„Ich hal­bier­te mein Ge­wicht!“

Zu­erst ver­lor Kris­ti­na ne­ben­bei ein paar Ki­los, dann pack­te sie der Ehr­geiz. Schließ­lich schaff­te es die SHA­PE-Fit­ness­re­dak­teu­rin, 60 Ki­lo ab­zu­neh­men

SHAPE (Germany) - - Inspiration / Applaus -

H „Hal­lo. Al­so ich bin die Kris­ti­na. Und ich war mal dick.“Wür­de Hol­ly­wood mein Le­ben ver­fil­men, kä­me in die­ser Sze­ne ein war­mes „Hal­lo, Kris­ti­na!“von ei­ner Grup­pe an­ony­mer Ex-Über­ge­wich­ti­ger zu­rück. Doch das Le­ben ist kein Film. Mich hat kei­ne Ar­mee Gleich­ge­sinn­ter beim Ab­neh­men an­ge­feu­ert. Bei Durst- … äh … Hun­ger­stre­cken konn­te i ch nicht vor­spu­len, um zu gu­cken, ob da ein „Skin­ny End“auf mich war­tet. Doch das ist gut so. Denn wä­re mein Kampf ge­gen die Ki­los ein Klacks ge­we­sen und hät­te ich mei­nen in­ne­ren Schwei­ne­hund schon nach ei­ner Run­de Gas­si­ge­hen be­zwun­gen, hät­te ich ei­nes nie ge­lernt: Ich bin stär­ker, als ich je zu glau­ben ge­wagt hät­te!

Al­les auf an­fang Wie es da­zu kam, dass ich 127 Ki­lo wog? Als Te­enager war ich dünn. Doch dann wur­de Par­ty wich­ti­ger als Sport. Ich aß aus Lan­ge­wei­le, Frust, Ap­pe­tit. Wäh­rend des Stu­di­ums knack­te ich die 100-Ki­loMar­ke. „Dick ist dick – die paar Pfund ma­chen kei­nen Un­ter­schied“, re­de­te ich mir ein. Trotz­dem pro­bier­te ich es im­mer wie­der mit Crash­diä­ten. Doch so­bald fünf Ki­lo weg wa­ren, schlepp­te „Mr. Jojo“das Dop­pel­te an. In mei­nen ers­ten Jah­ren als Jour­na­lis­tin dien­ten lan­ge Ar­beits­ta­ge als Aus­re­de, abends Piz­za zu be­stel­len.

Neu­start 2013 än­der­te sich al­les: Von ei­nem Tag auf den an­de­ren hat­te ich das fet­ti­ge Es­sen buch­stäb­lich „satt“. Per­fekt: Da ich ei­nen neu­en Job hat­te, bei dem ich pünkt­lich Fei­er­abend ma­chen konn­te, hat­te ich auch Zeit zu ko­chen: Ge­mü­se, Ge­flü­gel, Fisch. Die Ki­los pur­zel­ten ne­ben­bei, doch ich wuss­te: Die­sen Lauf muss­te ich nut­zen! Ich fing al­so an, Ka­lo­ri­en zu zäh­len. Ea­sy. Denn auch wenn man es mir nicht an­sah – mit Nähr­wer­ten kann­te ich mich aus. Nicht so leicht: Selbst­be­herr­schung. Doch ich lern­te, Fress-Flashs mit Ge­sun­dem aus­zu­glei­chen. Au­ßer­dem ging ich drei­mal die Wo­che zum Schwim­men. Nach ei­nem Drei­vier­tel­jahr wa­ren 40 Ki­lo weg. Bye-bye Über­grö­ßen-Shops, hal­lo Kom­pli­men­te! Ich fühl­te mich wie neu­ge­bo­ren. Der Gurt im Flug­zeug quetsch­te nicht. Ich trau­te mich, das Lä­cheln at­trak­ti­ver Män­ner zu er­wi­dern – oh­ne Angst ha­ben zu müs­sen, sie la­chen mich nur aus. Mit mehr Le­bens­freu­de kam die Lust auf Be­we­gung. Heu­te ge­he ich drei­mal die Wo­che ins Fit­ness-Stu­dio, ha­be wei­te­re 20 Ki­lo ver­lo­ren und Mus­keln auf­ge­baut. Fit­ness ist mei­ne Lei­den­schaft – und jetzt auch mein Be­ruf. Hät­te mir je­mand vor drei Jah­ren ge­sagt, ich wür­de mal bei der SHA­PE ar­bei­ten – ich hät­te ihn für ver­rückt er­klärt. Aber viel­leicht ist das Le­ben ja doch gro­ßes Ki­no: Wen­de­punk­te. Aufs und Abs. Hap­py End. Und wenn der Film gut war, gibt’s Ap­plaus …

„Ich se­he aus wie ein neu­er Mensch – und füh­le mich auch so!“

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