Schön von in­nen

Klei­ne Wun­der­waf­fen für pral­le Haut, star­ke Nä­gel und schö­nes Haar: Was Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel wirk­lich kön­nen

SHAPE (Germany) - - Inhalt / Oktober -

Was kön­nen Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel wirk­lich?

Sie sind klein, oft rund und mit ei­nem Happs im Mund. Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel gel­ten für vie­le als idea­ler Be­au­ty-Boos­ter, der dem Kör­per schnell und ein­fach Nähr­stof­fe zu­führt. Stars wie Chris­ty Tur­ling­ton, El­le Macph­er­son (Spitz­na­me „The Bo­dy“) und Ky­lie Jen­ner grei­fen re­gel­mä­ßig zu ­Pil­len und Am­pul­len und zei­gen das auch auf ih­ren Ins­ta­gram-Ac­counts. Doch was kön­nen die­se Wun­der­waf­fen wirk­lich ge­gen Fal­ten, brü­chi­ge Haa­re und ka­put­te Nä­gel aus­rich­ten – und wann macht die Ein­nah­me Sinn? „Ei­gent­lich könn­ten wir die für den Kör­per not­wen­di­gen Mengen an Vit­ami­nen und Mi­ne­ral­stof­fen mit ei­ner aus­ge­wo­ge­nen Er­näh­rung lo­cker ­auf­neh­men“, er­klärt die Der­ma­to­lo­gin Dr. Su­san­ne Stein­kraus. Es gibt aber vie­le Grün­de, war­um uns das im­mer sel­te­ner ge­lingt: „Zum ei­nen ste­cken in un­se­ren Le­bens­mit­teln ein­fach nicht mehr so vie­le Nähr­stof­fe wie frü­her, was zum Bei­spiel an lan­gen Trans­port­we­gen und schlech­te­ren Bö­den liegt. Au­ßer­dem er­näh­ren wir uns nicht im­mer ge­sund, ste­hen oft un­ter Stress, sind Um­welt­gif­ten aus­ge­setzt und be­we­gen uns zu we­nig oder zu ein­sei­tig“, er­klärt die Ex­per­tin. Ei­ne grund­sätz­li­che Un­ter­ver­sor­gung be­stä­tig­te be­reits ein Be­richt der Deut­schen Ge­sell­schaft für Er­näh­rung von 2012: Da­nach wie­sen über 50 Pro­zent der un­ter­such­ten Pro­ban­den zu ge­rin­ge Vit­amin-DWer­te auf. Zu­dem litt ein Groß­teil der Test­per­so­nen un­ter Fol­säu­re- so­wie Ei­sen­man­gel und hat­te zu we­nig ­Mi­ne­ral­stof­fe wie Zink oder Se­len und An­ti­oxi­dan­ti­en im Blut.

Wann sind Pil­len sinn­voll?

Ei­nen Nähr­stoff­man­gel kann man uns buch­stäb­lich „an­se­hen“: Nä­gel wer­den brü­chig, die Haut wirkt fahl, den Haa­ren fehlt Glanz oder sie kön­nen so­gar aus­fal­len. „Bei sol­chen Män­geln kann es sinn­voll sein, Mi­kro­nähr­stof­fe zu­zu­füh­ren“, emp­fiehlt Dr. Si­mon Feld­haus, Fach­arzt für All­ge­mein­me­di­zin und An­ti-Aging. „Mi­kro­nähr­stof­fe wie et­wa Zink, Bio­tin und Se­len kön­nen die lee­ren Spei­cher auf­fül­len. Sie re­gen nicht nur die Zell­pro­duk­ti­on an,

son­dern wir­ken auch ge­gen Ent­zün­dun­gen im Kör­per, weh­ren freie Ra­di­ka­le ab und lei­ten to­xi­sche Me­tal­le aus dem Kör­per.“So kön­nen die­se Rund­um­ver­sor­ger Haut, Haa­ren und Nä­geln da­bei hel­fen, sich schnel­ler zu er­neu­ern. Auch B-Vit­ami­ne sind wah­re Hel­den, wenn es um ge­sun­de, gut durch­feuch­te­te Haut, glän­zen­des Haar und sta­bi­le Nä­gel geht. Sie schüt­zen die Zel­len eben­falls vor oxi­da­ti­vem Stress, re­gen zu­dem die Kol­la­gen­bil­dung an und wir­ken so schlaf­fem Bin­de­ge­we­be ent­ge­gen.

Was leis­ten An­ti-Fal­ten-Hel­fer?

