Der­bes­te Rat mei­nes Le­bens

Fünf Frau­en ver­ra­ten, wel­cher Tipp sie wirk­lich wei­ter­ge­bracht hat. Und ei­ne Psy­cho­lo­gin er­klärt, wie wir die rich­ti­gen Wor­te fin­den

SHAPE (Germany) - - Inhalt / Januar-Februar -

5 Frau­en er­zäh­len, wel­cher Tipp Sie wirk­lich wei­ter­ge­bracht hat

G„Gu­ter Rat ist teu­er“, be­sagt ein Sprich­wort. Und meint da­mit nicht un­se­ren An­la­ge­be­ra­ter. Nein, Rat­schlä­ge be­kom­men wir über­wie­gend von Le­bens­part­nern, Freun­den, An­ge­hö­ri­gen oder Kol­le­gen – fast täg­lich, in der Re­gel un­ge­fragt. Das Pro­blem da­bei: Die meis­ten Tipps sind wert­los! Oder noch schlim­mer: schäd­lich! Wie auch die Di­plom-Psy­cho­lo­gin Ju­lia Scharn­horst be­stä­tigt: „In 99 Pro­zent al­ler Fäl­le sind Rat­schlä­ge un­pas­send und zur Hälf­te so­gar be­lei­di­gend!“Was aber macht dann ei­nen gu­ten Rat aus? Wie er­ken­nen wir ihn – und wie set­zen wir ihn um? Wie er­tei­len wir ihn selbst? Zu all dem frag­ten wir ei­ne Ex­per­tin um … genau … Rat.

Ken­nen wir al­le

Schon mal er­lebt? Wer sich in ei­ner Be­rufs-, Fi­gur- oder Be­zie­hungs­kri­se be­fin­det, fühlt sich nicht sel­ten von Hob­by-Psy­cho­lo­gen um­ringt. Dann hö­ren wir gut ge­mein­te Weis­hei­ten wie „Hast du mal dar­über nach­ge­dacht zu kün­di­gen?“oder „War­um machst du kei­ne Di­ät?“. Ein be­lieb­ter Klas­si­ker auch: „Ach, der Typ ist es nicht wert. Ver­giss ihn!“Als Ein Trost­pflas­ter für Jo­han­na (25) „Mein klei­ner Bru­der muss sich im­mer mei­ne Sor­gen an­hö­ren. Die­ser Spruch ist sei­ne Stan­dard­ant­wort. Was Spe­zi­fi­sche­res sagt er nie, aber es passt im­mer und bringt mich zum La­chen, weil ich schon da­mit rech­ne. Egal ob Herz­schmerz oder Stress – der Satz tut gut!“

Ein Ven­til für Ju­lia (25)

„Mein Job als Pro­jekt­lei­te­rin ist wahn­sin­nig stres­sig und nimmt viel Zeit in An­spruch. Ich hat­te oft mie­se Lau­ne und schlief auch schlecht. Bis ich mir den Rat mei­ner bes­ten Freun­din zu Her­zen ge­nom­men und mit Akro­ba­tik an­ge­fan­gen hab! Heu­te geht’s mir viel bes­ser.“

„Al­les ist gut, so­lan­ge du wild bist!“

„Frag dich im­mer: Was ist das Schlimms­te, das pas­sie­ren könn­te?“

Mehr Selbst­be­wusst­sein für Ka­rin (23) „Ich ha­be nach ei­nem Sport ge­sucht, der mir mehr Selbst­be­wusst­sein ge­ben soll­te. Po­le­dance fand ich schon im­mer cool, ha­be mich al­ler­dings nie ge­traut. Aber ei­ne en­ge Freun­din traf mit ih­rem Tipp voll ins Schwar­ze. Nichts Schlim­mes pas­sier­te, im Ge­gen­teil: Ich hat­te gro­ßen Spaß!“ hät­ten wir das nicht schon ver­sucht! Auf die­se of­fen­sicht­li­chen Lö­sun­gen un­se­rer Pro­ble­me sind wir in all den schlaf­lo­sen Näch­ten na­tür­lich schon längst selbst ge­kom­men! Not hel­ping!! Na­tür­lich mei­nen es die Rat­ge­ber nur gut mit uns. Aber, um bei Sprich­wör­tern zu blei­ben: „Das Ge­gen­teil von gut ist gut ge­meint.“Und wie geht man mit solch we­nig hilf­rei­chen Tipps dann um? „Dan­ke, das ist lieb. Ich denk mal drü­ber nach.“NOT! Aber so sto­ßen wir we­nigs­tens nie­man­den vor den Kopf, der uns ei­gent­lich ja nur hel­fen will.

