Ein X für ein O

Sha­ke it, Ba­by! Oder zwackt es da­bei im Knie? Dar­an könn­ten X- oder O-Bei­ne schuld sein. War­um die zu Ge­lenk­schä­den füh­ren kön­nen – und wie Sie das ver­hin­dern

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Ge­sund und fit blei­ben trotz X- oder O-Bei­nen

AA­le­xa Chung macht’s vor – und wir ma­chen’s dem bri­ti­schen Mo­del und ItGirl gern nach: X-Bei­ne zum knap­pen Röck­chen sind ge­ra­de schwer an­ge­sagt. Sieht zwar ir­gend­wie aus, als müss­ten wir drin­gend mal wo­hin – aber wenn’s so­gar für den ro­ten Tep­pich taugt … Stopp! Bloß nicht an­ge­wöh­nen, die­se Klei­ne-Mäd­chen-Po­se. Was Mo­dels und De­si­gner su­per fin­den, lässt beim Or­tho­pä­den die Alarm­glo­cke schril­len: Denn Fehl­stel­lun­gen wie X- oder OBei­ne füh­ren zu Fehl­be­las­tun­gen. Wenn un­se­re Lieb­lings­sport­art dann noch die Knie­ge­len­ke be­son­ders be­an­sprucht – wie et­wa Mo­dern Dan­ce, Lau­fen oder Ten­nis –, kann es un­schön aus­ge­hen. Es droht vor­zei­ti­ger Ge­lenk­ver­schleiß. Ex­per­ten schät­zen, dass bei 20 bis 30 Pro­zent der Pa­ti­en­ten mit erns­ten Knie­be­schwer­den ei­ne Fehl­stel­lung der Bei­n­ach­se die Ur­sa­che ist.

Al­les im Lot? „Als Bei­n­ach­se be­zeich­nen wir die di­rek­te Ver­bin­dungs­li­nie zwi­schen der Mit­te des Hüft­ge­lenks und der Mit­te des obe­ren Sprung­ge­lenks. Im Ide­al­fall ver­läuft die­se Li­nie durch die Mit­te des Knie­ge­lenks“, er­klärt Dr. Jür­gen Wal­pert, Lei­ten­der Arzt der Ab­tei­lung für or­tho­pä­di­sche Chir­ur­gie an der Kli­nik Fleet­in­sel in Ham­burg. Leich­te Fehl­stel­lun­gen ver­ur­sa­chen oft lan­ge Zeit kaum Be­schwer­den und wer­den da­her häu­fig erst sehr spät oder gar nicht dia­gnos­ti­ziert. „Deut­li­che Ach­sen­ab­wei­chun­gen von mehr als 10 Grad sind al­ler­dings für uns al­le als X- oder OBein er­kenn­bar – auch oh­ne Rönt­gen­bild“, so Ex­per­te Wal­pert. Ist nur ein Bein be­trof­fen, sind meis­tens schlecht ver­heil­te Kno­chen­brü­che schuld. Ste­hen aber bei Er­wach­se­nen die Ach­sen bei­der Bei­ne schief, ist das fast im­mer an­ge­bo­ren. Sprich: Es liegt an ei­nem zu fla­chen be­zie­hungs­wei­se zu stei­len Ober­schen­kel­hals­kno­chen oder dar­an, dass un­se­re Fü­ße nach in­nen ab­kni­cken (KnickSenk-Fü­ße). Und dann kommt bei vie­len noch hin­zu, dass sie leich­te X- oder OBei­ne durch ihr Ver­hal­ten ve rs t ä rke n . Rei­te­rin­nen et­wa trai­nie­ren vor al­lem die Mus­ku­la­tur an den I nnen­schen­keln, was bei OBei­nen den Ef­fekt noch ver­stärkt. Und mal ehr­lich: Wer nimmt in kur­zen Rö­cken nicht au­to­ma­tisch die X-Bein-Hal­tung ein, um tie­fe Ein­bli­cke zu ver­mei­den? Dr. Wal­pert gibt zwar teil­wei­se Ent­war­nung: „Kom­plett an­trai­nie­ren kann man sich ei­ne Fehl­stel­lung nicht.“Fest steht aber auch, dass Be­trof­fe­ne in man­chen Si­tua­tio­nen und bei be­stimm­ten Sport­ar­ten schnell mal ei­ne fal­sche Hal­tung ein­neh­men und kör­per­li­che Spät­fol­gen so zu­min­dest be­güns­ti­gen.