Den Al­te­rungs­pro­zess an sich kann man na­tür­lich auch mit Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln nicht auf­hal­ten – mit den rich­ti­gen Wirk­stof­fen aber ei­ni­ges da­für tun, die sicht­ba­ren Ef­fek­te ab­zu­mil­dern und ein Stück weit vor­zu­beu­gen: „In ers­ter Li­nie geht es dar­um, Haut­schä­den durch Um­welt­be­las­tun­gen wie UV-Strah­lung und Um­welt­ ver­schmut­zung zu ver­mei­den oder zu be­han­deln“, klärt Dr. Feld­haus auf. „Da­für wer­den vor al­lem An­ti­oxi­dan­ti­en wie Vit­amin E und Vit­amin C ein­ge­setzt – ins­be­son­de­re Ca­ro­ti­no­ide, die den Kör­per vor frei­en Ra­di­ka­len schüt­zen.“Au­ßer­dem spie­len für die Hau­te­las­ti­zi­tät Fett­säu­ren ei­ne gro­ße Rol­le. „Da wir auch Ome­ga-3-Fett­säu­ren nicht mehr aus­rei­chend über die Nah­rung

auf­neh­men kön­nen, ist die Zu­fuhr hoch do­sier­ter Prä­pa­ra­te (vor al­lem auf Ba­sis von Fisch- oder Al­gen-Öl) ei­ner der wich­tigs­ten Punk­te“, so Feld­haus. Vit­amin B12 und Fol­säu­re sind eben­falls Be­au­ty-Boos­ter, da sie die Ener­gie­pro­duk­ti­on in den klei­nen Kraft­wer­ken der Zel­le, den Mi­to­chon­dri­en, auf­recht­er­hal­ten und so die Zel­ler­neue­rung ­an­kur­beln. Laut Frau Dr. Stein­kraus ver­sor­gen auch Hyalu­ron­säu­re und Co­en­zym Q10 die Haut mit Feuch­tig­keit, fes­ti­gen das Bin­de­ge­we­be und feu­ern die Zel­ler­neue­rung an. Al­ler­dings wer­den die­se kör­per­ei­ge­nen Stof­fe mit zu­neh­men­dem Al­ter nur noch in ge­rin­ge­ren Mengen pro­du­ziert. Kos­me­tikund Nah­rungs­er­gän­zungs-Pro­duk­te sol­len dann die­se Lü­cke fül­len.

Wie schnell wir­ken sie?

Wer denkt, dass er jetzt nur eben kurz ei­ne Pil­le ein­schmei­ßen muss und – zack – am nächs­ten Tag schö­ner auf­wacht, der liegt falsch. „Je grö­ßer der Man­gel, des­to län­ger dau­ert es, bis er wie­der be­ho­ben ist. Mit ei­ner ein­zi­gen Ein­nah­me ist es da lei­der nicht ge­tan“, so Frau Dr. Stein­kraus. „Wer schö­ner wer­den will, muss die Pil­len re­gel­mä­ßig ein­neh­men – und selbst dann kann es Wo­chen oder so­gar Mo­na­te dau­ern, bis ein De­fi­zit aus­ge­gli­chen ist“, er­gänzt sie. Auch An­ti-Aging-Ex­per­te Feld­haus warnt vor zu gro­ßem En­thu­si­as­mus: „Wer Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel für die Schön­heit ein­setzt, der braucht Ge­duld. Ver­bes­se­run­gen an Haut, Haa­ren oder Nä­geln sind oft erst nach meh­re­ren Wo­chen zu se­hen, da die Wir­kung vor al­lem bei den neu ge­bil­de­ten Zel­len an­setzt, al­so zum Bei­spiel bei nach­wach­sen­dem Haar“, weiß der Ex­per­te. Doch ei­ne kon­stan­te Ein­nah­me hat auch Vor­tei­le: Wer ein­mal ei­ne Pil­le oder ei­nen Shot ver­gisst, hat noch lan­ge nicht ver­lo­ren – schließ­lich geht es um die Lang­zeit­wir­kung.

Die rich­ti­ge Do­sis?

