Halt das Glück fest! Wie po­si­ti­ves Den­ken das Le­ben ver­än­dert

Wie po­si­ti­ves Den­ken un­ser gan­zes Le­ben ver­än­dert – und wir ab so­fort je­den Tag mit ei­nem Lä­cheln auf­wa­chen

SHAPE (Germany) - - Inhalt / Juni - Un­se­re Ex­per­tin Fe­li­ci­tas Heyne ist Di­plomP­sy­cho­lo­gin, sys­te­mi­sche The­ra­peu­tin und Buch­au­to­rin, zum Bei­spiel von „Glücks­fit­ness“(Ver­lag Her­der, ca. 4 €).

Man­che Leu­te ha­ben ih­ren Erst­wohn­sitz ein­fach auf der Son­nen­sei­te des Le­bens. Ein tol­les Da­te nach dem an­de­ren, die Prü­fung ir­gend­wie ge­ra­de so be­stan­den, den Straf­zet­tel mit ei­nem Lä­cheln in letz­ter Se­kun­de aus­ge­bremst. Und dann sind da auf der an­de­ren Sei­te die ewi­gen Pech­vö­gel. Schon wie­der ei­nen Ty­pen ge­trof­fen, der nur das ei­ne will. Schon wie­der schlech­ter in der Klau­sur ab­ge­schnit­ten als die an­de­ren. Mal wie­der aus Ver­se­hen im Hal­te­ver­bot ge­parkt. Der wah­re Un­ter­schied zwi­schen bei­den? Nur die Per­spek­ti­ve!

je­der ist an­ders

Was macht man­che Men­schen von Grund auf zu Op­ti­mis­ten, die Nie­der­la­gen lo­cker weg­ste­cken kön­nen, wäh­rend an­de­re pes­si­mis­tisch sind und über Ent­täu­schun­gen nur schwer hin­weg­kom­men? „Das ist ein Wech­sel­spiel aus Ver­an­la­gung und Er­fah­run­gen. Schon we­ni­ge St­un­den al­te Ba­bys re­agie­ren un­ter­schied­lich auf Ein­flüs­se von au­ßen, zum Bei­spiel ein lau­tes Ge­räusch. Ei­ni­ge er­schre­cken sich und wei­nen, an­de­re gu­cken in­ter­es­siert“, er­klärt Psy­cho­lo­gin Fe­li­ci­tas Heyne. „Au­ßer­dem hat un­ser Um­feld, vor al­lem die Fa­mi­lie, gro­ßen Ein­fluss auf uns. Denn wir über­neh­men die Art un­se­rer El­tern, die Welt zu se­hen, sind des­halb op­ti­mis­ti­scher oder ne­ga­ti­ver.“Je äl­ter wir wer­den, des­to mehr ver­fes­ti­gen sich un­se­re Denk­mus­ter. „Das Ge­hirn funk­tio­niert näm­lich wie ei­ne Au­to­bahn“, sagt die Ex­per­tin. „Häu­fi­ge Ge­dan­ken schlei­fen sich ein wie Spur­ril­len – und wir sind dann im­mer und im­mer wie­der in ih­nen un­ter­wegs.“Je nach „Fahrt­rich­tung“gibt es da eben Leu­te, die in ers­ter Li­nie po­si­tiv den­ken, und an­de­re, die mehr ne­ga­tiv ti­cken. Das Pro­blem da­bei: Men­schen nei­gen grund­sätz­lich da­zu, eher die In­for­ma­tio­nen auf­zu­neh­men, die ihr Den­ken be­stä­ti­gen. Des­halb se­hen die Schwarz­ma­ler vor al­lem das Schlech­te, wäh­rend die ver­meint­li­chen Glücks­pil­ze je­der Si­tua­ti­on et­was Po­si­ti­ves ab­ge­win­nen kön­nen. Nach dem Mot­to: Ent­täu­schen­des Da­te? Na und, im­mer­hin die per­fek­te Sto­ry für den nächsten Mä­dels­abend.

