die Pig­men­te un­ter­rüh­ren. Statt weiß kann man die Far­be na­tür­lich auch mit Farb­pig­men­ten ab­tö­nen.

Was­ser-Borax-Lö­sung dann noch heiß über den Ma­ger­quark gie­ßen.

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