WER’S GLAUBT

Von Ho­mo­se­xua­li­tät und Re­li­gi­on Er­bar­me dich: Fi­nanz­kri­se beim CSD e. V. Hal­le­lu­ja: Das 10. Xpo­sed Queer Film Fes­ti­val

Siegessaeule - - Vorderseite - Fotos: Ni­ki­ta Zhu­ko­vs­kiy [ne4L] Mo­del: Chan­de­lier Di­vi­ne Brown Kon­zept: Jan Noll As­sis­tenz: Ka­ey Ein be­son­de­rer Dank geht an Ga­by Tup­per!

Der Mai wird (un)hei­lig: Christ­li­che Fei­er­ta­ge wie Pfings­ten oder Chris­ti Him­mel­fahrt sor­gen für zu­sätz­li­che freie Ta­ge, die von der Com­mu­ni­ty nur zu ger­ne mit ex­tra­wil­den Par­tys be­legt wer­den. Un­ter dem klin­gen­den Na­men „Tanz den Je­sus“fei­ert bei­spiels­wei­se das SchwuZ am 13.05. den Auf­stieg Je­su Chris­ti in die hö­he­ren Sphä­ren. Pu­re Iro­nie, kei­ne Fra­ge, doch nicht für al­le Les­ben und Schwu­len ist das The­ma Glau­be ein Witz. Egal ob christ­lich, jü­disch oder mus­li­misch – vie­le Ho­mos en­ga­gie­ren sich in ih­ren Ge­mein­den, un­ge­ach­tet der Tat­sa­che, dass die meis­ten gro­ßen Re­li­gio­nen ein Pro­blem mit nicht-he­te­ro­nor­ma­ti­ven Le­bens­mo­del­len ha­ben. Un­ser Au­tor und Ko­lum­nist Da­ni­el Call über­prüft die gro­ßen Glau­bens­ge­mein­schaf­ten auf ih­re Ho­mo­freund­lich­keit und fragt, war­um Schwu­le und Les­ben sich das Aben­teu­er Re­li­gi­on über­haupt an­tun

