„Wir ha­ben den schrä­gen Ge­schmack“

Siegessaeule - - Bühne -

Die Ga­la der Ram­pen­säue, mit Ina Mül­ler (Mo­de­ra­ti­on), Kay Ray, Pi­gor & Eich­horn, Schwes­ter Cor­du­la u. a., 09.05., 20:00, UDK Kon­zert­saal

ram­pen­sau.de 15 Jah­re lang misch­ten Su­san­ne Stall­mann und Ger­hard Win­ter­le als Mit­glie­der der Pred­dy Show Cam­pa­ny mit ih­rem sub­ver­si­ven und sa­ti­ri­schen Play­back­thea­ter die Sze­ne auf. 1995 grün­de­ten sie dann die Künst­ler­agen­tur Ram­pen­sau. Zum 20-jäh­ri­gen Be­ste­hen gibt es im Mai ei­ne gro­ße Ga­la mit ehe­ma­li­gen und ak­tu­el­len Künst­lern und Künst­le­rin­nen wie Kay Ray, Dé­si­rée Nick, Schwes­ter Cor­du­la, Martina Brandl und Horst Evers

Ist die Idee für die Agen­tur schon wäh­rend Pred­dy Show Cam­pa­ny ent­stan­den? Ger­hard:

Das war, glau­be ich, erst kurz be­vor wir auf­ge­hört ha­ben. Wir hat­ten uns ja vor­ge­nom­men: wenn wir nicht reich und be­rühmt wer­den, ma­chen wir ir­gend­wann Schluss mit den ei­ge­nen Auf­trit­ten. Dé­si­rée Nick war da­mals ein Fan von uns. Sie kam auf uns zu, und ich ha­be es ir­gend­wie ge­schafft, für ei­nen Talk­show­Auf­tritt mehr Ga­ge als üb­lich raus­zu­ho­len. Pi­gor & Eich­horn wa­ren Kol­le­gen bei „Col­le­ge of Hearts“und woll­ten sich als Duo eta­blie­ren. So ha­ben wir an­ge­fan­gen.

Bis da­hin wart ihr ja eu­re ei­ge­nen Ma­na­ger ... Su­san­ne:

Ja, wir ha­ben das für Pred­dy Show lan­ge ge­macht. Auch die Ab­schieds­tour ha­ben wir selbst ge­bucht. Und die Ant­wort auf „Was ma­chen wir jetzt?“war: „Jetzt schi­cken wir mal an­de­re auf Tour.“Mit den Mil­lio­nen, die wir da ver­dient ha­ben, hät­ten wir uns na­tür­lich auch zur Ru­he set­zen kön­nen, aber … (Su­san­ne lacht) Ich war echt froh, dass Su­san­ne sag­te: „Da mach ich mit.“Der An-

Ger­hard:

fang war nicht so schwie­rig, weil wir ja durch die Pred­dy-Show-Zeit vie­le Veranstalter kann­ten, die uns moch­ten. Die wuss­ten ein­fach, die ha­ben Ah­nung und wir kön­nen ih­nen erst mal trau­en.

Und für die Künst­ler hat­te es Vor­tei­le, weil wir die Spiel­or­te und das Pro­ce­de­re kann­ten. Es gibt ja auch Lä­den, wo man weiß, da gibt’s nicht so viel zu ver­die­nen, aber da soll­te man halt hin we­gen der Vi­ta. Ob’s nun das Un­ter­haus in Mainz ist oder das Düs­sel­dor­fer Kom(m)ödchen.

Ger­hard:

Ja, und man trifft sich je­des Jahr zur Kul­tur­bör­se in Frei­burg. Da kom­men all die­se Kul­tur­haus­frit­zen hin und schau­en sich al­les an, spe­zi­ell auch die neu­en Leu­te. Es gibt dort drei Büh­nen, auf de­nen sich die Künst­ler und Künst­le­rin­nen 20 Mi­nu­ten prä­sen­tie­ren kön­nen. In zwei, drei Ta­gen ge­hen da 600 bis 800 Veranstalter durch.

Habt ihr noch Kon­tak­te aus eu­rer ak­ti­ven Zeit? Ger­hard: Was muss man denn kön­nen, um un­ter eu­re Fit­ti­che ge­nom­men zu wer­den? Ger­hard:

Es muss sehr spe­zi­ell sein und ich fin­de, da­für ha­ben wir auch ein ganz gu­tes Händ­chen. Bei der Frei­bur­ger Bör­se merkt man das dann auch schon, wenn die kom­men und sa­gen: „Ihr habt echt Ge­schmack, ich kann’s zwar nicht ver­kau­fen (Su­san­ne lacht laut), aber es ist toll.“Ja, wir ha­ben den schrä­gen Ge­schmack, aber das hat dann auch wie­der da­zu ge­führt, dass es mit den Mil­lio­nen noch im­mer nicht ge­klappt hat. (all­ge­mei­ne Hei­ter­keit).

Su­san­ne:

Was wa­ren eu­re High­lights in den 20 Jah­ren? Su­san­ne:

Wenn un­se­re Künst­ler wie Horst Evers und Pi­gor & Eich­horn den deut­schen Klein­kunst­preis be­kom­men. Pi­gor & Eich­horn sind auch bis­her die ein­zi­gen Deut­schen, die den Ös­ter­rei­chi­schen Ka­ba­rett­preis be­kom­men ha­ben.

Ger­hard:

Ja, den ur­sprüng­li­chen Ti­tel „30.000 Jah­re Ka­ba­rett“hat man mir aber ge­stri­chen. (lacht) Ne­ben un­se­ren ak­tu­el­len Künst­lern ha­ben auch zum Bei­spiel Kay Ray und Martina Brandl zu­ge­sagt, und Dé­si­rée tritt auch auf. Bis 8. Mai spielt sie in Bre­men die Wir­tin im Wei­ßen Rössl, am 9. ist sie aber bei uns. Und Ina Mül­ler mo­de­riert. <

Interview: Frank Her­mann

Im Mai ist eu­re gro­ße Ju­bi­lä­ums­ga­la. Ger­hard:

Su­san­ne:

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