Ko­lum­ne

Der Stamm­platz im Yo­ga-Raum oder die ewig glei­che Rei­hen­fol­ge beim Work­out: We­he, wenn da mal was – oder wer – da­zwi­schen­kommt!

SHAPE (Germany) - - Inhalt / März -

Die Macht der Ge­wohn­heit im Sport

BBis vor Kur­zem dach­te ich noch: Ich bin to­tal fle­xi­bel. Al­so im Sin­ne von an­pas­sungs­fä­hig. Fle­xi­bel bin ich auch, al­so dehn­bar, ma­che schließ­lich schon knapp zwei Jah­re Yo­ga. Und ge­nau da­bei muss­te ich jetzt er­fah­ren, dass ich wohl doch nicht so fle­xi­bel bin. Ich kam spä­ter als sonst zur Yo­ga­Stun­de. War ei­gent­lich nicht schlimm, es hat­te noch nicht an­ge­fan­gen. Doch dann das: Mein Platz war be­setzt, was mich schon ein biss­chen aus dem Kon­zept brach­te. Nor­ma­ler­wei­se bin ich im­mer in der ers­ten Rei­he rechts au­ßen. Das hat­te sich an­fangs so er­ge­ben, dann wur­de mir der Platz lieb. Aber da saß nun ei­ne an­de­re Frau auf ih­rer Mat­te und auch sonst war kein Platz mehr frei auf mei­ner Sei­te. Die ein­zi­ge freie Stel­le war links vorn di­rekt beim Fens­ter, das bis zum Bo­den geht, ne­ben dem Heiz­kör­per und bei der Au­dio­an­la­ge. Na toll. Ich leg­te mich auf die Mat­te in die Ent­span­nungs­po­si­ti­on. Und war to­tal un­ent­spannt. Der Mensch ist ein Ge­wohn­heits­tier und beim Sport fällt die Lust an der Ge­wohn­heit be­son­ders auf. Beim Jog­gen im Park dre­he ich mei­ne Run­den au­to­ma­tisch rechts her­um – fühlt sich ir­gend­wie bes­ser an. Ab und zu zwin­ge ich mich da­zu, links her­um zu lau­fen, aber das ist nicht so schön. Zum Glück bin ich mit mei­nen Spin­ne­rei­en nicht al­lein. Ei­ne Kol­le­gin kriegt die Kri­se, wenn in der Fit­ness-Stu­dio-Um­klei­de ihr Spind be­legt ist. Ei­ne Freun­din muss an den Fit­ness­ge­rä­ten ei­ne fes­te Ab­fol­ge ein­hal­ten. Ei­ne an­de­re ist ir­ri­tiert, wenn mal nicht Pe­tra den „Fat­bur­ner“un­ter­rich­tet, son­dern ei­ne Er­satz­trai­ne­rin. Wir sind al­le ein klein we­nig neu­ro­tisch, auch wenn’s uns nicht be­wusst ist. Zu­rück auf die Yo­ga­mat­te: Ich lag al­so ge­nervt da, fühl­te mich von der Hel­lig­keit des Fens­ters ge­stört und von der Hei­zungs­luft und über­haupt. Der­weil führ­te uns die Leh­re­rin durch die Ent­span­nung: „… und kommt auf der Mat­te an. Al­les, was ist, darf sein. Ihr nehmt al­les so an, wie es kommt.“In dem Mo­ment dach­te ich: „Scheiß drauf!“, ließ mich auf den neu­en Platz ein – und die St­un­de war ein Ge­nuss. Erst recht, als ich bei der End­ent­span­nung fest­stell­te, dass man von hier aus im Lie­gen den Him­mel se­hen kann und dies der viel schö­ne­re Platz zum Yo­ga­ma­chen ist. Ich glau­be, das wird jetzt mein neu­er Stamm­platz …

mein mat­ten­reich! In „ih­rer“Yo­ga-Zo­ne ent­spannt SHAPEAu­to­rin Sa­bi­ne Ma­gnet gleich viel leich­ter

ko lu m n e

Die spind wohl! Ei­ne Kon­kur­ren­tin blo­ckiert dreist den „ei­ge­nen“Schrank in der Um­klei­de hap­py im hams­ter­rad Auch im Stu­dio „läuft“das Trai­ning nach ei­ner fes­ten Cho­reo ab

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