> Is­ra­el und Iran tre­ten in ei­ne neue, brand­ge­fähr­li­che Pha­se ih­res jahr­zehn­te­lang schwe­len­den Kon­flikts. Die IS-Mi­li­zen wu­chern wie ei­ne bös­ar­ti­ge Ge­schwulst und re­kru­tie­ren im­mer mehr ver­blen­de­te Ju­gend­li­che, auch aus un­se­ren Brei­ten­gra­den. Für­bit­ten­de Wut­bür­ger mar­schie­ren ge­gen die The­ma­ti­sie­rung von Ho­mo­se­xua­li­tät im Lehr­plan. In­dia­na, sonst ma­xi­mal be­kannt für sei­ne In­dy-500-Stra­ßen­ren­nen, hat jüngst den „Re­li­gious Free­dom Resto­ra­ti­on Act“ver­ab­schie­det, der es La­den­be­sit­zern er­laubt, Schwu­le und Les­ben un­ter dem Vor­wand re­li­giö­ser Über­zeu­gung nicht zu be­die­nen. Pu­tin lässt grü­ßen im Land der un­be­grenz­ten Mög­lich­kei­ten. Und in Berlin wird der 31.10.2017 ein­ma­lig und of­fi­zi­ell als Fei­er­tag be­gan­gen, weil der be­ken­nen­de An­ti­ju­da­ist Lu­ther 500 Jah­re zu­vor sei­ne 95 The­sen an die Pfor­te der Schloss­kir­che zu Wit­ten­berg na­gel­te – der evan­ge­li­sche Kir­chen­tag wird vom klam­men Se­nat mit groß­zü­gi­gen acht­ein­halb Mil­lio­nen Teu­ro ge­spon­sert. So viel zur Tren­nung von Kir­che und Staat. Wenn all das nicht Omen des Him­mels sind ... Die An­fra­ge der Re­dak­ti­on, sich des The­mas der für uns re­le­van­ten gro­ßen Glau­bens­ge­mein­schaf­ten – Ju­den­tum, Chris­ten­tum, Is­lam – und ih­rer Hal­tung ge­gen­über der quee­ren Le­bens­kul­tur an­zu­neh­men, er­scheint ge­ra­de in die­sen wild be­weg­ten Os­ter­ta­gen wie ein bren­nen­der Dorn­busch. Der Back­ground des Ver­fas­sers ist der ei­nes Li­te­ra­ten und Phi­lo­so­phen, der mit Er­rei­chen der Voll­jäh­rig­keit das Mut­ter­schiff des Ka­tho­li­zis­mus ver­ließ. Aber wie heißt es so schön? Ein­mal Ka­t­ho­le, im­mer Ka­t­ho­le. Als er­wach­se­ner, auf­ge­klär­ter Schwu­ler steht man jed­we­der Dok­trin kri­tisch ge­gen­über. Den­noch steht am An­fang der Ver­such, sich von al­len Res­sen­ti­ments na­ckig zu ma­chen und zu­nächst die ge­ne­rel­le Hal­tung der Glau­bens­ge­mein­schaf­ten ge­gen­über Ho­mo­se­xua­li­tät ab­zu­klop­fen. Das ist ein wei­tes Feld. Schwul-les­bi­sche Ju­den ha­ben sich 1995 in der Grup­pe Yach­ad zu­sam­men­ge­schlos­sen, die in den Groß­städ­ten Deutsch­lands ak­tiv ist. Zu­dem hält das Netz­werk haGa­lil.com die Com­mu­ni­ty auf dem Lau­fen­den und sen­si­bi­li­siert ge­gen An­ti­se­mi­tis­mus und Rechts­ex­tre­mis­mus. Der jü­di­sche Glau­be lehnt, zu­min­dest in sei­ner or­tho­do­xen Aus­le­gung, Ho­mo­se­xua­li­tät grund­sätz­lich ab. Da­bei be­ruft man sich, wie im Ka­tho­li­zis­mus, auf das be­rüch­tig­te Bi­bel­zi­tat: „Du sollst nicht mit ei­nem Mann schla­fen, wie man mit ei­ner Frau schläft; ein Gräu­el ist das.“(Wa­jjik­ra, Lev 18,22). Les­ben kom­men et­was bes­ser weg, in der Bi­bel lässt sich we­ni­ger Grif­fi­ges ge­gen Frau­en­lie­be fin­den, und der Tal­mud ver­wirft sie „nur“als Obszö­ni­tät. Kein Grund, in be­frei­tes Ju­beln aus­zu­bre­chen. Die les­bi­sche Jour­na­lis­tin Sharon Ad­ler, Chefredakteurin von AVIVABer­lin.de, dem Online-Ma­ga­zin für Frau­en,

en­ga­giert sich un­ter an­de­rem als Vor­stands­mit­glied in der Stif­tung „Zu­rück­ge­ben“zur För­de­rung jü­di­scher Frau­en in Kunst und Wis­sen­schaft. In West­ber­lin ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen, ist sie durch die jü­di­sche Le­bens­kul­tur ge­prägt, be­zeich­net sich selbst da­bei als „sä­ku­la­re, nicht or­tho­do­xe Jü­din.“Frei­lich sind Fest­ta­ge wie Cha­nu­kka, Pes­sach oder Jom Kip­pur von be­son­de­rer Be­deu­tung für sie. In der pa­tri­ar­cha­len Hier­ar­chie be­trach­tet sie ih­ren Glau­ben als in­di­vi­du­el­le Pri­vat­sa­che, „ge­speist von Ge­set­zen und Tra­di­tio­nen“, der viel­ge­sich­tig ist wie „die den Ri­tus un­ter­schied­lich prak­ti­zie­ren­den Sy­nago­gen in Berlin, die teil­wei­se or­tho­dox, teils li­be­ral agie­ren“. Die Re­for­mier­ten im Ju­den­tum ver­su­chen, ge­las­sen mit Ho­mo­se­xua­li­tät um­zu­ge­hen und star­re Tra­di­tio­nen zu re­vi­die­ren. Im of­fi­zi­el­len Kurs je­doch schal­tet die Am­pel auf Rot. Eben­so, wen wun­dert’s, in der ka­tho­li­schen Kir­che, die Ho­mo­se­xua­li­tät als Krank­heit de­fi­niert, die man hei­len kann, und die re­for­mis­ti­sche An­sät­ze als Pro­pa­gan­da gei­ßelt. Schwu­le wer­den, wenn man dem Por­tal zur ka­tho­li­schen Geis­tes­welt ver­traut, mit Kn­a­ben­schän­dern gleich­ge­setzt. Und da­mit die Hatz nicht als ver­bohrt fröm­meln­des Ge­schwur­bel da­her­kommt, be­ruft man sich auf den Hips­ter-Phi­lo­so­phen Kant und sei­ne Leh­re von „der wol­lüs­ti­gen Selbst­schän­dung“. Ja, so brand­ak­tu­ell ist die ka­tho­li­sche Kir­che! Wem da­bei die Gal­le ex­plo­diert, dem sei

