„Das Le­ben ist so schön, wie du es fin­dest!“

… und 14 wei­te­re Le­bens­weis­hei­ten klu­ger Frau­en, die uns so­fort glück­li­cher und zu­frie­de­ner ma­chen

SHAPE (Germany) - - Inhalt -

… und 14 wei­te­re wich­ti­ge Weis­hei­ten für je­de Le­bens­la­ge

Per­fek­tio­nis­mus ist ein ech­ter Glücks­kil­ler. Wer nicht so streng mit sich selbst ist, fühlt sich gleich viel un­be­schwer­ter

WWir le­ben in ei­ner Zeit, in der wir von In­for­ma­tio­nen über­flu­tet wer­den. Die meis­ten da­von ha­ben kei­nen blei­ben­den Wert. Le­bens­weis­hei­ten da­ge­gen ge­ben uns Halt. Es ist kein Zu­fall, dass die Post­kar­ten­stän­der voll sind mit Sprü­che­kar­ten. Und dass auf Ins­ta­gram so vie­le Zi­ta­te ge­pos­tet wer­den. Klu­ge Wor­te be­glei­ten uns durchs ­Le­ben. Sie kön­nen uns er­hei­tern, Um­stän­de oft tref­fen­der um­schrei­ben, als wir es selbst könn­ten, und uns trös­ten, wenn wir nicht mehr wei­ter­wis­sen. Wir ha­ben Buch­au­to­rin und Psy­cho­lo­gin Fe­li­ci­tas Heyne ge­fragt, wel­che Sprü­che sie durch ihr be­weg­tes Le­ben be­glei­tet ha­ben – und sind ganz be­rührt von so viel Weis­heit, Wahr­heit und Er­fah­rung …

Sei Pip­pi, nicht An­ni­ka!

„Die ers­ten 30 Jah­re mei­nes Le­bens war ich An­ni­ka: brav, strom­li­ni­en­för­mig, an­ge­passt, nach üb­li­chen Maß­stä­ben er­folg­reich. Im­mer drauf be­dacht, die Er­war­tun­gen an­de­rer zu er­fül­len. Per­fek­tio­nis­mus ist ein sehr zu­ver­läs­si­ger Glücks­kil­ler. Als ich das ver­stan­den hat­te, ging ich ge­zielt auf die Su­che nach mehr Leich­tig­keit und mehr Spie­le­ri­schem in mei­nem Le­ben. Fing an zu ex­pe­ri­men­tie­ren. Die wil­de Pip­pi Langs­trumpf ver­bockt ja auch mal Sa­chen – na und? Mö­gen wir sie des­halb we­ni­ger?!“

We­ni­ger Dra­ma, Ba­by!

„Ein un­po­pu­lä­rer Rat in Zei­ten dau­ern­der Selbst­in­sze­nie­rung: Wenn ich zu­rück­schaue auf vie­le Din­ge, die mich mal enorm be­las­tet ha­ben, kann ich nur noch lä­cheln. Man soll­te sich an­ge­sichts wid­ri­ger Er­eig­nis­se im­mer ­fra­gen: Wer­de ich es in fünf Jah­ren wirk­lich noch ge­nau­so schlimm fin­den? Oder man be­trach­tet das Gan­ze gleich vom Kos­mos aus – ist es dann wirk­lich noch so wich­tig? Das hilft ­ei­nem, ge­las­se­ner zu wer­den. Und ­Ge­las­sen­heit ist so wich­tig fürs Glück!

Es gibt im­mer ei­nen Weg – selbst ei­ne Sack­gas­se ist in Wahr­heit bloß ei­ne Um­lei­tung.

