Ka­dar­ka, Klo, Kon­fet­ti!

Siegessaeule - - Nightlife -

Am 23. Mai fin­det der ESC in Wien statt. Zum 60. Ju­bi­lä­um des eins­ti­gen Grand Prix Eu­ro­vi­si­on de la Chan­son kom­men­tiert Sa­scha Os­mia­low­ski > 23. Mai 2015. Der ma­ze­do­ni­sche Ka­dar­ka steht be­reit. Auf Raum­tem­pe­ra­tur. Es ist Pfingst­sams­tag. Eu­ro­vi­si­ons­fi­na­le. Für uns: CSD, Schla­ger­nackt­par­ty und WM-End­spiel in ei­nem. Es gibt nichts Wich­ti­ge­res im jähr­li­chen TV-Ka­len­der. Wir ha­ben ein in­ter­na­tio­na­les Spe­zia­li­tä­ten­buf­fet auf­ge­baut und schon seit sie­ben leicht ei­nen sit­zen. Kurz: Wir sind start­klar. Good eve­ning, Eu­ro­pe! Ein Abend der Ri­tua­le: Eu­ro­vi­si­ons­hym­ne. Hub­schrau­ber­flug auf Gast­ge­ber­stadt. Op­tio­na­ler Kin­der­chor. Frau im Ball­kleid. 27 Bei­trä­ge. In­ter­vall-Act aka Pin­kel­pau­se. Und schließ­lich ge­fühl­te sie­ben St­un­den Punk­te­ver­ga­be. Schreck­lich lang und ir­re span­nend. Hof­fent­lich. Der Abend ist streng re­gle­men­tiert. Vor Ort in der Wie­ner Stadt­hal­le ge­nau­so wie in der gu­ten Kreuz­ber­ger Wohn­stu­be. Es gilt die Re­frainRe­gel: Bis zum ers­ten Kehr­vers wird die Fres­se ge­hal­ten, sonst droht Ro­sé­sekt­ent­zug. Spä­tes­tens ab einszehn darf be­ur­teilt wer­den. Al­so ge­läs­tert, zer­ris­sen – oder ge­schwärmt. Aber das kommt sel­ten vor. Der ESC ist wie Ha­rald Glööck­ler. Man kann ein­fach nicht weg­se­hen. So drü­ber, so Mit­tel­maß, so ab­surd, so gla­mou­rös, so Schnick­schnack, so egal. Kein Wun­der, dass die Show er­folg­reich ist. Nir­gends lässt sich so un­ver­fäng­lich mit­fie­bern und par­tei­isch sein. Zum 60. Ju­bi­lä­um durf­te sich so­gar Aus­tra­li­en ins Fi­na­le ein­kau­fen. Es geht um drei Mi­nu­ten. Den gro­ßen Mo­ment. Oder die gro­ße Pein­lich­keit. Ita­li­en schickt ei­nen Ado­ro-Ver­schnitt, Finn­land au­tis­ti­sche Punk­ro­cker, Ar­me­ni­en die un­ver­meid­ba­re Welt­ver­bes­se­rungs­bal­la­de. Und Deutsch­land? Ach ja, wie hieß die noch? Wenn die­se Songs wirk­lich das Bes­te sein sol­len, was Eu­ro­pa an U-Mu­sik auf dem Kas­ten hat: Au­weia. Schnau­ze jetzt – Slo­we­ni­en ist dran, un­ser Fa­vo­rit die­ses Jahr. Dann das Duo aus Weiß­russ­land. Mein au­di­tiver Cor­tex zieht die Reiß­lei­ne. Als ich er­wa­che, ex­plo­diert ir­gend­wo ei­ne Kon­fet­tik­a­no­ne. Wahr­schein­lich hat der Schwe­den­boy ge­won­nen. Per­for­mance schlägt Ar­ran­ge­ment. Es ist halt ei­ne TV-Show. Der Rest vom Ka­dar­ka ist am En­de im Klo ge­lan­det. War ein­fach nicht zu er­tra­gen. Zu schwer. Zu süß. Zu bil­lig. Den kau­fen wir nächs­tes Jahr wie­der. Un­be­dingt. < Eu­ro­vi­si­on Song Con­test 2015, 23.05., 21:00, ARD Al­le In­fos zu Pu­b­lic Viewings im Pro­gramm­teil

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