Selbst­ver­such 24- St­un­den-Wan­de­rung

Fit­ness-Res­sort­lei­te­rin An­na Tie­fen­ba­cher geht beim Ex­trem-Wan­dern an ih­re Gren­zen

SHAPE (Germany) - - Inhalt / August -

EEi­gent­lich ist ja schon 24 St­un­den wach zu blei­ben ei­ne sport­li­che Her­aus­for­de­rung – aber da­bei auch noch fünf Ber­ge rauf- und run­ter­lau­fen? Ich will es un­be­dingt pa­cken! Um 8 Uhr mor­gens fällt der Start­schuss. 72 Ki­lo­me­ter bei knapp 3.500 Hö­hen­me­tern lie­gen vor mir und 159 an­de­ren Ver­rück­ten. Die Stim­mung ist re­la­xed. Über­all Small Talk um mich her­um. Ge­wöh­nungs­be­dürf­tig für je­man­den, der sonst ma­xi­mal zu zweit un­ter­wegs ist und die Ru­he und Ein­sam­keit auf dem Berg schätzt. Al­le zwei, drei St­un­den pas­sie­ren wir V er pfle­gungs­sta­tio­nen, ma­chen ei­ne kur­ze Pau­se. Die ers­ten zehn St­un­den ver­ge­hen wie im Flug. Ich bin to­tal eu­pho­risch – den­ke: „Ist doch ea­sy.“

Halb­zeit Ab 19 Uhr fan­gen die Fuß­soh­len an zu bren­nen. Je­der Schritt fällt mir schwer – und bin jetzt froh, nicht al­lein un­ter­wegs zu sein. Mein Be­glei­ter lenkt mich mit Spä­ßen ab, zieht mich das letz­te end­lo­se Stück bis zum Abend­es­sen mit. Ei­ne hal­be St­un­de sit­zen, Nu­deln es­sen. Ich las­se mir die Bei­ne mas­sie­ren, er­set­ze die Wan­der- durch Trail­schu­he – und be­kom­me plötz­lich ei­nen Ener­gie­schub. „Wir schaf­fen das!“Die nächs­te Chal­len­ge: Wan­dern durch die mond­lo­se Nacht – nur im Schein der Stirn­lam­pe.

Ziel Mor­gens um 4 Uhr kämp­fen wir uns auf den letz­ten Gip­fel. Den Son­nen­auf­gang ge­nie­ßen? Da­für fehlt mir die Kraft. Al­les tut mir weh. 32 Teil­neh­mer ha­ben schon auf­ge­ge­ben. Als wir schließ­lich im Ziel mit kal­tem Sie­ger­bier und Mu­sik emp­fan­gen wer­den, kann ich es kaum glau­ben. Knapp 110.000 Schrit­te zeigt der ­Tra­cker an. Das sol­len mei­ne Bei­ne ­ge­schafft ha­ben? Un­glaub­lich! Ich bin so stolz auf mich und mei­nen Kör­per! Da­für drei Ta­ge vom fie­ses­ten Mus­kel­ka­ter ever ge­quält zu wer­den – das war es wert!

mo­ti­viert um 9 uhr Aus­ge­schla­fen und gut ge­launt wan­dern wir ober­halb des ­Te­gern­sees

Glüh­würm­chen­zug um 0U hr Wan­dern in der Dun­kel­heit hat et­was Me­di­ta­ti­ves. Kaum je­mand re­det jetzt mehr

Fix und fer­tig um 7UHR Die letz­ten Ki­lo­me­ter trot­te ich wie in Tran­ce vor mich hin. Hil­fe, wo ist mein Bett?

Sie­ger­lä­cheln um 8UHR „ Ge­schafft!“Die Gui­des rund um An­füh­rer Ed­dy (l.) ha­ben uns al­le si­cher ans Ziel ge­bracht

wer traut sich? Hier seht ihr mei­ne Te­gern­see-Run­de. Wei­te­re Rou­ten und In­fos gibt’s un­ter 24h-tro­phy.de (Kos­ten: ca. 110 Eu­ro)

Er­schöp­fung um 5UHr So ein Son­nen­auf­gang dau­ert ganz schön lang – Zeit für ei­nen 10-Mi­nu­ten-Po­wer-Nap

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