„Mit­ten in mei­nem Stu­di­um wur­de das Psy­cho­the­ra­peu­ten­ge­setz no­vel­liert. Mein er­klär­tes Ziel – selbst­stän­di­ge The­ra­peu­tin in ei­ge­ner Pra­xis – schien plötz­lich un­er­reich­bar: Für ei­ne Kas­sen­zu­las­sung wur­den nun drei zu­sätz­li­che, kos­ten­pflich­ti­ge Aus­bil­dungs­jah­re er­for­der­lich. Das war fi­nan­zi­ell für mich nicht drin. Ich glaub­te aber da­mals, nur mit Kas­sen­zu­las­sung kön­ne man als Psy­cho­the­ra­peut über­le­ben. Und such­te nach an­de­ren We­gen, ent­deck­te da­bei die sys­te­mi­sche The­ra­pie für mich. Ich be­kam mei­ne ers­te Stel­le bei ei­nem frei­en Trä­ger (das mach­te die Kas­sen­zu­las­sung hin­fäl­lig) und be­gann, als Fa­mi­li­en­the­ra­peu­tin mit so­zi­al schwa­chen Fa­mi­li­en zu ­ar­bei­ten. Die bes­te Schu­le mei­nes ­Le­bens – nicht nur fach­lich, auch mensch­lich! Ne­ben­bei ar­bei­te­te ich eh­ren­amt­lich als Be­ra­te­rin bei ei­nem Frau­en­not­ruf. Dar­aus ent­stan­den die ers­ten The­ra­pie­an­fra­gen von Men­schen, die mich so gut fan­den, dass sie be­reit wa­ren, mich auch pri­vat für ei­ne Be­ra­tung zu be­zah­len. Ir­gend­wann wa­ren es so vie­le, dass ich ­mei­ne fes­te Stel­le re­du­zie­ren, spä­ter auf­ge­ben und tat­säch­lich nur noch als freie The­ra­peu­tin ar­bei­ten konn­te.“

Willst du glück­lich sein im Le­ben, tra­ge bei zu and­rer Glück!

„Ein Goe­the-Zi­tat – und zen­tra­ler Glücks­brin­ger. An­de­ren zu hel­fen, macht uns näm­lich so­fort glück­lich(-er)! Das darf na­tür­lich nicht zur Selbst­auf­op­fe­rung füh­ren. Es kos­tet mich nichts, ei­ner Frem­den mor­gens in der Bahn zu sa­gen, wie toll ihr die Far­be des Man­tels steht – lässt sie aber übers gan­ze Ge­sicht strah­len. Und mich dann auch. Ich ha­be mich schon im­mer eh­ren­amt­lich en­ga­giert. Mo­men­tan ma­che ich fast nichts an­de­res mehr. Zu­sam­men

mit mei­nem Mann grün­de­te ich ein Hilfs­pro­jekt für Frau­en in Ent­wick­lungs­län­dern (uri­du.de) und ha­be Er­folg da­mit. Le­ben kön­nen wir da­von zwar (noch) nicht, küm­mern uns trotz­dem prak­tisch in Voll­zeit dar­um. Der Weg ent­steht beim Ge­hen …“

Wenn es dir Angst macht, ist es ei­nen Ver­such wert!

„Ei­ne Bin­sen­weis­heit: In sei­ner Kom­fort­zo­ne wächst man nicht. Ich bin ­ei­gent­lich ein ver­wur­zel­ter, auf Freun­de und Fa­mi­lie be­zo­ge­ner Mensch – ha­be es aber im­mer be­dau­ert, nicht mal im Aus­land ge­lebt zu ha­ben. Wür­de ich mich an­ders­wo zu Hau­se füh­len, mich auf ei­ne frem­de Spra­che und Kul­tur ein­las­sen kön­nen? Das mach­te mir viel Angst, reiz­te mich aber auch. Her­aus­fin­den konn­te ich es nur, in­dem ich es ris­kier­te. Al­so wan­der­ten mein Mann und ich 2010 nach Gran Ca­na­ria aus. Ei­ne Her­aus­for­de­rung, aber ich ha­be sie ge­meis­tert. Viel bes­ser, als ich es er­war­tet hat­te. In den Jah­ren dort ha­be ich un­glaub­lich viel über mich ge­lernt. Seit März 2017 sind wir wie­der hier in Deutsch­land. Aber die Er­fah­rung war un­be­zahl­bar. Ich traue mir heu­te Din­ge zu, die ich vor­her im Traum nicht ge­wagt hät­te.“

Geld folgt oft der Lei­den­schaft – Lei­den­schaft aber nie­mals dem Geld.

„Ich ha­be jah­re­lang nur zum Spaß über Psy­cho­lo­gie ge­b­loggt. Ir­gend­wann ­ge­fiel ei­ner Li­te­ra­tur­agen­tin mei­ne Schrei­be im Netz. Und sie bot mir mei­nen ers­ten Buch­ver­trag an. Was man mit Lei­den­schaft tut, macht im­mer glück­lich – manch­mal ist Geld dann ein net­tes Ne­ben­pro­dukt. Selbst­zweck darf es nie sein.“

Es ist bes­ser, ein ein­zi­ges klei­nes Licht an­zu­zün­den, als über die Dun­kel­heit zu flu­chen.

