CSD

Zwi­schen Fi­nanz­kri­se und Auf­bruch: Der neu­es­te Stand bei CSD und Kreuz­ber­ger CSD

Siegessaeule - - Inhalt -

In den letz­ten Mo­na­ten hat­te der Vor­stand des CSD e. V. ge­hö­rig zu tun, um die 2014 zwi­schen Ver­ein und Com­mu­ni­ty auf­ge­ris­se­nen Grä­ben wie­der zu­zu­schüt­ten. Doch mit der über­fäl­li­gen Tren­nung von Ge­schäfts­füh­rer Ro­bert Kastl und ei­nem nach­drück­li­chen Zu­ge­hen auf die Ba­sis ist die Kri­se nicht über­wun­den: Mit knapp 180.000 Eu­ro Schul­den steht der CSD e. V. in der Krei­de. Da­mit der gro­ße CSD nicht ins Was­ser fällt, bit­tet man nun um die Un­ter­stüt­zung der Com­mu­ni­ty. Und auch, wenn in der Kom­mu­ni­ka­ti­on noch nicht al­les rund läuft, soll­te man dem an­schei­nend ge­läu­ter­ten Ver­eins­team ei­ne Chan­ce ge­ben

> Und dann auch noch ein Ge­wit­ter. Als ob nicht oh­ne­hin schon al­les mehr als un­schön ge­we­sen wä­re, wur­de die Ab­schluss­ver­an­stal­tung des CSD im letz­ten Jahr frü­her als ge­plant durch ein Un­wet­ter be­en­det – schmerz­haf­te Um­satz­ein­bu­ßen in­klu­si­ve. Doch erst als der neu ge­wähl­te CSD-Vor­stand im Ok­to­ber 2014 sei­ne Ar­beit auf­nahm und sich ei­nen ers­ten Über­blick über die Fi­nanz­si­tua­ti­on des CSD e. V. ver­schaff­te, wur­de das wirk­li­che Aus­maß der Pro­ble­me deut­lich. Of­fen­bar be­trieb die Ge­schäfts­lei­tung des Ver­eins über die letz­ten Jah­re hin­weg Miss­wirt­schaft. Wie das den Vor­stands­mit­glie­dern, die be­reits vor Ok­to­ber 2014 da­bei wa­ren und es jetzt im­mer noch sind, Sis­sy Kraus und Lutz Erms­ter, nicht auf­fal­len konn­te, bleibt un­klar. Blin­des Ver­trau­en in den Ge­schäfts­füh­rer Ro­bert Kastl vi­el­leicht oder ei­ne Grup­pen­dy­na­mik à la „Wir ge­gen den Rest der Welt“, die im Zu­ge des für al­le Be­tei­lig­ten sehr an­stren­gen­den CSD-Streits im letz­ten Jahr ent­stan­den sein könn­te. Spe­ku­la­tio­nen. Fakt ist al­ler­dings, dass so knapp 180.000 Eu­ro Schul­den zu­sam­men­ka­men. Der Groß­teil, et­wa 100.000 Eu­ro, sei al­lei­ne im letz­ten Jahr ent­stan­den, so der Vor­stand des Ver­eins. Es muss­te al­so schnell ge­han­delt wer­den. Nach der Ent­las­sung von Ge­schäfts­füh­rer Ro­bert Kastl, dem nun auch der Vor­stand Miss­ma­nage­ment vor­wirft, wur­den auch die wei­te­ren 1,5 Stel­len auf­ge­löst. „Of­fen­bar gab es un­ter dem Ge­schäfts­füh­rer zu we­nig Fi­nanz-Con­trol­ling“, so Da­vid Sta­e­g­lich, Mit­glied des CSD-Vor­stands, ge­gen­über SIE­GES­SÄU­LE. „Die Si­tua­ti­on ist schwie­rig, aber mit der ak­tu­el­len Wel­le von Hilfs­be­reit­schaft stem­men wir ei­nen ge­mein­sa­men CSD 2015“, sagt Vor­stän­din An­ge­la Schmer­feld. Da­mit das Event über­haupt statt­fin­den kann, wur­den in den letz­ten Wo­chen wei­te­re Spar­maß­nah­men ent­wi­ckelt. So wird 2015 auf die Ga­la ge­nau­so ver­zich­tet wie auf ein ei­ge­nes CSD-Ma­ga­zin, und auch die Büh­ne wird klei­ner aus­fal­len. Die Kos­ten sol­len da­mit im Ver­gleich zu 2014 um gut 54.000 Eu­ro re­du­ziert wer­den. Zu­sätz­lich wur­de ein neu­es Spon­so­ring-Mo­dell er­ar­bei­tet. VIP-Pa­ke­te, So­li-Bänd­chen und vie­les mehr sol­len die At­trak­ti­vi­tät für Un­ter­neh­men und Ein­zel­per­so­nen stei­gern, sich (fi­nan­zi­ell) beim CSD zu en­ga­gie­ren. „Nach dem de­struk­ti­ven letz­ten Jahr kämp­fen wir er­folg­reich für ein neu­es Image, in­dem wir die Bin­dun­gen zu den Men­schen stär­ken“, er­klärt An­ge­la. Man ha­be des­halb „von An­fang an in­ten­si­ve Ge­sprä­che mit mög­lichst vie­len Ak­teur*in­nen ge­führt“und auch die CSDFor­de­run­gen ba­sis­de­mo­kra­tisch mit Ver­ei­nen und Ver­bän­den ent­wi­ckelt. Er­geb­nis sind sechs gro­ße For­de­rungs­blö­cke, in de­nen es un­ter an­de­rem um Gleich­stel­lungs­po­li­tik, die Be­sei­ti­gung von Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund von Al­ter und/oder Krank­hei­ten und um die bes­se­re Ver­sor­gung von LGBTI-Flücht­lin­gen geht. Ein wei­te­res Kern­an­lie­gen ist die Stär­kung von Ak­zep­tanz und Viel­falt – ge­ra­de auch in­ner­halb der Com­mu­ni­ty. Da­zu wur­de ein neu­es Kon­zept ent­wi­ckelt, das die Viel­fäl­tig­keit der Sze­ne be­rück­sich­ti­gen soll. Da­mit auch klei­ne­re Grup­pen auf dem CSD deut­lich sicht­bar sind, wird der Zug erst­mals zwei­ge­teilt: ei­nen lau­ten Par­ty­block mit di­cken Wa­gen und ei­nen ru­hi­ge­ren mit Fuß­grup­pen etc. Dort sol­len sich Men­schen wohl füh­len, die ihr An­lie­gen nicht so stark im Fei­er-Kon­text se­hen. Da­mit am En­de aber auch wirk­lich al­les klappt, wird jetzt noch ein­mal an die Un­ter­stüt­zung sei­tens der Com­mu­ni­ty ap­pel­liert. Zeit- und Geld­spen­den je­der Hö­he wer­den drin­gend be­nö­tigt. Die Zu­ver­sicht ist zum Glück groß: „Wir ver­trau­en dar­auf, dass es 2015 ei­nen sen­sa­tio­nel­len CSD ge­ben wird“, gibt sich der Vor­stand kämp­fe­risch. < Da­ni­el Se­gal/Jan Noll

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