Mit Cock­tail­kir­schen zum Traum­ge­wicht?

Es ist der Wohl­fühl-Trend für die­sen Som­mer: in­tui­ti­ves Es­sen, Ab­neh­men oh­ne Ver­bo­te. Kann das funk­tio­nie­ren? Un­se­re Au­to­rin hat da so ih­re Zwei­fel …

SHAPE (Germany) - - Inhalt / Mai -

Ko­lum­ne

„In­tui­ti­ve Ea­ting“– schon mal ge­hört? Ist ja an­geb­lich DIE Lö­sung, um dem gan­zen Diät­wahn zu ent­kom­men. Ab­neh­men oh­ne Stress. Nur das es­sen, was der Kör­per wirk­lich braucht. Mein Bauch­ge­fühl sagt mir, was auf dem Tel­ler lan­den soll­te. Und ich sa­ge: ­su­per! Dann gibt es eben nur noch Nuss- Eier­li­kör-Tor­ten mit che­miero­ten Cock­tail­kir­schen drauf! Wirk­lich, ich mag die, und mein Bauch erst – ob­wohl i ch weiß, dass die fie­sen Frücht­chen qua­si aus nichts an­de­rem als Zu­cker und Le­bens­mit­tel­far­be be­ste­hen. Aber im Ernst, ich will es mit dem „In­tui­ti­ve Ea­ting“ver­su­chen … Was be­deu­tet In­tui­ti­on ei­gent­lich, wenn’s ums Es­sen geht? Hat es et­was da­mit zu tun, dass ich bei Lie­bes­kum­mer wie fern­ge­steu­ert Schich­tNou­gat ver­nich­te oder bei Stress im Job mehr­mals täg­lich ei­ne Whi­te ­Ca­ra­mel Raspber­ry Hot Cho­co­la­te be­stel­le? Und wie per­vers ist ei­gent­lich mei­ne In­tui­ti­on, wenn ich da­zu so­gar ein Dou­ble Cream Top­ping neh­me? Das hat wohl eher nichts mit dem wah­ren, in­tui­ti­ven Es­sen zu tun. Ja, ich muss es mir ein­ge­ste­hen: Mein na­tür­li­ches Ess­ver­hal­ten hab ich ver­lo­ren. Mein Kör­per ist ein Jun­kie. Die Dro­gen: Zu­cker und Fett. Doch da­mit ist jetzt Schluss. Nicht et­wa mit­hil­fe ei­nes kal­ten Ent­zugs, son­dern mit der Rück­be­sin­nung auf das, was ich „ei­gent­lich“auf mei­nem Tel­ler lie­be. Kin­der sind da­für das per­fek­te Vor­bild. Ich be­su­che mei­ne Freun­din. Sie hat ei­nen vier­jäh­ri­gen Sohn. Finn be­gut­ach­tet das Es­sen wie ein klei­ner Pro­fes­sor. Stimmt die Far­be? Was ist mit der Form? Wie ist der Ge­ruch? Passt ihm ir­gend eins die­ser Kri­te­ri­en nicht, schiebt er den Tel­ler ein­fach weg. Der ers­te Bis­sen mun­det nicht? Dann ist der Rest schon durch­ge­fal­len. Statt Tor­te greift er wie au­to­ma­tisch zum fri­schen Ap­fel – den liebt er, al­ler­dings nur ge­schält. Auf dem Spiel­platz mel­det er sich, wenn er Hun­ger hat. Dann gibt es ei­nen Voll­korn­keks – und der Ap­pe­tit ist ge­ges­sen. Finn ist für zwei Wo­chen mein Er­näh­rungs-Coach. Das Wich­tigs­te: Ich es­se be­wusst, oh­ne Han­dy und oh­ne Fern­se­her. Me­di­en sind ver­bo­ten, da­für al­le Le­bens­mit­tel er­laubt. Koh­len­hy­dra­te gibt’s re­gel­mä­ßig. So oft wie mög­lich sit­ze ich ge­mein­sam mit mei­nem Freund am Tisch, su­che beim Ein­kau­fen die kna­ckigs­ten Pa­pri­ka aus, schnup­pe­re neu­gie­rig an Kräu­tern und Ge­wür­zen. Auf dem Tel­ler wird die Mahl­zeit über­prüft – ge­nau­so kri­tisch, wie ich es von Finn ken­ne. Es läuft su­per! Ich es­se ir­gend­wie we­ni­ger und rech­ne nichts mehr in Ka­lo­ri­en auf. Ha­be zwar nicht ab­ge­nom­men, aber ent­ge­gen mei­ner Be­fürch­tung auch kein Gramm mehr auf den Rip­pen. Finns Lieb­lings­S­nack ist jetzt auch mei­ner: Se­sam­stra­ßen-Voll­korn­kek­se! Und was soll ich sa­gen – auch er liebt che­miero­te Cock­tail­kir­schen.

„Wie per­vers ist mei­ne in­tui­ti­on, wenn ich ein dou­ble Cream Top­ping be­stel­le?“

Ver­bo­te? Sind ver­bo­ten! Wer ab und zu Lust auf Tor­te mit or­dent­lich Gar­ni­tur hat, darf ru­hig rein­bei­ßen ko lu m n e

Bunt ist gut! Un­se­re Au­to­rin liebt Far­ben, das gilt auch für ih­ren Wo­chen­ein­kauf im Su­per­markt

mmh, le­cker – Erd­nuss - Cur­ry! Der Schnup­per­test ist auf­schluss­reich. Ver­trau­en Sie auf Ih­re

Na­se!

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