Fach­kräf­te­man­gel be­rei­tet gro­ße Sor­ge

Die Wirt­schaft im ber­gi­schen Städ­te­drei­eck hat sich auch in die­sem Herbst wei­ter gut be­haup­tet. Die Un­ter­neh­men sind zu­dem op­ti­mis­tisch, dass der Auf­schwung an­hält. Im Städ­te­ver­gleich liegt So­lin­gen ak­tu­ell an letz­ter Stel­le.

Solinger Morgenpost - - MORGENPOST - VON UWE VET­TER

Die Ge­schäfts­la­ge ist ge­gen­über dem Früh­jahr zwar leicht ein­ge­trübt. Doch der Prä­si­dent der In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer, Tho­mas Mey­er, sieht die ber­gi­sche Wirt­schaft nach wie vor gut auf­ge­stellt: „Wir ha­ben ei­ne ro­bus­te Wirt­schafts­ent­wick­lung. Uns geht es gut“, sag­te Tho­mas Mey­er nach der Die­se Ent­wick­lung ist über die Jah­re hin­weg nicht au­ßer­ge­wöhn­lich, aber un­ge­wöhn­lich“, sag­te der IHKPrä­si­dent.

Für ihn ist der­zeit wich­tig: „Die Un­ter­neh­men wol­len wei­ter in­ves­tie­ren und aus­bil­den.“Ge­ra­de Letz­te­res hält Mey­er für un­ab­ding­bar. Denn je­des zweite Un­ter­neh­men, das sich an der Um­fra­ge be­tei­lig­te, hat Schwie­rig­kei­ten, of­fe­ne Stel­len mit Fach­kräf­ten zu be­set­zen. „Der Fach­kräf­te­man­gel wird aber von ei­ni­gen Un­ter­neh­men nicht an­ge­gan­gen. Wer nicht aus­bil­det, scha­det der Ge­sell­schaft“, sag­te Tho­mas Mey­er. „Der Fach­kräf­te­man­gel wirkt sich als Wachs­tums­brem­se aus. Von da­her neh­men die­je­ni­gen Un­ter­neh­men, die aus­bil­den und in­ves­tie­ren, die Her­aus­for­de­run­gen der Zu­kunft an.“Der IHK-Prä­si­dent hält an­ge­sichts des Fach­kräf­te­be­darfs ein Ein­wan­de­rungs­ge­setz für not­wen­dig. „Au­ßer­dem müs­sen wir unter an­de­rem auch mehr Frau­en in Ganz­tags­be­schäf­ti­gung ho­len.“Da­für brau­che es aber mehr Ki­tas mit Ganz­tags­be­treu­ung für die Kin­der, so Tho­mas Mey­er.

Im Städ­ter­an­king liegt in die­sem Herbst So­lin­gen an letz­ter Stel­le. Der In­dex­wert hat sich mit plus 18 kaum ge­gen­über dem Früh­jahr ver­än­dert. Zu Jah­res­be­ginn hat­te er noch bei plus 36 ge­le­gen. Wup­per­tal (41) und Rem­scheid (34) ha­ben der­zeit deut­lich die Na­se vorn. „Die Er­war­tun­gen sind den­noch quer durch al­le Bran­chen po­si­tiv. Die Un­ter­neh­men rech­nen wei­ter mit ei­nem an­hal­ten­den Auf­schwung“, sag­te der IHK-Prä­si­dent. Die So­lin­ger Wer­te sei­en ei­ne Mo­ment­auf­nah­me. „Es gab Dämp­fer bei den Schneid­wa­ren­fir­men. Die In­lands­um­sät­ze ha­ben sich hier nicht so gut ent­wi­ckelt wie im Vor­jahr“, er­klär­te IHK-Ge­schäfts­füh­rer Uwe Mensch.

Zwar mischt sich die In­dus­trie­und Han­dels­kam­mer nicht in das Ta­rif­ge­sche­hen ein. Doch der Un­ter­neh­mer Tho­mas Mey­er hält die ak­tu­el­len For­de­run­gen der IG Me­tall – 28 St­un­den Wo­che, sechs Pro­zent mehr Lohn – „für un­rea­lis­tisch“. Oh­ne­hin se­hen vier von zehn Be­frag­ten, dass hö­he­re Ar­beits­kos­ten zu mas­si­ven Pro­ble­men füh­ren könn­ten. Je­des zweite Un­ter­neh­men nennt die wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen als größ­ten Ri­si­ko­fak­tor.

FO­TOS: VET­TER / KEMPNER (AR­CHIV)

In So­lin­gen gin­gen die In­dus­tri­e­um­sät­ze um zehn Pro­zent zu­rück, in Rem­scheid stie­gen sie kräf­tig um 15 Pro­zent. Die Schneid­wa­ren­bran­che schwä­chel­te zu­letzt et­was, heißt es in der IHK-Bi­lanz.

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