Was macht ei­gent­lich ... das Re­gen­bo­gen­fa­mi­li­en­zen­trum?

Siegessaeule - - Stadt -

Seit 2013 un­ter­stützt das Re­gen­bo­gen­fa­mi­li­en­zen­trum quee­re El­tern und ih­re Kin­der und be­rät bei Kin­der­wunsch. Das Pro­jekt vom LSVD ist deutsch­land­weit die ers­te Ein­rich­tung sei­ner Art. Als En­de 2015 die Fi­nan­zie­rung ins Wan­ken ge­riet, stand das Zen­trum kurz vor dem Aus, doch nun kann sich Pro­jekt­lei­te­rin Con­stan­ze Kör­ner über bes­se­re Zu­kunfts­aus­sich­ten freu­en

Con­stan­ze, auf wel­che Wei­se ar­bei­tet das Re­gen­bo­gen­fa­mi­li­en­zen­trum? Zu uns kom­men Schwu­le, Les­ben und Trans*men­schen, aber auch Bi- oder Ase­xu­el­le, die ei­ne Fa­mi­lie ha­ben oder grün­den wol­len. Wir be­ra­ten sie psy­cho­so­zi­al und fa­mi­li­en­recht­lich und or­ga­ni­sie­ren ne­ben vie­len lau­fen­den Grup­pen, zum Bei­spiel für Pfle­ge­fa­mi­li­en, Al­lein­er­zie­hen­de oder Schwan­ge­re, auch Wo­chen­end­tref­fen oder the­men­be­zo­ge­ne Ver­an­stal­tun­gen. Das Zen­trum soll vor al­lem ein Raum der Be­geg­nung sein. Sen­si­bi­li­sie­rung und Ver­net­zung mit an­de­ren Fa­mi­li­en­zen­tren ma­chen auch ei­nen wich­ti­gen Teil un­se­rer Ar­beit aus. Wie kam es zu der fi­nan­zi­el­len Miss­la­ge? Die Start­fi­nan­zie­rung über die Stif­tung Deut­sche Klas­sen­lot­te­rie war nur für drei Jah­re vor­ge­se­hen. Das sind ei­gent­lich Fi­nan­zie­run­gen für Pro­jek­te, die nach die­ser Zeit ab­ge­schlos­sen sind. Da aber ei­ne Ein­rich­tung wie un­se­re nicht ein­fach ge­schlos­sen wer­den kann, war uns klar, dass wir schnell nach ei­nem Über­gang su­chen muss­ten. Wie konn­te die wei­te­re Fi­nan­zie­rung ge­währ­leis­tet wer­den? Das Zen­trum wur­de po­li­tisch und auch in der Sze­ne sehr po­si­tiv auf­ge­nom­men: Wir wur­den zum Bei­spiel im No­vem­ber 2013 zum „Aus­ge­zeich­ne­ten Ort im Land der Ide­en“prä­miert. Das war hilf­reich und dank un­se­rer Lob­by­ar­beit ha­ben wir die Se­nats­ver­wal­tung für Bil­dung und Ju­gend da­für ge­won­nen, un­ser Fort­be­ste­hen zu er­mög­li­chen. Was hat die­ser Wech­sel ver­än­dert? Wir kön­nen jetzt die an­ge­kün­dig­te Miet­erhö­hung stem­men, mein Ar­beits­platz ist ge­si­chert, und ab März kann ich ei­nen As­sis­ten­ten oder ei­ne As­sis­ten­tin in der Pro­jekt­lei­tung ein­stel­len, was mich zu­sätz­lich ent­las­tet. Was steht in die­sem Jahr noch an? Am 30. April fei­ern wir ganz groß den In­ter­na­tio­na­len Re­gen­bo­gen­fa­mi­li­en­tag im Ju­gend­kul­tur­zen­trum Pum­pe in der Lüt­zow­stra­ße. Bei den üb­li­chen quee­ren Events zei­gen wir na­tür­lich auch Prä­senz. Im No­vem­ber brin­gen wir Re­gen­bo­gen­fa­mi­li­en mit Fach­per­so­nal aus Ju­gend­äm­tern zu­sam­men – ei­ne Be­geg­nung, wo auf Au­gen­hö­he über struk­tu­rel­le Dis­kri­mi­nie­rung ge­spro­chen wer­den kann. Wie sieht die Zu­kunft des Re­gen­bo­gen­fa­mi­li­en­zen­trums aus? Für die nächs­ten zwei Jah­re sind wir ab­ge­si­chert, die Zeit da­nach ist un­ge­wiss. Wir wer­den uns nach Mög­lich­keit und Nach­fra­ge wei­ter­ent­wi­ckeln. Die Kin­der wer­den äl­ter und er­le­ben schwie­ri­ge Zei­ten, weil sie als Te­enager ein Co­m­ing-out über ih­re El­tern durch­ma­chen. Struk­tu­ren für Ju­gend­li­che aus Re­gen­bo­gen­fa­mi­li­en feh­len lei­der. Es gibt al­so noch viel Luft nach oben. <

In­ter­view: Pau­la Bal­ov TGIF: Trash God­dess in Film, Con­stan­ze Kör­ner und Eri­ka Radt­ke vom Re­gen­bo­gen­fa­mi­li­en­zen­trum sind zu Gast bei Ga­by Tup­per, 04.03., 20:00, AHA

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