Cle­ver hei­zen

Smar­te Ther­mo­sta­te hel­fen beim Ener­gie­spa­ren

Smartwoman - - Inhalt - Pe­tra An­ne-Ma­rie Koll­manns­ber­ger

Schön und schlau – Heiz­kör­per­ther­mo­sta­te der neu­es­ten Ge­ne­ra­ti­on schla­gen zwei Flie­gen mit ei­ner Klap­pe: Sie hel­fen beim Ener­gie­spa­ren, brin­gen mehr Kom­fort und sind oben­drein op­ti­sche High­lights. Die Um­rüs­tung ist un­kom­pli­ziert: ein­fach die al­ten Reg­ler ab­dre­hen und die neu­en auf­schrau­ben. Ins Hei­zungs­sys­tem muss da­bei nicht ein­ge­grif­fen wer­den, und es geht oh­ne Pfüt­ze am Bo­den. Nach der Mon­ta­ge kommt die ei­gent­li­che „Ar­beit“– die Wär­me­steue­rung muss pro­gram­miert wer­den. Das er­folgt web­ba­siert über den sta­tio­nä­ren Rech­ner bzw. das Note­book oder über Apps auf Ta­blet und Smart­pho­ne. Ist dies er­le­digt, kann man sich zu­rück­leh­nen und die auf die ei­ge­nen Be­dürf­nis­se ab­ge­stimm­te Raum­tem­pe­ra­tur ge­nie­ßen. Das Auf- und Ab­dre­hen des Heiz­kör­per­knop­fes kann man sich spa­ren, die Re­ge­lung über­nimmt das smar­te Sys­tem.

Wär­me maß­ge­schnei­dert

Her­kömm­li­che Ther­mo­sta­te wer­den auf ei­ner Ska­la von eins bis fünf ein­ge­stellt und hal­ten das vor­ge­ge­be­ne Wär­me­le­vel über den Tag hin­weg. Be­rech­net wird die Tem­pe­ra­tur auf­grund ide­al­ty­pi­scher Raum­wer­te – et­wa 20 Grad bei Stu­fe drei. Elek­tro­ni­sche Reg­ler ar­bei­ten deut­lich fle­xi­bler. Will man bei Ab­we­sen­heit die Tem­pe­ra­tur ver­rin­gern oder abends er­hö­hen, muss man nicht mehr je­den ein­zel­nen Knopf nach­jus­tie­ren – je nach Grö­ße des Haus­halts ziem­lich zeit­rau­bend. Mit ein paar Klicks ist das be­werk­stel­ligt. Di­gi­ta­le Heiz­kör­per­ther­mo­sta­te gibt es in ver­schie­de­nen Aus­füh­run­gen. Die ein­fachs­ten aus dem Bau­markt wer­den di­rekt über ein ein­ge­bau­tes Mi­niDis­play pro­gram­miert. Kom­for­ta­bler sind funk­ge­steu­er­te Ex­em­pla­re, die mit Cloud-Di­ens­ten ver­bun­den sind und übers In­ter­net mit Rech­ner oder No­te-

book so­wie über Apps mit Ta­blets oder Smart­pho­nes zen­tral be­dient wer­den. So kön­nen ex­ak­te Zei­ten für je­den ein­zel­nen Raum fest­ge­legt wer­den, in de­nen ge­heizt oder ab­ge­senkt wer­den soll. Bei­spiels­wei­se darf es im Bad mor­gens und abends woh­lig warm sein, wäh­rend es Schlaf­zim­mer und Kü­che ge­ne­rell kühl ver­tra­gen. Wohn- und Kin­der­zim­mer wer­den nach Be­darf auf­ge­heizt. Ist nie­mand zu Hau­se, wird ge­dros­selt.

