Sieht die bes­ser aus als ich?

Sich mit an­de­ren zu ver­glei­chen, kann auch Vor­tei­le ha­ben. Manch­mal spornt es uns so­gar zu Höchst­leis­tun­gen an. Wenn man es rich­tig an­stellt …

SHAPE (Germany) - - Inhalt / Mai -

Sich mit an­de­ren zu ver­glei­chen, kann sehr sinn­voll sein …

SS­tel­len Sie sich vor, Sie wä­ren ge­ra­de im Fit­ness-Stu­dio auf dem Lauf­band. Jog­gen seit ei­ner hal­ben St­un­de, füh­len sich rich­tig gut. Vier Ki­lo­me­ter ha­ben Sie schon ge­schafft, sind ein biss­chen stolz auf sich. Bis Sie nach links schie­len. Die Frau, die dort lä­chelnd und lo­cker bei 10 km/h vor sich hin ga­lop­piert, war schon vor Ih­nen da. Und macht nicht die ge­rings­ten An­stal­ten, bald mal fer­tig zu sein. Was füh­len Sie? Wie re­agie­ren Sie?

Nei­disch? Vi­el­leicht glei­ten Sie jetzt ent­mu­tigt vom Lauf­band, pa­cken still Ih­re Ta­sche und ge­hen mit hän­gen­dem Kopf nach Hau­se. Wie wär’s, wenn Sie ge­nau das Ge­gen­teil tun? Dr­r­an­blei­ben, die Zäh­ne zu­sam­men­bei­ßen und wei­ter­lau­fen. Zehn Mi­nu­ten sind doch si­cher noch drin, oder?! Was Ih­nen Po­wer ge­ben müss­te: die Er­kennt­nis, dass die Läu­fe­rin ver­mut­lich nicht seit der Ge­burt mit Mo­del-Bei­nen ge­seg­net ist. Da steckt viel Ar­beit drin, Hin­ga­be, Dis­zi­plin …

Rea­li­täts-Check Von klein auf ver­glei­chen wir uns mit an­de­ren Men­schen. Erst mit un­se­rer Mut­ter. Spä­ter mit der bes­ten Freun­din. Mit Ar­beits- kol­le­gin­nen, Mo­dels, Schau­spie­le­rin­nen. Bis zu eben je­ner schö­nen Frau ne­ben uns im Fit­ness-Stu­dio. Und manch­mal so­gar mit uns selbst (wer hat nicht schon mal ein al­tes Bi­ki­ni­fo­to aus­ge­gra­ben und sich selbst um sei­ne Fi­gur be­nei­det). Die­ses ewi­ge Ver­glei­chen ist gar nicht schlimm – so­lan­ge wir rea­lis­tisch blei­ben. Klar, wenn wir uns zum Ziel set­zen, ei­nes Tages min- des­tens als Beyon­cés Dou­ble zu glän­zen, kann das nur zu Frust füh­ren. Wenn wir aber se­hen, wie sich die Kol­le­gin in je­der Mit­tags­pau­se ei­nen le­cke­ren Sa­lat macht, wird uns das da­von über­zeu­gen, auch mal öf­ter die Pas­ta ge­gen Grün­zeug ein­zu­tau­schen.

