Ge­heim­nis­se un­ter der Ober­flä­che

Nicht im­mer sind es äu­ße­re Fak­to­ren wie Son­ne oder Kos­me­tik, die Ih­re Haut un­ru­hig und reiz­bar ma­chen. Grün­de da­für lie­gen auch in der Tie­fe

SHAPE (Germany) - - Inhalt / Mai - Un­ser Ex­per­te Dr. med. Af­schin Fa­te­mi ist Der­ma­to­lo­ge, Ve­nero­lo­ge so­wie Grün­der und lei­ten­der Arzt der S-the­tic Cli­nic in Düsseldorf.

Die wah­ren Grün­de für vie­le Haut­pro­ble­me

Ih­re Hül­le ist stark, aber auch ex­trem sen­si­bel. Je mehr Kraft die haut aus Ih­rem In­ne­ren er­hält, des­to ge­sün­der und schö­ner strahlt sie nach Aussen.

SSo zart, und doch so hart im Neh­men – die Haut ist ein wah­rer Al­les­kön­ner: Schutz­wall, Gift­fil­ter, Ener­gie­ver­sor­ger, Kli­ma­an­la­ge, be­rüh­rungs­emp­find­li­ches Früh­warn­sys­tem und Wohl­fühl­zo­ne, die gern und über­all ge­strei­chelt wird. Bei so „viel­schich­ti­gen“Auf­ga­ben reicht es nicht, sie nur von au­ßen mit Cre­mes zu ver­wöh­nen! Auch von in­nen müs­sen wir ihr die Po­wer ge­ben, die sie braucht, um ge­sund und ma­kel­los zu strah­len. Doch wie? „Wich­tig ist, sich kon­se­quent ge­sund zu er­näh­ren“, sagt Dr. Af­schin Fa­te­mi, Der­ma­to­lo­ge der S-the­tic Cli­nic in Düsseldorf. Der Arzt wei­ter: „Da­zu müss­te noch Ihr Im­mun­sys­tem per­fekt ar­bei­ten, Sie dürf­ten nie in Stress ge­ra­ten und Ih­re Ge­ne müss­ten stim­men. Aber auf wen trifft das al­les schon zu?“Zwar sind sich im­mer mehr Men­schen der Ri­si­ken äu­ße­rer Fak­to­ren wie ag­gres­si­ver Son­nen­strah­lung be­wusst und schüt­zen sich ent­spre­chend. „Doch Haut­pro­ble­me ent­ste­hen oft, wenn das kom­ple­xe Zu­sam­men­spiel in­ne­rer Fak­to­ren ge­stört ist“, so Fa­te­mi. Vor al­lem Stress wirkt sich ne­ga­tiv auf die für den Haut­stoff­wech­sel wich­ti­gen Ein­flüs­se im Kör­per aus. Ge­meint sind da­mit aber nicht et­wa ver­ein­zel­te Mi­tes­ser, Pi­ckel oder ei­ne tro­cke­ne Stel­le. „Vor al­lem wie­der­keh­ren­de Pil­z­er­kran­kun­gen, Her­pes­in­fek­tio­nen und Ent­zün­dun­gen si­gna­li­sie­ren, dass et­was in der Tie­fe nicht stimmt.“Doch was ge­nau kann die Haut un­ter der Ober­flä­che stres­sen?

Die Psy­che

Durch see­li­sche Be­las­tun­gen pro­du­zie­ren Ge­hirn und Ne­ben­nie­ren­rin­de Stress­hor­mo­ne. Die schwä­chen nicht nur Kör­per­zel­len, son­dern ak­ti­vie­ren Ent­zün­dungs­en­zy­me in Blut und Ge­we­be. „Lei­der be­güns­tigt die­ser Pro­zess all­er­gi­sche Hau­t­re­ak­tio­nen und chro­nisch-ent­zünd­li­che Haut­krank­hei­ten wie zum Bei­spiel Neu­ro­der­mi­tis“, er­klärt der Der­ma­to­lo­ge.

Die Ge­ne

Bis zum 28. Le­bens­jahr et­wa bil­den Fi­bro­b­las­ten, das sind Zel­len der obe­ren Haut­schicht, reich­lich struk­tur­ge­ben­des Kol­la­gen und Hyalu­ron­säu­re. Die­ser Mix sorgt für Elas­ti­zi­tät und Feuch­tig­keit, al­so für ein straf­fes Bin­de­ge­we­be. Da­nach ver­lang­samt