self-ful­fil­ling pro­phe­cy

Und dann ist da noch die Sa­che mit der selbst­er­fül­len­den Pro­phe­zei­ung. Das bes­te Bei­spiel sind Le­na und Ti­na, die auf ei­ne Par­ty ein­ge­la­den sind, auf der sie nur den Gast­ge­ber ken­nen. Wäh­rend Le­na da­von aus­geht, dass sie sich mit den an­de­ren Gäs­ten eh nichts zu sa­gen ha­ben wird, freut sich Ti­na auf neue Leu­te und in­ter­es­san­te Ge­sprä­che. Bei­de wer­den auf der Par­ty un­ter­be­wusst per­ma­nent nach et­was su­chen, das ih­re vor­he­ri­ge An­nah­me be­stä­tigt. Au­ßer­dem wird Ti­na Of­fen­heit und Le­bens­freu­de aus­strah­len, wäh­rend Le­na schon mit erns­tem Blick auf der Fei­er an­kommt. Auf wen ge­hen die an­de­ren Gäs­te dann wohl eher zu? Eben. Ge­nau­so wie mit der Par­ty ist es mit al­lem: Be­wer­bungs­ge­sprä­che, Prä­sen­ta­tio­nen oder Da­tes. An­de­re Men­schen re­agie­ren auf un­ser Ver­hal­ten und un­se­re Aus­strah­lung. Des­halb pas­siert der Glücks­ma­rie auch öf­ter Gu­tes als der Pech­ma­rie.

Po­si­ti­ves Den­ken tut nicht nur dem Geist, son­dern auch dem Kör­per gut: Op­ti­mis­ten le­ben län­ger und sind ge­sün­der. Das zeigt ei­ne US-Stu­die mit knapp 100.000 Teil­neh­mern.

Good news

Je­der kann ler­nen, po­si­ti­ver zu wer­den – und da­mit glück­li­cher und er­folg­rei­cher. Der Trick da­bei: al­te, ne­ga­ti­ve Denk­mus­ter aus dem Kopf ver­ban­nen. Fol­gen­de Übung hilft euch da­bei: Schaut euch ei­ne be­stimm­te Si­tua­ti­on, zum Bei­spiel ei­nen ver­mas­sel­ten Test, ge­nau an und ak­zep­tiert sie so, wie sie ist. Po­si­tiv den­ken heißt näm­lich nicht, die Au­gen vor Pro­ble­men zu ver­schlie­ßen und sich die La­ge schönzureden. Lenkt nun eu­re Auf­merk­sam­keit auf die po­si­ti­ven Aspek­te des Er­leb­ten, in­dem ihr euch fol­gen­de zwei Fra­gen stellt: Was ist das Gute dar­an? Was kann ich dar­aus ­ler­nen? Plötz­lich kommt euch die Er­kennt­nis, dass es bes­ser ist, durch­zu­fal­len als knapp zu be­ste­hen. So könnt ihr beim Nach­fol­ge­ter­min ein viel bes­se­res Er­geb­nis er­rei­chen. ­Au­ßer­dem wisst ihr jetzt, dass ihr frü­her mit den Vor­be­rei­tun­gen an­fan­gen müsst. Fragt euch au­ßer­dem min­des­tens drei­mal am Tag: Was ist ge­ra­de in die­sem Mo­ment gut? Viel­leicht seid ihr to­tal ge­stresst bei der Ar­beit, aber im­mer­hin gibt es dort die Kol­le­gin, die euch ver­steht und mit der ihr la­chen könnt. Wer möch­te, kann ein Glücks-­Ta­ge­buch füh­ren, in das er je­den Abend drei Din­ge schreibt, die an dem Tag schön wa­ren. Denn al­les, was auf­ge­schrie­ben wird, bleibt noch län­ger im Kopf, ver­fes­tigt sich. Sucht euch au­ßer­dem ein Glücks­man­tra und hängt es zum Bei­spiel von in­nen an die Woh­nungs­tür. So wer­det ihr im­mer dar­an er­in­nert, wenn ihr das Haus ver­lasst. Drei Bei­spie­le zum Aus­schnei­den ha­ben wir für euch schon mal vor­be­rei­tet (sie­he rechts). Ihr wer­det se­hen: Je öf­ter ihr euch zum po­si­ti­ven Den­ken „zwingt“, des­to häu­fi­ger wer­den eu­re Ge­dan­ken die Kur­ve krie­gen. Sie ver­las­sen die ein­ge­fah­re­ne Au­to­bahn in eu­rem Kopf und bau­en ganz lang­sam neue Stre­cken aus. Zu­erst sind es viel­leicht nur holp­ri­ge Feld­we­ge, aber mit der Zeit wer­den sie zu schö­nen, brei­ten Bou­le­vards ins Glück. Al­so: Gang ein­le­gen – und los!

schö­ne mo­men­te Mit ein paar ein­fa­chen Tricks kön­nen wir da­für sor­gen, dass un­se­re Träu­me nicht plat­zen

po­si­ti­ves den­ken bun­tes le­ben Ei­ne po­si­ti­ve Ein­stel­lung – und wir ha­ben al­les viel leich­ter im Griff

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