Lo­ve My Bo­dy

Ge­wichts­pro­ble­me hat­te Ramona nie. Trotz­dem war sie lan­ge nicht gut zu ih­rem Kör­per. Sie muss­te erst ler­nen, ihn zu mö­gen

SHAPE (Germany) - - Inhalt / Oktober -

„Selbst­lie­be ist das Wich­tigs­te!“Ramona (24) muss­te erst ler­nen, ih­ren Kör­per zu mö­gen

MManch­mal pas­sie­ren dir im Le­ben Din­ge, die dich völ­lig aus der Bahn wer­fen. Bis zum Al­ter von zehn Jah­ren war ich Leis­tungs­tur­ne­rin, da­nach ei­ne Top-Bas­ket­bal­le­rin. Mit 13 wur­de ich krank. Was­ser­ein­la­ge­run­gen in den Bei­nen, furcht­ba­re Kopf­schmer­zen, Kon­zen­tra­ti­ons­pro­ble­me. Vor­her Ein­s­er­schü­le­rin, muss­te ich jetzt so­gar run­ter vom Gym­na­si­um.

Dia­gno­se Nach lan­gem Rät­sel­ra­ten wur­de bei mir Bor­re­lio­se fest­ge­stellt – aus­ge­löst durch ei­nen Ze­cken­biss, den ich als Drei­jäh­ri­ge hat­te. Es folg­ten ewi­ge Arzt­be­su­che, Kran­ken­haus­auf­ent­hal­te, ei­ne ra­di­ka­le Er­näh­rungs­um­stel­lung – und ein Jahr Sport­ver­bot. Mei­ne Bas­ket­ball-Kar­rie­re war da­mit be­en­det. Die Lie­be zum Sport aber noch lan­ge nicht.

Wei­ter geht’s Mei­ne nächs­te Lei­den­schaft: Hip-Hop-Tanz. Vier Mal pro Wo­che trai­nie­ren, am Wo­che­n­en­de Meis­ter­schaf­ten. 2011 star­te­te ich dann mei­ne Aus­bil­dung zur staat­lich ge­prüf­ten Sport- und Gym­nas­tik­leh­re­rin, ar­bei­te­te ne­ben­her als Trai­ne­rin. Mein Le­ben dreh­te sich um Fit­ness. Es ist fas­zi­nie­rend, zu wel­chen Ver­wand­lun­gen ein Kör­per fä­hig ist. 2015 nahm ich an der deut­schen Bo­dy­buil­der­meis­ter­schaft teil. 14 Wo­chen Vor­be­rei­tung: har­tes Trai­ning, ein noch här­te­rer Er­näh­rungs­plan. Kein Fett. Kei­ne Koh­len­hy­dra­te, nicht mal Obst. Mei­nen Kör­per­fett­an­teil re­du­zier­te ich so von 17 auf knapp 7 Pro­zent. Die­se ex­tre­me Wett­kampf­form ha­be ich dann ein gan­zes Jahr lang ge­hal­ten. Ir­gend­wie war es un­mög­lich auf­zu­hö­ren. Ich war wie süch­tig, trai­nier­te fünf Mal am Tag. Äu­ßer­lich war mein Kör­per per­fekt, doch in mir tob­te ein Kampf. En­de 2016 kam der Zu­sam­men­bruch, phy­sisch und psy­chisch. Was­ser­ein­la­ge­run­gen, Cor­ti­sol­über­schuss, Nie­der­ge­schla­gen­heit. Ich hat­te den Be­zug zu mei­nem Kör­per ver­lo­ren. Wann brau­che ich Es­sen? Schlaf? Trai­ning? Mein Kör­per war nur noch ei­ne Hül­le, die ich nicht mehr spür­te.

Wen­de­punkt

Mir wur­de be­wusst: Das ist kein Le­ben mehr! Ich woll­te wie­der net­ter zu mir und mei­nem Kör­per sein. In der Zeit ha­be ich mich viel mit Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung und Selbst­lie­be aus­ein­an­der­ge­setzt. Und so lang­sam wie­der zu mir selbst ge­fun­den. Ge­sund­heit und ein gu­tes Kör­per­ge­fühl sind das Wich­tigs­te im Le­ben. Das will ich an­de­ren Men­schen ver­mit­teln. Als Per­so­nal Trai­ne­rin und Er­näh­rungs-Coach kann ich jetzt auch an­de­ren hel­fen, sich in sei­nem Kör­per wohl­zu­füh­len.

„Ich bin noch nicht je­den Tag im Flow. Aber ich ar­bei­te dar­an!“

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