So kommt’s an Wie for­mu­liert man al­so ei­nen gu­ten Rat­schlag? Laut Ju­lia Scharn­horst soll­te das obers­te Rat­ge­ber-Ge­bot lau­ten: „Nur, wenn Sie dar­um ge­be­ten wer­den. Sonst kennt der Ge­gen­über die Lö­sung näm­lich ent­we­der schon selbst – oder er will sie schlicht­weg nicht hö­ren.“Was, wenn man nicht um Rat ge­fragt wird, ihn trotz­dem drin­gend los­wer­den will? Dann gilt es, erst mal ei­ne Hand­lungs­be­reit­schaft zu schaf­fen. Ers­ter Step: vor­sich­ti­ges Vor­tas­ten, Ich-Bot­schaf­ten sen­den und die ei­ge­nen Ein­drü­cke schil­dern. So wirkt

„Es ist wich­tig, nie­mals still zu ste­hen.“ „Geh im­mer dort hin, wo du dich le­ben­dig fühlst.“

Ei­ne Per­spek­ti­ve für Sa­b­ri­na (23) „Die­sen Rat ga­ben mir mei­ne El­tern mit auf den Weg, als ich mit 18 aus­zog und mit dem Stu­di­um be­gann. Und wirk­lich: Wenn mir ein Ort nicht ge­fällt, ei­ne Be­zie­hung oder ein Job mich ein­engt – dann kann ich im­mer ge­hen. Ein be­frei­en­der Ge­dan­ke!“ die Mes­sa­ge nicht be­vor­mun­dend, son­dern ehr­lich und em­pa­thisch. „Ich ha­be das Ge­fühl, du bist un­glück­lich.“Wenn die Ant­wort „ja“lau­tet, ei­ne Ein­la­dung aus­spre­chen: „Darf ich dir mal ei­nen Tipp ge­ben?“So ei­ne sanf­te Of­fen­si­ve wird in den meis­ten Fäl­len an­ge­nom­men.

voll­tref­fer! Im­mer­hin: Ne­ben den 99 Pro­zent Rat­schlag-Fails gibt es ja auch noch das ei­ne Pro­zent. Ganz be­stimm­te Men­schen. Und ganz be­stimm­te Si­tua­tio­nen. Und wenn ein be­stimm­ter Mensch in ei­ner be­stimm­ten Si­tua­ti­on genau die rich­ti­gen Wor­te fin­det, den per­fek­ten Rat pa­rat hat – dann ist der nicht teu­er, son­dern ein wun­der­ba­res Ge­schenk, ein­fach un­be­zahl­bar. Manch­mal so tref­fend, dass wir ihn nie wie­der ver­ges­sen. Und ihn uns – in ver­gleich­ba­ren Si­tua­tio­nen – im­mer wie­der ins Ge­dächt­nis ru­fen. Ei­ne sol­che Er­fah­rung ha­ben auch die Frau­en in die­ser Ge­schich­te ge­macht. Mehr Zu­ver­sicht für Ca­te­ri­na (26)

„Mei­ne Oma hat recht: Man kommt ja öf­ter mal an ei­nen Punkt, an dem man nicht wei­ter weiß im Le­ben. Nach dem Abi. Nach ei­ner Be­zie­hung. Haupt­sa­che, du bleibst dann nicht un­tä­tig, son­dern be­wegst dich. Egal in wel­che Rich­tung. Dann er­gibt sich schon was.“

al­le Rat­schlä­ge, die die­se Le­se­rin­nen be­ka­men, ha­ben eins ge­mein­sam: Sie kom­men von ge­lieb­ten Men­schen und ver­mit­teln po­si­ti­ves Den­ken. Auch spie­gelt sich in ih­nen ehr­li c hes I nte­re s s e. Es s i nd kei­ne So­fort­hil­fe-Lö­sun­gen. Son­dern Denk­an­stö­ße, die ei­nem ei­ne an­de­re, bes­se­re Per­spek­ti­ve aufs Le­ben ge­ben. Die man selbst noch wei­ter­den­ken „darf“, um sie dann in die Tat um­zu­set­zen. Die uns ver­an­las­sen, län­ger­fris­tig et­was an un­se­rer Ein­stel­lung zu än­dern. Gu­te Rat­schlä­ge ma­chen uns stär­ker, fit­ter, glück­li­cher, selbst­be­wuss­ter. Dau­er­haft.

Un­se­re ex­per­tin

Di­plom-Psy­cho­lo­gin Ju­lia Scharn­horst stand uns mit Rat und Tat zur Sei­te. Mehr In­fos un­ter ju­lia-scharn­horst.de

durch­at­men Heu­te ist Ju­lia viel ent­spann­ter und kann es auch mal ru­hi­ger an­ge­hen las­sen

Son­nen­kind Jo­han­na hat ge­lernt, das Le­ben nicht so ernst zu neh­men

Hoch hin­aus In­zwi­schen traut sich Ka­rin auch an die schwie­ri­ge­ren Fi­gu­ren. Und wenn die Leu­te gu­cken? Cool!

Traut­sich was Sa­b­ri­na ist ex­tro­ver­tiert (sie­he Haar­far­be) und gern un­ter­wegs

Po­wer­frau Die Mas­ken­bild­ne­rin hat im Le­ben schon viel aus­pro­biert

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