Ge­burts­tags­fei­er der Stif­tung Se­nio­ren­hil­fe

Stif­tung ar­bei­tet seit 20 Jah­ren. Den Fest­akt mo­de­rier­te im Kon­zert­saal der Me­di­zi­ner und En­ter­tai­ner Dr. Eck­art von Hirsch­hau­sen.

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VON SA­BI­NE FIROUZKHAH

Die Pfle­ge von De­menz­kran­ken ist ein wich­ti­ges The­ma, die Un­ter­stüt­zung von Be­trof­fe­nen und An­ge­hö­ri­gen ei­ne gro­ße Auf­ga­be.Vor 20 Jah­ren fass­te da­her das Ehe­paar Busch se­ni­or an­läss­lich des Ge­burts­ta­ges des da­ma­li­gen Fir­men­in­ha­bers Tho­mas Busch den Ent­schluss, ei­ne Stif­tung zur Un­ter­stüt­zung Be­trof­fe­ner und ih­rer Fa­mi­li­en zu grün­den. Den run­den Ge­burts­tag der Stif­tung nah­men die Ehe­leu­te jetzt zum An­lass, aus­gie­big zu fei­ern. Sie lu­den im rest­los aus­ver­kauf­ten Kon­zert­saal zu Ge­sprä­chen ein. Mo­de­ra­tor war der Arzt und En­ter­tai­ner Dr. Eck­art von Hirsch­hau­sen.

„Je­der Mensch hat ein Recht, in Wür­de alt zu wer­den“ist das Mot­to der 1998 ge­grün­de­ten Busch Stif­tung Se­nio­ren­hil­fe. Das An­ge­bot der Stif­tung rich­tet sich an Men­schen mit De­menz-Er­kran­kung ge­nau­so wie an ih­re An­ge­hö­ri­gen und um­fasst Früh­stücks­tref­fen, Haus­frau­en-Nach­mit­ta­ge, Ad­vents­fei­ern und vie­les mehr. Die An­ge­bo­te sind kos­ten­los und wer­den von vier Haupt­amt­li­chen und 38 Eh­ren­amt­li­chen ge­stemmt, so dass über 3000 Teil­neh­mer in den ver­schie­de­nen Grup­pen be­treut wur­den und wer­den.

Die An­ge­bo­te sind zeit­nah und kos­ten­los und wer­den von Be­trof­fe­nen wie auch von An­ge­hö­ri­gen sehr ge­schätzt:„Zwei Stun­den brin­gen viel. So kann ich mal was er­le­di­gen oder mich mit Freun­din­nen tref­fen“, sagt An­ge­hö­ri­ge In­ge Quadt in ei­nem kur­zen Ein­spie­ler am gest­ri­gen Nach­mit­tag.

„Vor 20 Jah­ren war De­menz noch ein The­ma, über das man nur mit vor­ge­hal­te­ner Hand sprach“, er­klär­te Bea­te Busch auf der Büh­ne. „In den Grup­pen ha­be ich so vie­le fröh­li­che Men­schen er­lebt, das hat mir die Angst vor der Krank­heit et- was ge­nom­men“, gab der 80-jäh­ri­ge Tho­mas Busch of­fen zu. Und heu­te wis­sen vie­le An­ge­hö­ri­ge die ih­nen mög­lich ge­mach­te Aus­zeit zu schät­zen.

„Die Leis­tun­gen von An­ge­hö­ri­gen be­tra­gen das Vier­fa­che der Pfle­ge­ver­si­che­rung“, be­ton­te Eck­art von Hirsch­hau­sen. Dass die Hil­fe aber auch für die Eh­ren­amt­ler ei­ne Be­rei­che­rung sein kann, er­klär­te Ga­b­rie­le Baum­bach, die vor 18 Jah­ren in die Be­treu­ungs­an­ge­bo­te der Busch-Stif­tung ein­ge­stie­gen ist. „Die Stif­tung ist wie ein Zu­hau­se“, sag­te sie. Und wei­ter: „Ei­gent­lich sei­en es die An­ge­hö­ri­gen, die Hil­fe brau­chen.“Pro­mi­nen­te Gäs­te derVer­an­stal­tung wa­ren un­ter an­de­rem So­phie Ro­sen­tre­ter, die nach Kar­rie­ren als Mo­del und als TV-Mo­de­ra­to­rin nun als Fil­me­ma­che­rin für Men­schen mit De­menz ar­bei­tet – und NRW-Mi­nis­ter Karl-Jo­sef Lau­mann (CDU). Er be­ton­te, dass die Si­tua­ti­on für De­menz­kran­ke und ih­re An­ge­hö­ri­gen sich ver­än­dert hat. „Vor 20 Jah­ren gab es noch we­nig Un­ter­stüt­zung für an De­menz er­krank­te Fa­mi­li­en.“

In­zwi­schen sei der Um­gang mit der Krank­heit nor­ma­ler ge­wor­den. Dar­über sei er er­leich­tert. Pfle­ge­kräf­te ver­dien­ten Re­spekt, und Eh­ren­amt­li­che und Pro­fes­sio­nel­le bräuch­ten ein­an­der. „Über Pfle­ge ent­schei­den oft Men­schen, die selbst nicht pfle­gen“, be­dau­er­te der Mi­nis­ter und sprach sich für die Ein­füh­rung ei­ner Pfle­ge­kam­mer aus. „Das wä­re ein bun­des­wei­tes Si­gnal.“

Vier aus­ge­wähl­te Bür­ger woll­ten mehr wis­sen über das An­se­hen von Pfle­ge­be­ru­fen, über die Be­zah­lung oder wie die Kräf­te mit den psy­chi­schen Be­las­tun­gen um­ge­hen.

In An­schluss ging es ins Foy­er des Thea­ters und Kon­zert­hau­ses. Dort wa­ren die Ti­sche ge­deckt und bei ei­nem klei­nen Im­biss konn­ten die Denk­an­stö­ße des Nach­mit­tags noch ver­tieft wer­den.

FO­TO: BEI­ER

Der be­kann­te Arzt und Co­me­di­an Dr. Eck­art von Hirsch­hau­sen mo­de­rier­te die Ge­burts­tags­ver­an­stal­tung für die Busch Stif­tung Se­nio­ren­hil­fe. Ge­grün­det wur­de sie vom Un­ter­neh­mer-Ehe­paar Bea­te und Tho­mas Busch

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