Schmerz lass nach! Die

Da macht man schon Sport und wird dann da­für be­straft: Mus­kel­ka­ter ist ei­ne ab­so­lu­te Frech­heit, fin­det un­se­re Au­to­rin

SHAPE (Germany) - - Inhalt September -

ver­schie­de­nen Ar­ten von Mus­kel­ka­ter

AAn man­che Din­ge er­in­nern wir uns ewig lang, ob­wohl sie im Ge­samt­kon­text des Le­bens ei­gent­lich ba­nal er­schei­nen. Mein Lieb­lings­kleid als Vier­jäh­ri­ge zum Bei­spiel. Der Aus­blick aus mei­ner drit­ten Woh­nung. Und der Mus­kel­ka­ter von 2005. Es war Früh­som­mer und ich nahm aus Neu­gier an ei­ner Ca­poei­ra­stun­de teil. Ziem­lich an­stren­gend, aber ei­gent­lich nicht wei­ter er­wäh­nens­wert. Und doch ist die Er­in­ne­rung dar­an noch im­mer frisch – weil ich am nächs­ten Tag nicht mehr ge­hen konn­te. Wirk­lich wahr! Mor­gens beim Auf­ste­hen fuh­ren mir sol­che Schmer­zen durch die Wa­den, dass ich schrei­end zu­rück aufs Bett fiel. Ins Bad schaff­te ich es nur un­ter größ­ter An­stren­gung und mit viel Ge­stöh­ne, brauch­te für den Weg meh­re­re Mi­nu­ten. Wie soll­te ich denn bit­te über den Tag kom­men?! Viel­leicht mit den al­ten Krü­cken un­ten im Kel­ler? In nor­ma­len Snea­k­ern ge­hen – un­mög­lich! Aber in High Heels schon! War­um auch im­mer, in Pumps schmerz­ten mei­ne Wa­den nur noch ein biss­chen. Und so kam es, dass ich fünf Tage lang in ho­hen Schu­hen rum­lief. Auch zu Hau­se. Es war die Höl­le! Mus­kel­ka­ter ist su­per­ge­mein. Nicht nur, weil er weh­tut. Al­lein das Kon­zept ist ei­ne Frech­heit: Da macht man schon Sport und wird dann da­für be­straft! Auch gibt es so vie­le un­ter­schied­li­che Ar­ten: den Zu­falls­mus­kel­ka­ter, der ein­fach mal so kommt, ob­wohl man gera­de gut im Trai­ning ist. Den ver­wech­sel­ten Mus­kel­ka­ter, der in den Ar­men zieht, ob­wohl man lau­fen war. Den Über­ra­schungs­mus­kel­ka­ter („Wuss­te ja gar nicht, dass ich da Mus­keln ha­be!“). Und den Ver­spä­tungs­mus­kel­ka­ter, der zwar erst zwei Tage nach dem Trai­ning kommt, da­für aber dop­pelt so weh­tut und viel län­ger an­hält. Aus der Not her­aus be­fass­te ich mich nä­her mit dem The­ma – und ha­be i nzwi­schen die ne­ga­ti­ven Spor­tFol­gen ei­ni­ger­ma­ßen im Griff. Nach je­dem Work­out ma­che ich Dehn­übun­gen, meist so­gar mit der Fas­zi­en­rol­le. Ist zwar auch nicht an­ge­nehm, hilft aber. Zu­min­dest bei mir. Au­ßer­dem trin­ke ich re­gel­mä­ßig Ma­g­ne­si­um phos­pho­ri­cum, das ent­spannt mei­ne Mus­keln. All das mi­ni­miert zwar das Mus­kel­ka­ter-Ri­si­ko, was aber nicht heißt, dass ich kei­nen mehr be­kom­me. Zu­min­dest aber reicht kei­ner an den Schmerz von 2005 her­an. Und für al­le Fäl­le ste­hen im­mer mei­ne hoch­ha­cki­gen Hel­fer im Schuh­schrank be­reit …

Beim Ver­wech­sel­ten Mus­kel­ka­ter zieht es in den Ar­men, ob­wohl man lau­fen war

Rol­len­spiel Die Ei­gen­mas­sa­ge mit der Black­roll löst ver­kleb­te Fas­zi­en und ver­bes­sert die Durch­blu­tung – gut ge­gen Mus­kel-Aua

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