Can­yo­ning im Selbst­ver­such

Fit­ness-Re­dak­teu­rin Sa­rah Jung­claus geht voll den Bach runter – und hat Spaß da­bei

SHAPE (Germany) - - Inhalt -

EEs war gar nicht so leicht, je­man­den zu fin­den, der mich beim Can­yo­ning be­glei­ten woll­te. Spä­tes­tens wenn ich er­klär­te, dass man da­bei ei­nem na­tür­li­chen Fluss­lauf vom Berg ins Tal folgt und sprin­gen, klet­tern, sich ab­sei­len und Was­ser­fäl­le her­un­ter­rut­schen muss, schüt­tel­ten vie­le den Kopf. Nur mei­ne Kol­le­gin Ka­tha ließ sich schließ­lich von mei­nen Über­re­dungs­küns­ten à la „Komm, das wird ein gro­ßes Aben­teu­er!“über­zeu­gen. Und das soll­te es tat­säch­lich wer­den …

los geht’s Aus­ge­rüs­tet mit Helm, Klet­ter­gurt, al­ten Turn­schu­hen (ist egal, wenn die ka­putt­ge­hen), Neo­pren­an­zug und -so­cken star­ten wir vier Teil­neh­mer und Gui­de Chris oben auf dem Berg, wa­ten vor­sich­tig durchs knie­tie­fe Was­ser. „Da vorn sei­len wir uns ab“, ruft er, als wir noch kei­ne fünf Mi­nu­ten un­ter­wegs sind. „Da soll ich runter?!“, den­ke ich, wäh­rend der Blick vom Rand der Klip­pe et­wa zehn Me­ter in die Tie­fe geht und Chris den Ka­ra­bi­ner­ha­ken des Seils in mei­nen Klet­ter­gurt ein­klinkt. Das ist Chef­sa­che! Lang­sam stei­ge ich rück­wärts die stei­le Berg­wand her­un­ter. Ge­schafft! Wei­ter geht’s mit ei­nem fünf Me­ter tie­fen Sprung ins eis­kal­te Was­ser. „Im­mer die Bei­ne an­zie­hen. Hier ist es nicht so tief!“, warnt Chris. Na toll, das wird hier hof­fent­lich kein Bein­bruch für mich. „Au­gen zu und durch“, den­ke ich mir und sprin­ge. Das Was­ser hat ge­fühlt kei­ne 15 Grad. Der Neo­pren­an­zug soll ei­nen doch schüt­zen?! Klappt aber nicht, wenn er von in­nen voll­ge­so­gen ist. Egal, das vie­le Ad­re­na­lin im Blut lässt mich die Käl­te kaum spü­ren. Nach wei­te­ren wil­den Sprün­gen und Ab­seil-Ak­tio­nen (bis zu 16 Me­ter tief) kommt das ab­so­lu­te High­light: Wir rut­schen an Was­ser­fäl­len runter – ju­huuuu!

schon vor­bei? Die 3,5-St­un­den-Tour ver­geht wie im Flug. Als wir im Tal an­kom­men, wür­de ich am liebs­ten so­fort wie­der rauf auf den Berg – noch ei­ne Run­de „schluch­teln“. Der Mus­kel­ka­ter am nächs­ten Tag bleibt zum Glück aus, aber an­stren­gen­de­re Rou­ten for­dern die Bein- und Arm­mus­ku­la­tur noch mehr. Die­ses Aben­teu­er wür­de ich je­der­zeit wie­der wa­gen!

selbst­ver­such ES geht berg­ab Beim ers­ten Ab­stieg ist mir noch et­was mul­mig

sa fe­ty first Chris von „Berg­was­ser“führt uns si­cher durch die Schlucht. Mehr In­fos: can­yo­nin­gall­gäu.de

blau­mann mal an­ders … und ähn­lich prak­tisch wie das Bau­ar­bei­ter-Pen­dant. Der hier schützt vor Krat­zern durch die schar­fen Fel­sen

team­work Die Tou­ren fin­den in klei­nen Grup­pen statt. Al­le hel­fen sich ge­gen­sei­tig – wie hier Kol­le­gin Ka­tha (r.) und ich

rut­schen ist ein kin­der­spiel? Schön wär’s! Am Was­ser­fall geht’s 5 Me­ter steil in die Tie­fe

hän­ge­par­tie In man­chen Pas­sa­gen kann man nicht mal mehr klet­tern – son­dern seilt sich mu­tig ab

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