Tröst­li­ches ver­mel­det. Noch sind Hop­fen und Malz nicht ver­lo­ren: „Si­cher muss man sich bei der seel­sorg­li­chen Be­treu­ung die­ser ho­mo­se­xu­el­len Men­schen mit Ver­ständ­nis an­neh­men und sie in der Hoff­nung be­stär­ken, ih­re per­sön­li­chen Schwie­rig­kei­ten und ih­re so­zia­le Ab­son­de­rung zu über­win­den.“(Kon­gre­ga­ti­on über die Glau­bens­leh­re, Er­klä­rung zu Fra­gen der Se­xu­al­ethik, 1975). Es fällt schwer, an­ge­sichts sol­cher gel­ten­den Ver­laut­ba­run­gen die Fü­ße still­zu­hal­ten. Det­lef Hil­de­brand, Mit­ver­an­stal­ter des schwul-les­bi­schen Stra­ßen­fests und der „Gay­night at the Zoo“, tut es nicht: „Na ja – als Schwu­ler bist du aus­ge­schlos­sen. Erst wenn du nicht mehr ge­gen die na­tür­li­che Wel­t­ord­nung agierst, wirst du wie­der in den Schoß der Kir­che auf­ge­nom­men.“Al­ler­dings scheint dem er­klär­ten Ka­tho­li­ken die­se Schoß­rück­füh­rung nicht mehr all­zu lu­kra­tiv: „Da die Kir­che die ein­zi­ge Mög­lich­keit, um auch als sünd­haf­ter Mensch in den Him­mel zu kom­men – das Fe­ge­feu­er – ab­schaff­te, hat jetzt eh nie­mand mehr ei­ne Chan­ce.“Frank Löb­bert, seit Jah­ren in der Ber­li­ner Aids-Hil­fe ak­tiv, hat sei­ne ka­tho­li­sche Er­zie­hung zu­min­dest nicht als Alb­traum er­lebt: „Un­ser Dorf­pfar­rer war den Men­schen zu­ge­neigt, lie­be­voll – und das oh­ne Hin­ter­ge­dan­ken –, sehr so­zi­al und be­din­gungs­los ka­ri­ta­tiv, eben ein Vor­bild an christ­li­chem Seel­sor­ger.“Na­tür­lich hat Franks Co­m­ing-out sein kind­li­ches Got­tes­bild „fun­da­men­tal durch­ein­an­der ge­rüt­telt“. Nach sei­nem heu­ti­gen Glau­bens­sta­tus be­fragt ant­wor­tet er: „Für mich ist der Mensch mehr als nur phy­si­sche Koh­len-Was­ser­stoff-Ver­bin­dung, das hat aber we­nig mit dem üb­li­chen ,gläu­big’ zu tun.“Durch sei­ne Be­glei­tung HIV-In­fi­zier­ter und ih­rer An­ge­hö­ri­gen ist er täg­lich mit Krank­heit und Tod kon­fron­tiert. Spen­den Kir­chen den Be­trof­fe­nen Trost? „Gläu­bi­ge oder auch nur spi­ri­tu­ell den­ken­de Men­schen fin­den in die­sen Si­tua­tio­nen leich­ter ‚Selbst­hei­lungs­und Selbst­un­ter­stüt­zungs­kräf­te’, die den an­de­ren, die sich nie mit ‚Seins-Fra­gen’ aus­ein­an­der­ge­setzt ha­ben, nicht zu­gäng­lich sind.“Die evan­ge­li­sche Kir­che tickt an­ders als die ka­tho­li­sche. Man gibt sich ins­ge­samt to­le­ran­ter. Mo­ritz M., Ju­rist und zwi­schen Berlin und Han­no­ver pen­delnd, en­ga­giert sich seit Jah­ren als of­fen schwul le­bend und mit ei­nem Mann ver­hei­ra­tet in sei­ner dörf­li­chen Hei­mat­ge­mein­de. Er be­schreibt das so: „Im Ge­gen­satz zur ka­tho­li­schen Kir­che leh­nen die meis­ten evan­ge­li­schen Kir­chen Ho­mo­se­xu­el­le, auch eben­sol­che Part­ner­schaf­ten, nicht ab. Mei­ne Lan­des­kir­che er­laubt auch Trau­un­gen. Und: Bei der evan­ge­li­schen Kir­che ent­schei­det im­mer noch die Ge­mein­de über den Um­gang mit Ho­mo­se­xua­li­tät. Mei­ne Ge­mein­de steht hin­ter mir.