Will­kom­men da­heim

Ei­ni­ge Sys­te­me di­gi­ta­ler Heiz­kör­per­ther­mo­sta­te ver­fü­gen über ei­ne „Ge­ofen­cing-Funk­ti­on“, ei­ne orts­ab­hän­gi­ge Steue­rung. Ist sie ak­ti­viert, fährt die Heiz­leis­tung au­to­ma­tisch her­un­ter, wenn nie­mand zu Hau­se ist, bzw. sich sämt­li­che Smart­pho­nes der Be­woh­ner au­ßer­halb der „Hei­matzo­ne“be­fin­den. Zur Stan­dard­aus­stat­tung der smar­ten Hel­fer ge­hört das Er­ken­nen ge­öff­ne­ter Fens­ter: Der Tem­pe­ra­tur­ab­fall wird re­gis­triert und die Heiz­leis­tung her­un­ter­ge­fah­ren. Her­kömm­li­che Reg­ler ma­chen das Ge­gen­teil: Sie hei­zen ge­gen den plötz­li­chen Käl­te­ein­bruch an. Vie­le di­gi­ta­le Ther­mo­sta­te ha­ben ei­ne Boost-Funk­ti­on zum schnel­len Auf­hei­zen. Ge­ne­rell kön­nen al­le Ther­mo­stat-Va­ri­an­ten auch ma­nu­ell ge­steu­ert wer­den.

Gren­zen des Sys­tems

Zau­bern kön­nen die cle­ve­ren Reg­ler nicht, sie sind von der Tem­pe­ra­tur­kur­ve der Zen­tral­hei­zung ab­hän­gig. Ist die­se et­wa ab 22 Uhr auf Ab­sen­kung ein­ge­stellt, läuft die Pro­gram­mie­rung des Heiz­kör­per­ther­mo­sta­tes ins Lee­re. Wer zur Mie­te wohnt und kei­nen Zu­griff auf die Hei­zungs­an­la­ge hat, muss mit den Vor­ein­stel­lun­gen des Ver­mie­ters zu­recht­kom­men. Be­den­ken soll­te man auch, dass der im Ther­mo­stat in­te­grier­te Füh­ler da misst, wo es am wärms­ten ist, näm­lich di­rekt am Heiz­kör­per. Die Raum­tem­pe­ra­tur liegt ent- spre­chend dar­un­ter und muss um ei­ni­ge Grad hö­her ein­ge­stellt wer­den.

Schö­ne smar­te Welt

Man­che Her­stel­ler bie­ten er­gän­zend aus­ge­feil­te Smar­tHo­me-Sys­te­me an, in die sich die di­gi­ta­len Ther­mo­sta­te ein­bin­den las­sen. Ist ei­ne Wet­ter­sta­ti­on in­te­griert, wer­den ak­tu­el­le orts­be­zo­ge­ne Da­ten ab­ge­fragt und be­rück­sich­tigt. An­ge­kop­pel­te Tür- und Fens­ter­sen­so­ren dros­seln die Heiz­leis­tung we­sent­lich schnel­ler, als es die ein­ge­bau­ten Tem­pe­ra­tur­füh­ler in den Ther­mo­sta­ten be­werk­stel­li­gen kön­nen. Be­we­gungs­mel­der er­set­zen au­ßer­dem die Ge­ofen­cing-Funk­ti­on, so­dass die Wär­me ge­dros­selt wird, wenn sich im Haus nichts tut.

Ener­gie­spar­po­ten­zi­al

Wer über ei­ne Nach­rüs­tung mit pro­gram­mier­ba­ren Funkther­mo­sta­ten nach­denkt, soll­te sie im ge­sam­ten Wohn­be­reich ein­pla­nen. So kann man al­le Heiz­kör­per be­quem vom Rech­ner oder Smart­pho­ne aus be­die­nen, auch von un­ter­wegs. Ganz spon­tan ist es dann mög­lich, die Tem­pe­ra­tur zu er­hö­hen, wenn man frü­her als ge­plant nach Hau­se kommt. An­we­sen­heits­und Ab­we­sen­heits­zei­ten kön­nen auf die Mi­nu­te genau ein­ge­stellt und die Tem­pe­ra­tur ent­spre­chend an­ge­passt wer­den. Die ex­ak­te Pro­gram­mie­rung gilt als äu­ßerst en­er­gie­ef­fi­zi­ent. Ex­per­ten zu­fol­ge liegt das Ein­spar­po­ten­zi­al bei fünf bis 35 Pro­zent. Üb­ri­gens: Man kann mit sei­nen Ther­mo­sta­ten auch spre­chen! Die Her­stel­ler von Smar­tHo­me-Lö­sun­gen sind ak­tiv be­müht, ih­re Pro­duk­te an die di­ver­sen Sprach­steue­rungs­sys­te­me an­zu­pas­sen. Da­mit ist es mög­lich, die Heiz­leis­tung ver­bal über App­les „Si­ri“oder „Ale­xa“von Ama­zon zu steu­ern.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.