Be­grenzt Be­last­ba r Egal, ob X oder O – die dro­hen­den Schä­den äh­neln sich, wie der Ex­per­te er­läu­tert: „Ab­hän­gig vom Aus­maß be­las­ten wir das Knie bei Ach­sen­fehl­stel­lun­gen ein­sei­tig – was be­deu­tet, dass ei­ne Be­las­tung, die sich ei­gent­lich auf das ge­sam­te Knie ver­tei­len soll­te, haupt­säch­lich in­nen oder au­ßen auf­tritt. Das führt lang­fris­tig auf die­ser Sei­te zu über­mä­ßi­ger Be­an­spru­chung und da­mit zu Schä­den an Me­nis­ken und Knor­peln.“Die kön­nen ih­re Puf­fer­funk­ti­on dann nicht mehr wahr­neh­men, Ar­thro­se

ent­steht. „Ehr­gei­zi­ges Trai­ning er­höht das Ri­si­ko für Schä­den na­tür­lich zu­sätz­lich. Grund­sätz­lich ent­wi­ckeln die sich aber über Jah­re, nur sel­ten sind Frei­zeit­sport­ler un­ter 40 Jah­ren schon merk­bar be­trof­fen.“Was aber nicht heißt, dass uns die Fol­gen des Trai­nings von heu­te nicht doch in ei­ni­gen Jah­ren ein­ho­len. „Lei­der lässt sich nicht pau­schal vor­aus­sa­gen, ob ei­ne leich­te Fehl­be­las­tung Schä­den her­vor­ru­fen wird“, gibt Dr. Wal­pert zu be­den­ken. Er rät da­her, gleich beim ers­ten Ver­dacht ei­nen Sport­arzt auf­zu­su­chen.

An­Ti-Aging Stellt der Or­tho­pä­de früh­zei­tig Fehl­be­las­tun­gen fest, kön­nen wir un­se­ren Ge­len­ken mit di­ver­sen An­ti-Aging-Maß­nah­men bei­ste­hen. Im­mer gut: ei­ne Lauf­ana­ly­se, die ein Ab­kni­cken des Fu­ßes auf­de­cken wür­de. „Mo­der­ne, in­di­vi­du­ell an­ge­pass­te Schu­hein­la­gen kön­nen dann schüt­zen.“Zu­min­dest bei X-Bei­nen emp­feh­len sich auch ge­ziel­te Ko­or­di­na­ti­ons­übun­gen, die das Knie sta­bi­li­sie­ren (s. u.). Wich­tig auch: Auf das Nor­mal­ge­wicht ach­ten, denn je­des Ki­lo mehr be­an­sprucht die Ge­len­ke stär­ker. Auch soll­ten wir nicht zu ein­sei­tig trai­nie­ren und auf Sport­ar­ten set­zen, die die Knie mög­lichst we­nig be­las­ten (s. o.). Da- durch kön­nen wir Schä­den an den Gel en­ken im Ide­al­fall ganz ver­hin­dern – und uns so l angfris­tig Schmer­zen und Ope­ra­tio­nen er­spa­ren. Ist die Fehl­stel­lung al­ler­dings stark aus­ge­prägt, prü­fen Ex­per­ten be­reits bei ers­ten Ge­lenk­be­schwer­den, ob ein Ein­griff nö­tig ist: „Bei O-Bei­nen wird am Un­ter­schen­kel kor­ri­giert, bei X-Bei­nen am Ober­schen­kel. Man rich­tet den Kno­chen in der ge­wünsch­ten Po­si­ti­on neu aus und sta­bi­li­siert das mit ei­ner Ti­t­an­plat­te. Nach der OP be­nö­ti­gen Pa­ti­en­ten et­wa vier Mo­na­te, um wie­der all­tags­fit zu wer­den“, er­klärt Dr. Wal­pert. Vi­el­leicht soll­ten wir doch ab und zu das Dan­ceWork­out ge­gen Pi­la­tes tau­schen …

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