“Un­ge­fragt fügt er hin­zu: „Bei den Ka­tho­li­ken wür­de ich mich nicht en­ga­gie­ren. Dort ist die va­ti­ka­ni­sche Hal­tung aus­schlag­ge­bend. Mit der Heuch­ler­ban­de – ge­meint sind die Kir­chen­obe­ren, nicht die Ge­mein­de­ebe­ne – will ich nichts zu tun ha­ben.“Chris­ti­an Ko­kalj, eben­falls schwu­ler Pro­tes­tant, sieht als in Berlin le­ben­der His­to­ri­ker und Ge­schichts­leh­rer mit dem Spe­zi­al­ge­biet Drit­tes Reich in den Glau­bens­in­sti­tu­tio­nen viel­mehr ma­ni­pu­lie­ren­de Ag­gres­so­ren: „Was will man von je­man­dem er­war­ten, der den Na­zis die Waf­fen ge­seg­net hat?“Er ver­weist auf den Schrift­stel­ler Hans Haupt­mann, der in sei­nen Ekel­tex­ten den Pseudo­nach­weis lie­fer­te, dass Je­sus mit­nich­ten ein Ju­de, son­dern ein Ari­er war („Je­sus der Ari­er“, Deut­scher Volks­ver­lag 1930, heu­te noch er­hält­lich!). Hier ent­blößt sich die schier gren­zen­lo­se Frei­heit in der Aus­le­gung über­lie­fer­ter Schrif­ten. Je­der kann hin­ein­in­ter­pre­tie­ren, was er will. Dem­ent­spre­chend nüch­tern fällt auch Ko­kal­js Ant­wort auf die Fra­ge aus, war­um sich Schwu­le in den ih­re Le­bens­wei­se ne­gie­ren­den Kir­chen wohl en­ga­gie­ren. „Wir wun­dern uns ja auch nicht über Men­schen, die schi­zo­phren sind.“Aber dass die Evan­ge­li­sche Lan­des­kir­che Sach­sen un­ter ih­rem Dach du­bio­se Ho­mo-Hei­ler ge­wäh­ren lässt, dar­über darf man sich schon wun­dern. In den meis­ten is­la­misch ge­präg­ten Staa­ten ist Ho­mo­se­xua­li­tät un­ter­sagt, in ei­ni­gen (u.a. Ni­ge­ria, Je­men, Sau­di-Ara­bi­en) wird sie mit der To­des­stra­fe ge­ahn­det. Sie ist „sünd­haft“, wird da­bei wie ei­ne Sucht­krank­heit be­han­delt, die der Mensch über­win­den kann. Der freie Wil­le ver­mag die nie­de­ren Trie­be zu steu­ern. Ei­ne gro­ße Aus­nah­me bil­det der of­fen schwul le­ben­de Imam Muh­sin Hend­ricks, der, in Süd­afri­ka prak­ti­zie­rend, die Or­ga­ni­sa­ti­on The In­ner Cir­cle (thein­ner­cir­cle.org.za) grün­de­te und da­mit quee­re Glau­bens­schwes­tern und -brü­der in­ter­na­tio­nal un­ter­stützt. Er setzt sich da­bei nicht „bloß“für die Gleich­stel­lung Schwu­ler und Les­ben ein, son­dern for­dert sie auch für al­le Frau­en, die im Is­lam tra­di­tio­nell un­ter­drückt wer­den. Zu Zei­ten, da Is­la­mo­pho­bie schwer in Mo­de ist, fin­det aus­ge­rech­net je­ner Mus­lim im E-Mail-Interview mit SIE­GES­SÄU­LE die treff­lichs­ten Wor­te: „Die meis­ten gro­ßen Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten ver­fol­gen im­mer noch das klas­si­sche Fa­mi­li­en­ide­al, was sich im­mer mehr über­holt. Schwul-les­bi­sche Gläu­bi­ge soll­ten ent­we­der den Sta­tus quo in­fra­ge stel­len oder

