Kolumne

Bei all den Fit­nessund Food-Po­sern im Netz ver­geht un­se­rer Au­to­rin doch glatt der Ap­pe­tit

SHAPE (Germany) - - Inhalt / Mai -

Sport- Stre­ber und Fit­ness-Po­ser – un­se­re Au­to­rin ent­larvt sie al­le!

AAuf Ins­ta­gram sieht das Le­ben man­cher Men­schen aus wie ein Fit­ness­mär­chen. Ganz nor­ma­le Leu­te wie du und ich fo­to­gra­fie­ren sich fünf­mal die Wo­che beim Sport und pos­ten das auf Ins­ta­gram oder Face­book. Klar, se­hen sie beim Work­out völ­lig un­an­ge­strengt aus, tra­gen je­des Mal ein an­de­res coo­les Outfit – und wenn sie schwit­zen, dann nur so, dass es gut aus­sieht. Man­che ge­hen so­gar noch wei­ter und pos­ten gleich noch ihr Es­sen. Das ist nicht nur ge­sund, es sieht auch so ex­qui­sit aus, als wä­re es von ei­nem Ster­ne­koch zu­be­rei­tet wor­den. Der grü­ne Smoot­hie wird mit ei­nem Minz­blatt gar­niert. Das schma­le Lachs­stück liegt, kurz an­ge­bra­ten, ne­ben vier ge­düns­te­ten Fen­chel­stü­cken „an“ei­nem Häuf­chen Spi­nat. Die Bil­der von so­ge­nann­ten Bowls fin­de ich be­son­ders ir­ri­tie­rend: Açaí-Bowl, Qui­noa-Bowl, Por­ridge, was auch im­mer. Es gibt wirk­lich Leu­te, die ei­ne hal­be St­un­de da­mit zu­brin­gen, Obst­tei­le und an­de­re Zu­ta­ten auf der Brei­ober­flä­che zu ar­ran­gie­ren, die Ba­na­nen­schei­ben auf­fä­chern und Hei­del­bee­ren dra­pie­ren. Da­ne­ben ei­ne Li­nie Ko­kos­flocken, ein Chi­a­sa­men-Strei­fen, am Rand ei­ne Nuss­mi­schung. Dar­un­ter die Hash­tags #healthy #acail­ove #food­porn #eat­cle­an #fit­spi­ra­ti­on. Aber wo­zu das al­les?! Ka­na­di­sche Wis­sen­schaft­ler wer­ten ex­zes­si­ves Food­pos­ting als Zei­chen von Er­näh­rungs­pro­ble­men. Der ame­ri­ka­ni­sche Koch und Au­tor Ant­ho­ny Bour­da­in hin­ge­gen meint, Es­sen­sPos­ter wol­len, dass an­de­re Men­schen sich schlecht füh­len. War­um auch im­mer die­se Leu­te so ei­nen Bo­hei ver­an­stal­ten, sie tun mir leid. Es ist ei­ne gro­ße Un­frei­heit, die sich in sol­chen Bil­dern of­fen­bart. Al­les muss per­fekt, schön, glatt sein. Und da­bei geht al­les Spon­ta­ne, Ech­te und Lus­ti­ge ver­lo­ren. Der ers­te Gre­en Smoot­hie, den ich selbst zu­be­rei­te­te, sah aus wie Kat­zen-Er­bro­che­nes und schmeck­te wi­der­wär­tig. Ich mach­te da­mals auch ein Fo­to da­von und schick­te es an mei­ne Freun­din­nen. Knal­ler! Wir la­chen heute noch dar­über. Mein Por­ridge mit Obst eig­net sich auf kei­nen Fall für ei­nen Ins­ta­gram-Post, wie das Fo­to links be­weist. Und wenn ich ernst­haft Sport ma­che, schwit­ze ich halt an ät­zen­den Stel­len und be­kom­me ei­ne Glüh­bir­ne. Auch da­von gibt es ein Fo­to und ich bin total okay da­mit, dass es ver­öf­fent­licht wird. Weil: So ist es nun mal. Ich ma­che un­an­sehn­li­ches Früh­stück. Ich schwit­ze beim Sport. Ich bin nicht per­fekt. Und das ist ge­nau rich­tig so!

Mein Por­ridge ist kei­nen Post wert! Na und?!

sim­ples re­zept Obst in den erst­bes­ten Tel­ler schnet­zeln –

und aus­löf­feln. War­um muss man so was gar­nie­ren?

JaHaa, ich schwit­ze! Au­to­rin Sabine Ma­gnet darf man

die An­stren­gung ru­hig an­se­hen

Kat­zen­kot­ze? Nee, nur ein be­son­ders ehr­li­cher Smoot­hie. Nicht schön, aber ge­sund

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.