Pom­mes­ga­bel

Es gibt Mu­sik­fans, die ei­nen Horn­laut­spre­cher auf­grund der mit Hör­nern ver­bun­de­nen Vor­ur­tei­le ( trö­tig, vor­laut, we­ni­ger was für zar­te Zwi­schen­tö­ne) für sich aus­schlie­ßen. Die hORNS Aria 1 soll­te die­sen Leu­ten zu den­ken ge­ben.

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Wer ge­le­gent­lich HiFiVor­füh­run­gen be­sucht, wird si­cher schon in den Ge­nuss ei­nes schreck­li­chen Horn­laut­spre­chers ge­kom­men sein. Es kann pas­sie­ren, dass man sich die gan­ze Zeit fragt, was man dem Laut­spre­cher ge­tan hat, dass er ei­nen so an­schreit...

Nun ist es das er­klär­te Ziel der pol­ni­schen Laut­spre­cher­ma­nu­fak­tur hORNS, ih­re Hör­ner eben nicht so klin­gen zu las­sen, wie vie­le be­fürch­ten. Viel­mehr be­rich­tet Björn Kraayvan­ger vom hORNS- Ver­trieb LEN HiFi, dass die Kun­den im­mer wie­der be­geis­tert sind, wie un­auf­dring­lich die Bo­xen klin­gen.

Die Aria 1 stellt die Ein­stiegs- Stand­box der Po­len dar. Die Zwei- We­ge- Bass­re ex­kon­struk­ti­on ist im Grun­de ein Hy­brid: Ein Horn kommt le­dig­lich im Hoch­ton zum Ein­satz, der Tief-/ Mit­tel­tö­ner ver­zich­tet auf Druck­kam­mer und Schall­ka­nal. Da­durch blei­ben die Ma­ße auch äu­ßerst Durch­schnitts­wohn­zim­mer- freund­lich: Mit knapp über ei­nem Me­ter Hö­he und 21 cm Brei­te wirkt sie kei­nes­wegs auf­dring­lich.

Und wem die Aria 1 zu un­auf­fäl­lig sein soll­te, der kann farb­lich in die ganz tie­fe Kis­te grei­fen. Ei­ne La­ckie­rung ist in je­der er­denk­li­chen Far­be mög­lich. Auch exo­ti­sche Wün­sche kön­nen er­füllt wer­den, et­wa ei­ne ex­akt zum Tep­pich pas­sen­de La­ckie­rung – vor­aus­ge­setzt, die Farb­num­mer ist be­kannt ( Maus­grau trägt die Num­mer 7005, Staub­grau die Num­mer 7037, Lo­ri­ot lässt grü­ßen).

Und das Bes­te: Kor­pus und Horn­vor­satz kön­nen un­ter­schied­lich la­ckiert ge­or­dert wer­den. War­um nicht ei­nen eher klas­si­schen Kor­pus in St­ein­grau ( Nr. 7030) mit ei­nem früh­lings­haf­ten Horn in Ver­kehrs­gelb ( 1023) kom­bi­nie­ren? Der Laut­spre­cher wird so zu ei­nem wah­ren Uni­kum und der Auf­preis fällt an­ge­sichts der Qua­li­tät mo­de­rat aus. Die schwar­ze und wei­ße Aus­füh­rung kos­ten hin­ge­gen kei­nen Auf­preis.

Kein Out­sour­cing

Wie schon bei der Mum­my ( ge­tes­tet in ste­reo­play 3/ 16) fällt auch bei der Aria 1 die ho­he Qua­li­tät der Ver­ar­bei­tung und vor al­lem der La­ckie­rung auf. Wen wun­dert’s, sind doch Laut­spre­cher nicht das ein­zi­ge Ste­cken­pferd der pol­ni­schen Ma­nu­fak­tur. Ka­ros­se­rie-, La­ckier­und Glas­faser­form­ar­bei­ten sind ein wei­te­res. Wer ein­mal die Ge­le­gen­heit hat­te, das hORNSTop­mo­dell Uni­ver­sum li­ve zu se­hen ( oder dies für die kom­men­de Münch­ner HIGH END ein­plant), wird an­ge­sichts der Lack- und La­ckier­qua­li­tät über­zeugt sein. Die ei­ge­ne Schrei­ne­rei sorgt zu­dem da­für, dass man auch das wich­ti­ge Qua­li­täts­ma­nage­ment im ei­ge­nen Haus ab­wi­ckelt: „ Out­ge­sour­ced“wird hier so gut wie nichts.

Es ist nicht ganz ein­fach, De­tails zu hORNS- Laut­spre­chern in Er­fah­rung zu brin­gen. Selbst der Ver­trieb er­fährt nicht all­zu viel. Über die Treiber möch­te hORNS- Mas­ter­mind Lu­kasz Le­wan­dow­ski nur so viel ver­ra­ten: „ Our dri­vers are ma­de from Ger­man com­po­n­ents.“Aha. Gut, dass wir drü­ber ge­spro­chen ha­ben.

Zu­min­dest aus den Grö­ßen macht Le­wan­dow­ski kein Ge­heim­nis. Die Hoch­ton­ka­lo­t­te misst ein, der Tief-/ Mit­tel­tö­ner sie­ben Zoll. Ei­ne Link­wit­zRi­ley- Fre­quen­zwei­che zwei­ter Ord­nung trennt die bei­den We­ge mit ei­ner Steil­heit von 12 dB pro Ok­ta­ve.

Gi­ving the Horns

Un­ter dem Be­griff „ Horns“ver­steht man in der Me­tal- Sze­ne ei­ne Hand mit ge­reck­tem Zei­geund klei­nem Fin­ger, bei der Mit­tel- und Ring nger vom Dau­men an die Hand äche ge­drückt wer­den. Man­che Leu­te sa­gen da­zu auch „ den De­vil ma­chen“– be­zie­hen sich al­so auf die Hör­ner des Teu­fels – oder spre­chen von der „ Pom­mes­ga­bel“. Ur­sprüng­lich hat Ron­nie Ja­mes Dio zu sei­ner Zeit bei Black Sab­bath die Ges­te be­kannt ge­macht. Er nutz­te sie je­doch im Sin­ne sei­ner Groß­mut­ter, die das Zei­chen zum Schutz vor dem „ bö­sen Blick“ver­wen­det hat­te.

Lan­ge Re­de, kur­zer Sinn: Hea­vy Me­tal über ei­nen Horn-

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