Neu­start mit Ra­dies­chen?

Nun, es ist selt­sam, wenn ei­ne Gram­my-prä­mier­te Künst­le­rin nach knapp 30 Jah­ren Kar­rie­re und elf Stu­dio­al­ben plötz­lich mit ei­ner Plat­te an den Start geht, die den Ti­tel „This Is M.E.“trägt. Wer war dann al­les da­vor? „Some­bo­dy E.L.S.E.“? Im Fal­le von Me­lis

Siegessaeule - - Musik -

> Wie vie­le ein­sa­me Her­zen sich wohl zu „Li­ke The Way I Do“schon mit Gin To­nic in der Dorf­dis­co den Lie­bes­kum­mer weg­ge­knallt ha­ben? Die­sem ewi­gen Gas­sen­hau­er von Me­lis­sa Et­he­ridge, durch den sie be­kannt ge­wor­den ist ... es müs­sen (les­bi­sche) Mil­lio­nen ge­we­sen sein. Nun bringt sie ihr neu­es Al­bum her­aus. In et­wa das 2435., da sie schon so lan­ge Mu­sik macht, wie es die Baye­ri­schen Al­pen gibt. Das Al­bum heißt „This Is M.E.“. Me­lis­sa al­so. Auf elf Lie­der ver­teilt. Und wie sie im In­ter­view mit SIEGESSÄULE meint, geht es die­ses Mal um ei­nen Neu­start, dar­um die ei­ge­nen Gren­zen aus­zu­lo­ten. Von den Neu­starts hat­te Me­lis­sa be­reits so ei­ni­ge. Bis­lang eher im Pri­va­ten, jetzt muss die Mu­sik dran glau­ben. Und merkt man was da­von? Auf die Ge­fahr hin, es mir jetzt mit di­ver­sen Mo­tor­rad­clubs zu ver­scher­zen: Nein. Me­lis­sa klingt wie Me­lis­sa eben klingt. Es ist doch auch schön, wenn et­was so ver­läss­lich ist. In ei­ner Zeit, wo man je­den zwei­ten Tag ei­ne neue Lie­be, neue Schu­he, ei­ne neue Na­se braucht, schreibt Me­lis­sa seit gut 20 Jah­ren die glei­chen Lie­der. Sie ist das Bil­ly-Re­gal der ame­ri­ka­ni­schen Rock­mu­sik. Al­len be­kannt und nicht ka­putt­zu­krie­gen. Um be­sag­te Gren­zen zu spren­gen, hat Me­lis­sa sich neue Pro­du­zen­ten ge­an­gelt. Un­ter an­de­rem Roccstar, zu Hau­se im Hip-Hop, und Jer­ry Won­da, der schon mit den Fu­gees zu­sam­men­ge­ar­bei­tet hat. Wie jetzt? HipHop? Me­lis­sa Et­he­ridge? Nö. Me­lis­sa ar­bei­tet mit ei­nem Hip-Hop-Pro­du­zen­ten zu­sam­men und her­aus kommt: so­li­der Rock. Sie schnappt sich ei­nen R'n'B-Pro­du­zen­ten, her­aus kommt: so­li­der Rock. Sie könn­te mit ei­nem Ra­dies­chen zu­sam­men­ar­bei­ten, her­aus kä­me: so­li­der Rock. Viel­leicht keh­ren bei so viel so­li­dem Rock jetzt auch end­lich wie­der die­se Mu­sik­vi­de­os zu­rück, bei de­nen ir­gend­wer auf ei­ner Klip­pe Gi­tar­re spielt. Die Ra­dio­sen­der wer­den jauch­zen, end­lich wie­der Songs, die schmerz­freie drei Mi­nu­ten lau­fen kön­nen. Die Fans wer­den eben­falls zu­frie­den sein, al­les beim Al­ten, kei­ne Über­ra­schun­gen, nur ein biss­chen Neu­start. Wer mit der Li­mou­si­ne ins Kino fah­ren kann, muss das Rad eben nicht neu er­fin­den. < Ste­fa­nie Ja­kobs

Me­lis­sa Et­he­ridge: This is M.E. (SPV Rec./SPV), ab dem 16.01. er­hält­lich

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