„Die­ses Fo­to hat mein Le­ben ver­än­dert“

Wenn ein Schnapp­schuss den Start­schuss gibt für ei­ne Kom­plett­ver­än­de­rung. Vier Frau­en über ih­ren Mo­ment der Er­kennt­nis – und das Hap­py End

SHAPE (Germany) - - Fitness -

Oh, mein Gott … bin ich das?!? Wie se­he ich denn aus?!? Plötz­lich liegt sie da, die Wahr­heit, in Form ei­nes Schnapp­schus­ses, ei­ner Mo­ment­auf­nah­me von ei­ner Ver­an­stal­tung, ei­nem pri­va­ten Fest, ei­nem Tag am Strand. Läs­sig ste­he ich da auf dem Fo­to – nichts an­ge­spannt, nichts ein­ge­zo­gen, nichts ver­steckt und ver­deckt. Bin ich so dick? Ja, scheint das Fo­to zu­rück­zu­ru­fen, du bist so fett, siehst du es denn end­lich, so siehst du aus, so se­hen dich an­de­re! Nun ja, schon klar, ei­ne El­fe bin ich nicht un­be­dingt, das weiß ich doch. Aber so ei­nen run­den Bauch? So spe­cki­ge Ar­me? So ein Dop­pel­kinn? Das hab ich nicht … nicht ge­se­hen. Und es hat doch auch nie­mand et­was ge­sagt. Oh Gott, wie furcht­bar. Plötz­lich schä­me ich mich. Rück­wir­kend. Für das Date in dem fi­gur­be­ton­ten Kleid, von dem ich dach­te, ich sä­he toll dar­in aus. Für mein Par­ty­out­fit, das ich im Som­mer mit nack­ten Bei­nen ge­tra­gen ha­be. Für mich im Frei­bad. Für mich nackt im Bett mit mei­nem Freund. Ich dach­te, so schlimm ist es nicht. So viel ist es nicht. Ich schwö­re, ich hab es nicht ge­se­hen im Spie­gel. Es ist, als hät­te mein Ge­hirn ei­nen char­man­ten Fil­ter über mei­ne Au­gen ge­legt, ein au­to­ma­ti­sches Pho­to­shop-Pro­gramm, da­mit ich mich dün­ner wahr­neh­me, als ich bin. Es ist, als wä­re ich auf­ge­wacht. Die­ses ei­ne Fo­to hat den Fil­ter in mei­nem Hirn aus­ge­schal­tet. Ich se­he es jetzt, in die­sem Mo­ment im Spie­gel, und auch auf all den an­de­ren Fo­tos, die ich von mir ha­be. Ich bin dick. Ob die Ki­los zu viel, die schüt­te­re Stel­le am Hin­ter­kopf, die grö­ßer ge­wor­de­nen Trä­nen­sä­cke: Vie­len Men­schen führt erst ein Schnapp­schuss vor Au­gen, dass sie sich ver­än­dert ha­ben. Dass das Bild, das sie von sich ha­ben, nicht mehr de­ckungs­gleich ist mit der Rea­li­tät. Denn tat­säch­lich ver­drän­gen vie­le von uns das Wis­sen über un­se­re Fi­gur und un­ser Aus­se­hen. Das Ge­hirn agiert da­bei

„plötz­lich se­he ich es, in die­sem Mo­ment und auf all den an­de­ren fo­tos in mei­nem Han­dy: Ich bin dick“

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