Ap­plaus

Nach ei­nem Jahr als Au-pair in Lon­don kam Jan­nah mit ei­ni­gen Ki­los mehr zu­rück nach Hau­se. Doch dank Tennis und ge­sun­der Er­näh­rung schaff­te sie das ent­schei­den­de Break

SHAPE (Germany) - - Inhalt -

Wie Re­dak­teu­rin Jan­nah (27) spie­lend 19 Ki­lo ver­lor

Fi­gur­pro­ble­me? Für mich frü­her ein Fremd­wort. Ob­wohl ich aß, was ich woll­te, und we­nig Sport mach­te, lag mein Ge­wicht im­mer bei et­wa 75 Ki­lo, was bei mei­ner Grö­ße im Norm­be­reich liegt. Das hielt mich da­mals aber nicht da­von ab, über mei­ne ver­meint­lich di­cken Schen­kel und mei­nen run­den Po zu jam­mern. Wie es sich an­fühlt, wenn man bei­des wirk­lich hat, ha­be ich nach mei­nem Abitur 2010 er­lebt. Da­mals ging ich für ein Jahr nach Lon­don, um dort als Au-pair zu ar­bei­ten – und fand mich zum ers­ten Mal oh­ne Ma­mas Koch­küns­te in ei­ner kom­plett an­de­ren ku­li­na­ri­schen Welt (Stich­wort Cup­ca­kes und Fudge!) wie­der. Die Fol­ge: Nach den ers­ten drei Mo­na­ten zeig­te die Waa­ge plötz­lich 85 Ki­lo an – al­so 10 Ki­lo mehr. Zu­erst press­te ich mich noch in mei­ne al­te Je­ans, ­ir­gend­wann t r ug i ch nur noch Leg­gings – die wa­ren be­quem und da­zu auch noch an­ge­sagt. Doch dann be­such­ten mich Freun­din­nen aus Deutsch­land – und mach­ten ei­ne An­sa­ge, die mich sehr traf: „Puh, dein Hin­tern ist echt dick ge­wor­den!“

voll­brem­sung Noch in Lon­don be­gann ich zu jog­gen, tanz­te Zum­ba und mel­de­te mich im Fit­ness-Stu­dio an. Doch das al­les en­de­te lei­der so ab­rupt, wie es an­ge­fan­gen hat­te: Gym und Zum­ba­kurs fie­len dem hek­ti­schen Au-pair-All­tag zum ­Op­fer. Und Jog­gen? Da­mit hat­te ich eh nur halb­her­zig an­ge­fan­gen, weil es über­haupt nicht mein Ding war. Da­zu kam noch, dass ich es wei­ter­hin nicht schaff­te, mich ­ge­sund zu er­näh­ren: Wenn ich am Wo­che­n­en­de mit den ­a nde­ren Au- pairMä­dels un­ter­wegs war, gab es sü­ße Teil­chen zum Früh­stück, Piz­za zum Lunch und Scho­ko­rie­gel plus Ener­gydrinks als Din­ner.

Neu­start Zu­rück in Deutsch­land be­merk­te ich, wie ir­ri­tiert Freun­de und Be­kann­te re­agier­ten, wenn sie mich sa­hen. Lo­gisch, sie kann­ten mich ja schlank. Da fass­te ich den Ent­schluss: Es muss sich et­was än­dern – und zwar so­fort! 2011 mel­de­te ich mich bei den Weight Wat­chers an und ver­lor in ­ei­nem Mo­nat 10 Ki­lo. Statt Sü­ßig­kei­ten und Junk­food stan­den wie­der Voll­korn­brot, Ge­mü­se und Obst auf dem Spei­se­plan. Ich wähl­te Ha­fer­flo­cken statt sü­ßer Früh­stücks­ce­re­a­li­en, nahm Oli­ven­öl statt But­ter und strich sämt­li­che Snacks. Doch ganz zu­frie­den mit mei­ner Fi­gur war ich im­mer noch nicht. Um wie­der so straff wie frü­her zu wer­den, muss­te ich wohl in den sau­ren Ap­fel bei­ßen und trai­nie­ren. Ich war zwar im­mer ein klei­ner Sport­muf­fel, aber bei Ball­sport­ar­ten mach­te das Ren­nen we­nigs­tens Sinn, wenn man ei­nem Ball hin­ter­her­jag­te. Al­so fing ich wie­der mit Tennis an. Schon vor mei­nem Lon­don-Trip hat­te ich ein­mal die Wo­che ge­spielt, aber jetzt pack­te mich der Ehr­geiz: Ich trai­nier­te in ei­nem Team drei St­un­den die Wo­che, da­zu ka­men ab und zu Spie­le am Wo­che­n­en­de. Und sie­he da: Mei­ne Bei­ne ­wur­den straf­fer, und die Pfun­de pur­zel­ten wei­ter. Seit 2014 ist mein ­Ge­wicht nun sta­bil bei 66 Ki­lo – was mich sehr hap­py macht. Ei­gent­lich bin ich so­gar froh, mal fast 20 Ki­lo mehr ge­wo­gen zu ­ha­ben. Denn oh­ne die­se „schwe­re­re“Le­bens­pha­se hät­te ich wahr­schein­lich nicht mei­ne Lei­den­schaft fürs Tennis ent­deckt.

„‚Dein Hin­tern ist echt dick ge­wor­den!‘ Die­ser Spruch weck­te mich auf.“

„Bis T DU DAS?!“Mei­ne ha­ben mich Freun­dinn auf die­sem en 2010 mit Fo­to von 85kg fast nicht er­kannt

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.