sich die Pro­duk­ti­on. Wie stark und wie schnell, be­stim­men die Ge­ne – aber auch der Le­bens­wan­del. „Zu viel Son­ne, Ni­ko­tin, Schlaf­man­gel und vit­amin­ar­me Er­näh­rung be­schleu­ni­gen den Al­te­rungs­pro­zess der Haut­zel­len.“So­bald der Kör­per wie­der mit Vi­tal­stof­fen wie Vit­amin C ver­sorgt wird, kön­nen die Zel­len wei­ter Kol­la­gen her­stel­len. Das Vit­amin schützt die Zel­len zu­dem vor Stoff­wech­sel­gif­ten, den frei­en Ra­di­ka­len. „Die Haut wird wi­der­stands­fä­hi­ger und al­tert lang­sa­mer.“

der Stoff­wech­sel

Man­gel­er­näh­rung durch lan­ge Diä­ten zum Bei­spiel ist laut Der­ma­to­lo­gen der häu­figs­te Grund für blas­se, un­rei­ne und ge­reiz­te Haut. „Dem emp­find­li­chen Or­gan wer­den Nähr­stof­fe für die Zel­ler­neue­rung vor­ent­hal­ten.“Au­ßer­dem grei­fen zu viel Kaf­fee und Al­ko­hol die Schleim­haut­zel­len der Ma­gen­wand an, wes­halb sie zu we­nig Ver­dau­ungs­en­zy­me pro­du­zie­ren. Fol­ge: Nähr­stof­fe aus der Nah­rung kön­nen für den Wei­ter­trans­port über den Dünn­darm ins Blut nicht mehr rich­tig auf­ge­spal­ten wer­den. Die Zel­len der un­ters­ten Haut­schicht – dar­un­ter auch wich­ti­ge Im- mun­zel­len – er­hal­ten kaum noch Vit­amin B12 für die Er­neue­rung. „Der Man­gel an B-Vit­ami­nen re­du­ziert die sau­er­stoff­rei­chen ro­ten Blut­kör­per­chen und führt so zu Ei­sen­man­gel.“Dass Sie sich mü­de füh­len, spie­gelt auch Ih­re Haut wi­der – mit deut­li­cher Bläs­se und bläu­li­chen Schat­ten un­ter den Au­gen.

das Im­mun­sys­tem

Vor al­lem wie­der­keh­ren­de Pilz- und Her­pes­in­fek­tio­nen deu­ten auf ein schwa­ches Ab­wehr­sys­tem hin. Durch Nähr­stoff­de­fi­zi­te ar­bei­ten Immun­zel­len nicht mehr rich­tig. Kommt dann noch Schlaf­man­gel hin­zu, ha­ben Pilz­spo­ren und Vi­ren leich­tes Spiel. „Pil­ze er­näh­ren sich von der obers­ten Horn­schicht. „Meist be­ginnt es als klei­ner, wei­ßer Punkt, der sich kreis­för­mig aus­brei­tet“, so Fa­te­mi.

die Hor­mo­ne

Die Haut liebt das weib­li­che Hor­mon Östro­gen. Es bin­det Was­ser, strafft die Ober­flä­che und be­schützt die Zel­len. „Östro­gen­man­gel führt zu tro­cke­ner und so­mit zu leicht reiz­ba­rer Haut, aber auch zu star­ken und lan­gen Re­gel­blu­tun­gen“, er­klärt Fa­te­mi. Und die be­güns­ti­gen wie­der­um Ei­sen­man­gel. „Durch Hor­monschwan­kun­gen wie et­wa nach der Schwan­ger­schaft kön­nen sich au­ßer­dem – oft ab dem 35. Le­bens­jahr – bräun­li­che Pig­ment­fle­cken an Stirn, Wan­gen und Ober­lip­pe bil­den. Und weil UV-Licht die­se för­dert, gilt: im­mer Cre­mes mit ho­hem Licht­schutz­fak­tor wäh­len und Son­nen­strah­len vor al­lem im Ge­sicht mei­den. Das Ge­heim­nis ge­sun­der Haut liegt al­so auch in der Für­sor­ge, mit der wir un­se­re emp­find­sa­me Hül­le von au­ßen und in­nen gleich­zei­tig stär­ken – am bes­ten je­den Tag.

„stress ver­stärkt haut­pro­ble­me nicht nur, er löst Sie so­gar aus!“

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schön stark Mit der rich­ti­gen Pfle­ge trei­ben Sie Ihr größ­tes Or­gan nicht in die En­ge

An­spruchs­vol­les Mul­ti­ta­lent Strah­len­de Haut braucht Strei­chel­ein­hei­ten – von in­nen und au­ßen wie schnell Ih­re haut al­tert, be­stim­men die Ge­ne. Ein ge­sun­der Le­bens­wan­del – oh­ne ni­ko­tin und al­ko­hol – be­wahrt die ju­gend­li­che Aus­strah­lunG.

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