Dvd-tipps

Siegessaeule - - Film -

Pit Stop USA 2013, Pro-Fun Me­dia Re­gie: Yen Tan Ein sen­si­bles und au­then­ti­sches Por­trät vom schwu­len Le­ben in ei­ner te­xa­ni­schen Kle­in­stadt zeich­net Yen Tans In­di­e­dra­ma „Pit Stop“. In die­ser Ge­schich­te um zwei Mitt­drei­ßi­ger, die nach ge­schei­ter­ten Be­zie­hun­gen zu­ein­an­der­fin­den, wer­den kei­ne gro­ßen Kon­flik­te und Gr­a­ben­kämp­fe aus­ge­foch­ten. Un­auf­ge­regt be­ob­ach­tet der Film, wie die bei­den Män­ner sich im pro­vin­zi­el­len Mief ih­rer Um­ge­bung zu­recht­fin­den müs­sen, oh­ne dass das Skript sie mit ho­mo­pho­ben Ste­reo­ty­pen bom­bar­diert. Das ist zwar ei­ne Spur zu hand­lungs­arm und zu­rück­hal­tend in­sze­niert, den­noch ent­fal­ten die kar­gen Bil­der die­ser tris­ten All­tags­welt ei­nen für sol­che Low-Bud­get-Pro­duk­tio­nen un­ge­wöhn­li­chen Sog.

... und vor Lust zu ster­ben F 1960, Me­dia Tar­get Re­gie: Ro­ger Va­dim Ei­ne der schöns­ten Mé­na­ges-à-trois des Ki­nos fin­det sich in die­sem präch­ti­gen Hor­ror­stück des fran­zö­si­schen Kin­topp-Poe­ten Ro­ger Va­dim („Bar­ba­rel­la“). Die Lie­be der jun­gen Ca­mil­la von Karn­stein gilt ih­rem Cou­sin Leo­pol­do. Um­so er­staun­li­cher, dass sie des­sen Ver­lob­ter we­ni­ger mit Ei­fer­sucht als stil­lem Be­geh­ren be­geg­net. Ein Ver­lan­gen, das sich end­gül­tig Bahn bricht, als ei­ne Vam­pir-Ah­nin von ih­rem Geist Be­sitz er­greift. Die­se mor­bi­de, sinn­li­che Stu­die über un­er­füll­te Lie­be ist mit ih­ren sat­ten Tech­ni­co­lorFar­ben der Hö­he­punkt ei­nes gan­zen Sub­gen­res, das um das Mo­tiv des les­bi­schen Vam­pirs kreist. Welt­weit das ers­te Mal in ei­ner auf 1200 Stück li­mi­tier­ten DVD-Edi­ti­on er­hält­lich.

Wild Beasts USA 2013, Koch Me­dia Re­gie: Ja­mie Bab­bit Die of­fen ho­mo­se­xu­el­le Re­gis­seu­rin Ja­mie Bab­bit nimmt sich in ih­rem Thril­ler „Wild Beasts“aus­ge­rech­net der po­li­tisch so un­kor­rek­ten Fi­gur der les­bi­schen Psy­cho-Bitch an. Klingt auf­re­gend! Doch lei­der wird hier nur hilf­los der Plot des Hitch­cock-Klas­si­kers „Der Frem­de im Zug“auf­ge­wärmt: Die durch­trie­be­ne Alex be­ginnt ei­ne Af­fä­re mit Ju­ra­stu­den­tin Sa­ra und schlägt ihr vor, de­ren Ge­gen­spie­le­rin an der Uni aus dem Weg zu räu­men, wenn sie im Ge­gen­zug Alex’ ver­hass­ten Bru­der um­bringt. Das bie­tet An­lass für fa­de Sex­sze­nen, null Span­nung und ei­ne plum­pe Wen­dung nach der an­de­ren.

Die Zeu­gen F 2007, Salz­ge­ber Re­gie: An­dré Té­chiné Ma­nu kommt im Som­mer 1984 nach Pa­ris, um dort das schwu­le Le­ben zu ge­nie­ßen. Das Trei­ben durch die Cru­i­sing Parks, die Af­fä­re mit ei­nem bise­xu­el­len Po­li­zis­ten fin­den je­doch ein jä­hes En­de, als er Ka­po­sis­ar­ko­me an sei­nem Kör­per be­merkt. „Die Zeu­gen“ist ein un­ge­wöhn­li­cher Film über die frü­hen Jah­re der Aids-Kri­se. Nicht nur auf­grund der hel­len, som­mer­li­chen Bil­der, die die­se Ge­schich­te do­mi­nie­ren, son­dern auch weil we­ni­ger die Tra­gik des Ster­bens als ein pro­duk­ti­ver Um­gang mit Ver­lust und ex­tre­men Aus­nah­me­si­tua­tio­nen im Zen­trum der Ins­ze­nie­rung steht. Tex­te: as

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.