82 Ei­ne run­de Sa­che?

Was Sie bei Be­schwer­den an den Brüs­ten tun kön­nen

SHAPE (Germany) - - Inhalt -

EEin­mal im Jahr steht die Vor­sor­ge-Un­ter­su­chung beim Frau­en­arzt auf un­se­rer To-do-Lis­te. Heißt für uns, wie­der ein Häk­chen set­zen bei: Brüs­te ab­tas­ten las­sen, hö­ren, dass al­les in Ord­nung ist, be­ru­higt sein. Aber was, wenn tat­säch­lich ein­mal Knöt­chen er­kannt wer­den oder wir, un­ab­hän­gig vom Check-up, ein Span­nungs­ge­fühl oder Schmer­zen in den Brüs­ten ha­ben? Die Angst ist schnell groß – schließ­lich wis­sen wir, dass Brust­krebs die häu­figs­te Krebs­er­kran­kung bei Frau­en ist. Den­noch: Ei­ne an­de­re Ur­sa­che für die Symptome ist sehr viel wahr­schein­li­cher! Die ver­däch­tigs­ten Kan­di­da­ten sind un­se­re Hor­mo­ne. Bei zy­klus­be­ding­ten Be­schwer­den gibt es grund­sätz­lich kei­nen Grund zur Sor­ge. „In der zwei­ten Zy­klus­hälf­te – nach dem Ei­sprung – ha­ben et­wa 25 Pro­zent al­ler Frau­en ein schmerz­haf­tes Span­nungs­ge­fühl in den Brüs­ten. Sie kön­nen zu­dem spür­bar ver­grö­ßert und kno­tig ver­än­dert sein“, sagt die Gy­nä­ko­lo­gin Dr. Ur­su­la Scholz. Wie lan­ge die Symptome an­dau­ern, ist in­di­vi­du­ell. Mög­lich sind zwei Wo­chen oder nur we­ni­ge Ta­ge vor der Pe­ri­ode. Die Ur­sa­che: Vor dem Be­ginn der Mens­trua­ti­on ist der Hor­mon­haus­halt im Un­gleich­ge­wicht. Es zir­ku­liert mehr Östro­gen als Pro­ges­te­ron im Blut. Da­durch la­gert sich ver­mehrt Was­ser im Ge­we­be ein. Be­son­ders schlan­ke Frau­en sind von Be­schwer­den be­trof­fen.

soll­ten un­se­re Brüs­te ein­mal im Mo­nat ab­tas­ten: am bes­ten et­wa drei Ta­ge nach Be­ginn der Pe­ri­ode Weil sie we­ni­ger Fett­ge­we­be un­ter der Haut ha­ben, spü­ren sie Ver­här­tun­gen deut­li­cher. Dr. Scholz emp­fiehlt: „Tra­gen Sie ei­nen fes­ten Sport-BH und ver­mei­den Sie Sport­ar­ten, bei de­nen der Ober­kör­per mit in Be­we­gung ist.“Ein be­währ­tes Haus­mit­tel: Die Brüs­te mit Kohl­blät­tern küh­len. Da­für Weiß­kohl­blät­ter vom Strunk ent­fer­nen, wa­schen, trock­nen und glät­ten. So in den BH ste­cken, dass die Brüs­te ganz be­deckt sind. Oder: den Bu­sen mit ei­nem Hor­mon­gel (z. B. „Mas­to­dynon“, auf Re­zept) ein­rei­ben. Das da­rin ent­hal­te-

ne Pro­ges­te­ron gleicht das Östro­gen­über­ge­wicht aus. Oh­ne­hin ist es aber so, dass zy­klus­be­ding­te Symptome mit dem Ein­set­zen der Pe­ri­ode ver­schwin­den. „Trotz­dem soll­ten al­le Kno­ten, die neu auf­tre­ten, beim Frau­en­arzt ab­ge­klärt wer­den“, so Dr. Scholz.

Ab zum arzt

We­sent­lich sel­te­ner sind Be­schwer­den, die un­ab­hän­gig vom Zy­klus be­ste­hen. Mit dem Arzt­be­such soll­ten Sie dann auf kei­nen Fall zö­gern. „Sind die Schmer­zen oder das Span­nen durch­ge­hend, kann das an der An­ti­ba­by­pil­le, Spi­ra­le oder ei­nem an­de­ren Hor­mon­prä­pa­rat lie­gen“, sagt Dr. Scholz. In die­sem Fall ist oft ein an­de­res Me­di­ka­ment die Lö­sung. Auch ei­ne eher sel­te­ne, aber mög­li­che Er­kran­kung: Die Brust ist ent­zün­det. „Au­ßer­halb ei­ner Schwan­ger­schaft ist oft un­klar, war­um die Ent­zün­dung auf­tritt. Mög­lich ist zum Bei­spiel ei­ne Re­ak­ti­on auf die Ein­nah­me ei­ner neu­en Pil­le. Symptome kön­nen Rö­tung, sehr war­me Brüs­te und Fie­ber sein“, so die Ex­per­tin. Vor al­lem Rau­che­rin­nen sind häu­fig be­trof­fen. Da es sich um ei­ne In­fek­ti­on mit Bak­te­ri­en han­delt, wird sie mit An­ti­bio­ti­ka be­han­delt.

ho­he hei­lungs­chan­cen

Tritt der Fall ein, dass wir selbst oder der Arzt bei der Tas­tun­ter­su­chung Kno­ten ent­de­cken, ist auch das noch kein Grund, Angst zu ha­ben. Mit ho­her Wahr­schein­lich­keit sind es nur Zys­ten, al­so gut­ar­ti­ge Tu­mo­re. „Die­se müs­sen sel­ten be­han­delt wer­den, weil sie meist kei­ne Be­schwer­den be­rei­ten.“Et­wa 80 Pro­zent der Kno­ten stel­len Frau­en selbst fest: „Der Arzt tas­tet zwar pro­fes­sio­nel­ler, aber er sieht die Pa­ti­en­tin nur ein­mal im Jahr“, so die Ex­per­tin. Be­son­ders wich­tig: Die Selbst­un­ter­su­chung er­höht die Hei­lungs­chan­cen im Fal­le ei­nes bös­ar­ti­gen Tu­mors. Denn je frü­her der Kno­ten ent­deckt wird, des­to klei­ner ist er oft noch und da­mit bes­ser the­ra­pier­bar. Hat sich der Krebs noch nicht aus­ge­brei­tet, kann er zu 90 Pro­zent ge­heilt wer­den. „Es gibt heu­te vie­le Be­hand­lungs­mög­lich­kei­ten, so­dass die Chan­cen, den Krebs zu be­sie­gen, sehr hoch sind.“

Das Ri­si­ko, an Brust­krebs zu er­kran­ken sinkt, wenn Sie nor­mal­ge­wich­tig sind, sich re­gel­mä­ßig be­we­gen, nicht rau­chen und we­nig Al­ko­hol kon­su­mie­ren.

FI­GUR-FRA­GE Gera­de schlan­ke Frau­en spü­ren Ve­rän­de­rung am Brust­ge­we­be deut­lich, da sie we­ni­ger Fett­ge­we­be un­ter der Haut ha­ben 82 Brüs­te

selbst hand an­le­gen Wir

die Dia­gno­se ab­war­ten Ver­här­tun­gen und Kno­ten ha­ben vie­le Frau­en: Meist sind sie gut­ar­tig!

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