Mo­ti­va­ti­on Stan­den Sie auch schon mal vor ei­nem Kurs­raum und ha­ben ge­zö­gert rein­zu­ge­hen? „Das sieht hart aus! Das kann ich nicht! Ich bla­mie­re mich doch da drin! Was die wohl von mir den­ken?!“Mit so ei­ner Ein­stel­lung kom­men Sie nicht wei­ter als zu dem Punkt, an dem Sie ge­nau jetzt sind. Wol­len Sie aber schnel­ler, bes­ser, schlan­ker wer­den, müs­sen Sie schon die Tü­re öff­nen und rein­ge­hen – JETZT! Und wenn sich in der Yo­ga­stun­de al­le fröh­lich ver­bie­gen, wäh­rend Sie sich mit knall­ro­tem Kopf im her­ab­schau­en­den Hund ab­he­cheln – so what?! Je­der fängt ir­gend­wann mal an. Auch Yo­gal­eh­rer sind nicht als ge­drech­sel­te Bre­zel auf die Welt ge­kom­men. An­statt sie zu be­nei­den, soll­ten wir ih­nen lie­ber zu ih­rem Fleiß gra­tu­lie­ren. Vor­schlag: Spre­chen Sie die Frau ne­ben Ih­nen auf dem Lauf­band spä­ter in der Um­klei­de an: „Ham­mer Kon­di­ti­on! Wie hast du das denn ge­schafft?“Si­cher­lich er­zählt sie Ih­nen von re­gel­mä­ßi­gem Trai­ning und ei­ser­ner Dis­zi­plin. Bit­te, jetzt wis­sen Sie, was zu tun ist, wenn Sie auch sol­che Bei­ne ha­ben wol­len …

vor­bil­der Wenn uns ei­ne bes­se­re Läu­fe­rin an­spornt, dann zie­hen wir dar­aus ei­nen Nut­zen, trai­nie­ren här­ter, sind in­spi­riert und mo­ti­viert. Pin­nen Sie Ihr al­tes Bi­ki­ni-Bild an den Kühl­schrank – wet­ten, das hält Sie da­von ab, nachts zum Sah­ne­stück zu grei­fen?

Im­mer wird je­mand schö­ner, schlan­ker, fit­ter sein. Zum Glück: Man braucht ja Zie­le! Im­mer dran den­ken: Wer (sich) auf­gibt, hat schon ver­lo­ren!

Und wenn die Freun­din Sie beim Tan­zen im Club alt aus­se­hen lässt, dann soll­te Ihr Re­flex sein: „Nächs­ten Di­ens­tag komm ich mit zum Sal­sa!“

Be­loh­nung Klar, ha­ben wir al­le mal Ta­ge, an de­nen wir uns selbst doof fin­den – auch die Selbst­be­wuss­tes­ten un­ter uns. Bad-Hair-Day, zu hel­les Licht im Auf­zug, ein un­güns­ti­ger Schnappschuss. In die­sen Pha­sen be­nei­den wir die Kol­le­gin um ih­ren fla­chen Bauch, die Bä­ckers­frau um ih­re schö­nen Ar­me. Gut so. Das kann uns als Ansporn die­nen, j etzt nicht schwach zu wer­den. Nicht auf­zu­ge­ben. Dann kom­men wie­der Ta­ge, an de­nen Sie sich selbst fei­ern. Und ir­gend­wann wer­den auch Sie lä­chelnd das Lauf­band ro­cken, wäh­rend die an­de­ren spä­ter kom­men und frü­her ge­hen. Schon nach ein paar Mo­na­ten könn­ten Sie ei­ne von de­nen sein, die sich beim Yo­ga mü­he­los durch Hand­stand, Rad und Krä­he turnt. Und wenn dann die Neue ne­ben Ih­nen mit hoch­ro­tem Kopf am nach un­ten schau­en- den Hund ver­zwei­felt und Sie nei­disch be­äugt, dann lä­cheln Sie ihr doch auf­mun­ternd zu: „Mach dir nix draus. Das fällt am An­fang al­len schwer. Ich muss­te das auch erst ler­nen.“So, und jetzt schau­en Sie sich mal im Gym um. Se­hen Sie die Frau da drü­ben, die zwan­zig Wie­der­ho­lun­gen mit 60 Ki­lo an der Ad­duk­to­ren-Ma­schi­ne schafft? Yep, chal­len­ge ac­cep­ted …

Im­mer dran­blei­ben! Schon bald könn­ten auch Sie nei­di­sche Bli­cke im Gym ern­ten!

Kon­kur­renz­kampf kann uns da­bei hel­fen, die Leis­tung zu stei­gern und Zie­le schnel­ler zu er­rei­chen

Ge­lieb­te Kon­kur­ren­tin Selbst bes­te Freun­din­nen ver­glei­chen sich mit­ein­an­der. Das kann ge­sund sein

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