Lil­ting

Siegessaeule - - Film - „Lil­ting“, ab 01.01. im Kino

> Ben Whis­haw (Fo­to) ist un­ser Mann bei 007! Denn er ge­hört ne­ben Zacha­ry Quin­to oder El­len Pa­ge zu je­nen Schau­spiel­stars, die sich mitt­ler­wei­le auch in den Me­di­en zu ih­rer Ho­mo­se­xua­li­tät be­kannt ha­ben. Sein Auf­tritt als Su­per-Hi-Tech-Geek Q in „Sky­fall“war je­den­falls ein un­er­war­te­ter Voll­tref­fer des eher auf fra­gi­le und oft tra­gi­sche Ro­man­ti­ker fest­ge­leg­ten Schau­spie­lers. Dem­nächst soll er in ei­nem groß an­ge­leg­ten Bio­pic über Fred­die Mer­cu­ry die Haupt­rol­le über­neh­men. Da­zwi­schen wirkt der klei­ne In­die­film „Lil­ting“fast ein we­nig ver­lo­ren. Oh­ne ef­fekt­hei­schen­des Brim­bo­ri­um er­zählt das Dra­ma über Ver­lust und Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen un­ter­schied­li­chen Le­bens­wel­ten. Whis­haw spielt ei­nen jun­gen Mann, der sei­nen Le­bens­ge­fähr­ten bei ei­nem Ver­kehrs­un­fall ver­liert. Er sucht den Kon­takt zu des­sen kam­bo­dscha­nisch-chi­ne­si­scher Mut­ter, die seit Jahr­zehn­ten in Lon­don lebt, aber so gut wie kein Eng­lisch spricht. Auch von der Ho­mo­se­xua­li­tät ih­res Soh­nes wuss­te sie nichts. Wie sich die bei­den Fi­gu­ren durch ih­ren Ver­lust an­nä­hern, trotz Sprach- und Kul­tur­bar­rie­re, folgt le­dig­lich klas­si­schen Gen­re­re­geln. Span­nen­der ist die Ele­ganz, mit der der Film die Er­in­ne­run­gen an den Ver­stor­be­nen mit dem Hier und Jetzt ver­webt, wie er ihn durch cle­ver mon­tier­te Zeit­sprün­ge in die Ge­sprä­che und Ak­tio­nen der Ge­gen­wart ein­bin­det. Und ob­wohl Whis­haw mit gro­ßen trä­nen­ge­füll­ten Bam­bi­au­gen durch den Film drif­tet, ist sei­ne Per­for­mance nie kit­schig oder flach. „Lil­ting“mag viel­leicht ein ziem­li­ches Rühr­stück sein, aber eins, das enorm viel Stil im Leib hat. <

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