„Seit mei­ne äl­te­re Schwes­ter mir die­ses Zi­tat von Kon­fu­zi­us ins Poe­sie­al­bum schrieb, ist es mei­ne per­sön­li­che Ma­xi­me – an­ge­sichts al­ler Din­ge, die ich schlimm oder ver­än­de­rungs­wür­dig fin­de. Auf Gran Ca­na­ria hat mich die Si­tua­ti­on der Stra­ßen­kat­zen er­schüt­tert, al­so wur­de ich ak­tiv, such­te mir Mit­strei­ter. Un­ser Pro­jekt ‚Es tu Ga­top­ción‘ hat heu­te 22.000 Fol­lo­wer auf Face­book und hilft j ähr­lich Hun­der­ten von Kat­zen. Was Sinn­vol­les tun kann je­der. Im­mer!“

Das Le­ben ist so schön, wie du es fin­dest!

„Selbst die schlimms­ten Er­fah­run­gen mei­nes Le­bens ha­ben sich im Rück­blick im­mer als se­gens­reich er­wie­sen. Shit hap­pens – die Kunst ist nur, den Mist als Dün­ger zu nut­zen und mit sei­ner Hil­fe die Blu­men wach­sen zu las­sen. Ver­lus­te kön­nen zu Neu­an­fän­gen wer­den, Rück­schlä­ge ein Ge­schenk sein. Wenn man es zu­lässt. Es kommt auf den Blick­win­kel an.“

Ei­ne Ro­se ist ei­ne Ro­se ist ei­ne Ro­se.

„Ei­ne Er­kennt­nis, die ich qua­si im Um­kehr­schluss von mei­ner Mut­ter ge­lernt ha­be. Sie war­te­te im­mer dar­auf, dass je­mand an­de­rer sie glück­lich mach­te. Wenn das nicht pas­sier­te, war sie ­un­zu­frie­den mit sich und der Welt, al­so lei­der meis­tens. Ei­gent­lich dach­te ich, die­se Hal­tung sei aus­ge­stor­ben, aber ich fin­de sie er­staun­lich oft bei jun­gen Frau­en wie­der: Vie­le de­le­gie­ren ih­re Glücks­er­war­tung stark an den Part­ner, die Kin­der oder sonst je­man­den. War­um dar­auf war­ten, ei­nen ­Blu­men­strauß ge­schenkt zu be­kom­men? Die Freu­de kann ich mir auch sel­ber ma­chen.“

Den­ke an dei­ne Ver­gäng­lich­keit.

„Ich war fünf, als ich be­griff, dass mein Va­ter (da­mals 66) schon in ei­nem Al­ter war, in dem die Opas an­de­rer Kin­der star­ben. Ab da war das The­ma Tod und Sterb­lich­keit ir­gend­wie prä­sent, mach­te mir Angst, for­der­te mich aber auch her­aus. Ich fra­ge mich oft: Wenn ich mor­gen ster­ben müss­te – wür­de ich dann mit dem wei­ter­ma­chen, was ich ge­ra­de tue? So trennt sich au­to­ma­tisch Wich­ti­ges von Un­wich­ti­gem.“

Nichts ist selbst­ver­ständ­lich.

„Ich ha­be ei­nen war­men Platz zum Schla­fen, elek­tri­schen Strom, je­der­zeit so viel sau­be­res Was­ser, wie ich brau­che. Für Mil­lio­nen von Men­schen sah die Welt heu­te mor­gen ganz an­ders aus. Wo­mit ha­be ich so viel Glück ver­dient?“

Es ist nie zu spät, mit et­was Neu­em zu be­gin­nen.

„Mein Va­ter ist mit 90 Jah­ren täg­lich als Gast­hö­rer in die Uni ge­gan­gen. Ich fing mit 30 ein neu­es Stu­di­um an, wan­der­te mit 43 nach Gran Ca­na­ria aus, jetzt mit 50 ha­be ich noch mal mein gan­zes Le­ben um­ge­krem­pelt und en­ga­gie­re mich in der Ent­wick­lungs­hil­fe. Kurs­kor­rek­tu­ren sind im­mer er­laubt!“

In­ni­ge Be­zie­hun­gen sind Bal­sam für un­se­re See­le. Aber: Man soll­te nie dar­auf war­ten, dass je­mand an­de­res ei­nen glück­lich macht…

Ich freu mich auf heu­te! Wenn ihr die rich­ti­ge Ein­stel­lung habt, scheint je­den Tag die Son­ne

Star­ker sup­port Fragt eu­re Freun­de doch mal nach ih­ren Le­bens­weis­hei­ten!

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