ei­ge­ne Kir­chen grün­den.“Und auf die Bot­schaft sei­nes Glau­bens für Ho­mo­se­xu­el­le an­ge­spro­chen meint er schlicht: „Wir fei­ern die se­xu­el­le Ori­en­tie­rung und ge­schlecht­li­che Iden­ti­tät als na­tür­li­chen Weg und Got­tes Schöp­fung.“Noch ist er ein ein­sa­mer Ru­fer in der Wüs­te. Aber es ist be­ru­hi­gend zu wis­sen, dass es Glau­bens­män­ner sei­nes For­mats und Mu­tes gibt. Denn be­droh­li­cher­wei­se las­sen sich in drei der vier gro­ßen Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten in Be­zug auf Ho­mo­se­xua­li­tät er­staun­li­che Schnitt­men­gen aus­ma­chen – in der Aus­gren­zung ist man sich ei­nig. Wie­so al­so tun wir uns das an? Die meis­ten von uns ha­ben über ihr Co­m­ing-out doch oh­ne­hin schon ei­ne per­fi­de Form der Ver­ban­nung durch­lit­ten. Su­chen wir in den Struk­tu­ren der or­ga­ni­sier­ten Re­li­gio­nen den Halt oft­mals ver­lo­ren ge­gan­ge­ner Fa­mi­li­en­ban­de? Bie­ten sie ein­fa­che Ant­wor­ten in ei­ner im­mer kom­ple­xe­ren Welt, die den ei­ge­nen Fra­gen nicht mehr hin­ter­her­kommt? Ver­hei­ßen sie die Er­fül­lung der Sehn­sucht nach in­ne­rem Frie­den? Oder min­dern sie die Furcht vor der End­lich­keit un­ter Vor­spie­ge­lung ei­nes Da­nach? Der Glau­be be­ginnt, wo das Wis­sen en­det. Barm­her­zig­keit, Gna­de, De­mut sucht man vie­ler­orts ver­ge­bens. Bis auf Aus­nah­men wie den Imam, ein­zel­ne Pries­ter und Ge­mein­den wer­den wir mit Mora­le­dik­ten trak­tiert, die lan­ge über­holt sind. Der Glau­be kann vie­len Men­schen hel­fen. Ob er Ber­ge ver­setzt, darf be­zwei­felt wer­den. Die gro­ßen Glau­bens­ge­mein­schaf­ten sind an­ge­hal­ten, ih­re er­starr­ten Dog­men gründ­lich zu über­den­ken. Denn sonst schaf­fen sie sich über kurz oder lang ab. Imam Hend­ricks ge­bührt das Schluss­wort: „Die meis­ten, die über die Aus­le­gung hei­li­ger Schrif­ten ent­schei­den, sind Män­ner in mäch­ti­gen Po­si­tio­nen, die über rich­tig und falsch ur­tei­len. Nor­ma­ler­wei­se stu­die­ren sie ei­ni­ge Jah­re in Se­mi­na­ren und eta­blie­ren ei­ne Hier­ar­chie, um ih­re zu­meist pa­tri­ar­cha­le und ho­mo­pho­be In­ter­pre­ta­ti­on hei­li­ger Schrif­ten zu be­kräf­ti­gen.“Dem ist nichts mehr hin­zu­zu­fü­gen. < Da­ni­el Call

„Bei den Ka­tho­li­ken wür­de ich mich nicht en­ga­gie­ren. Mit der Heuch­ler­ban­de – ge­meint sind

die Kir­chen­obe­ren, nicht die Ge­mein­de­ebe­ne – will ich nichts

zu tun ha­ben“

„Die meis­ten gro­ßen Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten ver­fol­gen das klas­si­sche Fa­mi­li­en­ide­al. Schwulles­bi­sche Gläu­bi­ge soll­ten ent­we­der den Sta­tus quo in­fra­ge stel­len

oder ei­ge­ne Kir­chen grün­den“

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