Ver­ges­sen ist das ei­ne. Doch was pas­siert, wenn man mal zu vie­le Pil­len ge­schluckt hat? „Ei­ne Über­do­sie­rung kann sich nach­tei­lig auf den Kör­per aus­wir­ken. Ge­fähr­lich wird es vor al­lem

dann, wenn man zu vie­le stark do­sier­te Ein­zel­prä­pa­ra­te ein­nimmt. Zu viel Kal­zi­um zum Bei­spiel kann Nie­ren­stei­ne be­güns­ti­gen und ge­nau wie ei­ne Über­do­sis Ei­sen das Ri­si­ko f ür Herz­in­fark­te er­hö­hen. Auch Ar­te­rio­sk­le­ro­se kann hier zum The­ma wer­den“, warnt Frau Dr. Stein­kraus. Und Kol­le­ge Dr. Feld­haus er­gänzt: „Die Ein­nah­me von hoch do­sier­tem Vit­amin D über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum oh­ne ärzt­li­che Kon­trol­le kann da­zu füh­ren, dass to­xi­sche Wir­kun­gen ent­ste­hen.“Im Zwei­fel ra­ten bei­de: „Lie­ber ei­nen Arzt auf­su­chen und Män­gel oder even­tu­el­le Krank­hei­ten klä­ren l as­sen. Das gilt auch für Schwan­ge­re und Kin­der oder wenn man par­al­lel Me­di­ka­men­te ein­nimmt.“Und was ist mit Mul­ti­prä­pa­ra­ten – sind die harm­los? Hier gibt Dr. Si­mon Feld­haus Ent­war­nung: „Im Ge­gen­satz zu ein­zel­nen hoch kon­zen­trier­ten Wirk­stof­fen ist ei­ne Über­do­sie­rung bei Mul­ti­prä­pa­ra­ten mit vie­len In­halts­stof­fen eher un­wahr­schein­lich, da­für sind die Do­sie­run­gen ein­fach zu ­ge­ring.“Tipp: Prä­pa­ra­te im­mer wie auf der An­lei­tung an­ge­ge­ben ein­neh­men und da­bei am bes­ten auf koffe­in­hal­ti­ge Ge­trän­ke wie Kaf­fee und Ener­gy­drinks ver­zich­ten – die kön­nen die Auf­nah­me und Wir­kung im Kör­per ab­schwä­chen.

Pil­le oder Drink: Wel­ches Prä­pa­rat passt zu mir?

Mitt­ler­wei­le gibt es auf dem Markt Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel in al­len mög­li­chen For­men: Pil­len, Pul­ver zum An­rüh­ren mit Was­ser bzw. Saft oder auch fer­ti­ge Flüs­sig­mi­schun­gen. Was die Wirk­wei­se be­trifft, gibt es kei­ne gro­ßen Un­ter­schie­de – au­ßer vi­el­leicht im täg­li­chen Ge­brauch: Pil­len sind län­ger halt­bar als flüs­si­ge Mit­tel und las­sen sich leich­ter trans­por­tie­ren. Trink-Am­pul­len eig­nen sich da­für bes­ser für Per­so­nen, die kei­ne Pil­len schlu­cken kön­nen oder wol­len. Be­son­ders ge­fragt sind Kom­bi­prä­pa­ra­te et­wa für Haut, Haa­re, Nä­gel – und eben An­ti-Aging. Ab wann macht da ei­ne Ein­nah­me von Nah­rungs­mit­te­l­er­gän­zun­gen Sinn? „Mit et­wa 25 Jah­ren – denn von da an baut der Kör­per lang­sam ab“, so Frau Dr. Stein­kraus. Aber wie ge­sagt: „Egal, ob es um ­ei­nen Ver­dacht auf star­ke Män­gel oder den maß­ge­schnei­der­ten An­tiAging-Fahr­plan geht – es macht auf je­den Fall Sinn, ei­nen Arzt auf­zu­su­chen. Erst auf Ba­sis ei­ner La­bord­ia­gnos­tik, die kon­kre­te Hin­wei­se lie­fert, kann der Arzt ei­ne per­fekt ab­ge­stimm­te Me­di­ka­ti­on emp­feh­len. Und na­tür­lich soll­te man trotz­dem wei­ter­hin auf ei­ne ge­sun­de und aus­ge­wo­ge­ne Er­näh­rung ach­ten. Denn auch wenn die neu­en Wun­der­mit­tel vi­el­leicht so ei­ni­ges be­wir­ken kön­nen: Wie schon der Na­me ver­rät, sind sie nur ei­ne Er­gän­zung zur Nah­rung.

zum Strah­len! Mit den rich­ti­gen Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln kön­nen wir die Haut wie­der ins Gleich­ge­wicht brin­gen – in Kom­bi­na­ti­on mit ei­ner aus­ge­wo­ge­nen Er­näh­rung!

Das Pro­blem an der Wur­zel pa­cken! Ge­schä­dig­tes Haar wächst mit den rich­ti­gen Nähr­stof­fen wie­der schön nach

Rund­um schön Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel kön­nen auch das Bin­de­ge­we­be fes­ti­gen – und so den Bo­dy straf­fen

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