Sla­was Stim­me, um­fas­send und wür­dig do­ku­men­tiert

Stereoplay - - Musik Klassik -

„ When I star­ted le­arning the cel­lo, I fell in lo­ve with the in­stru­ment be­cau­se it see­med li­ke a voice – my voice.“Die­ser Satz, den die Pro­du­zen­ten von Warner Classics ih­rem Buch zur Rostro­po­wit­schE­di­ti­on vor­an­ge­stellt ha­ben, ist auch der Schlüs­sel zur Per­sön­lich­keit des gro­ßen Mu­si­kers und Hu­ma­nis­ten. Sla­wa, wie Dmi­tri Rostro­po­witsch von sei­nen Freun­den ge­nannt wur­de, mu­si­zier­te mit der Dring­lich­keit und Aus­drucks­kraft ei­ner Cal­las; und bei al­ler Vir­tuo­si­tät stand bei ihm nie das Kön­nen im Mit­tel­punkt, son­dern die Lie­be zur Mu­sik und zu den Men­schen. Wie bei Gi­u­sep­pe Ver­di gab es auch bei ihm kei­ne Tren­nung zwi­schen Künst­ler und Pri­vat­per­son, folg­lich scheu­te er auch nicht die Kon­fron­ta­ti­on mit den Mäch­ti­gen der So­wjet­uni­on. Mit ih­rer Edi­ti­on zum 90. Ge­burts­tag ( 27. März) und 10. To­des­tag ( 27. April) ha­ben die War­ners in Zu­sam­men­ar­beit mit Rostro­po­witschs Töch­tern Ele­na und Ol­ga dem „ Jahr­hun­dert- Cel­lis­ten“ein lie­be­vol­les, wür­di­ges Denk­mal ge­setzt. Die op­tisch und hap­tisch hoch­wer­ti­ge Box ent­hält in chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­fol­ge sämt­li­che Auf­nah­men, die Rostro­po­witsch für EMI, Era­to und Tel­dec ein­spiel­te, da­zu et­li­che Ra­ri­tä­ten ( Bo­ris Tschai­kow­sky, Ar­tur Ho­negger, Miec­zys­lav Wein­berg) aus rus­si­schen Rund­funk­ar­chi­ven, zahl­rei­che Ur- und Erst­auf­füh­run­gen, das letz­te gro­ße und bis­lang un­ver­öf­fent­lich­te Interview aus dem Jahr 2006, drei DVDs mit den Cel­lo­kon­zer­ten von Dvor­ák und Saint- Sa­ens so­wie den Cel­lo­sui­ten von Bach – und ein 200 Sei­ten star­kes Buch mit Fotos und Do­ku­men­ten aus dem Pri­vat­ar­chiv der Fa­mi­lie. Al­lein das Buch dürf­te auch die­je­ni­gen neu­gie­rig ma­chen, die schon den Groß­teil der hier ver­sam­mel­ten 40 CDs im Re­gal ste­hen ha­ben. Und wie im Fall Cal­las ist auch hier das ex­zel­len­te Re­mas­te- ring der Ori­gi­nal­bän­der das Haupt­ar­gu­ment für die Box – ei­ne klei­ne, wun­der­ba­re Welt, die man mit wach­sen­der Be­geis­te­rung er­forscht. Ob Dvor­ák oder Lu­toslaw­ski, Beet­ho­ven oder Schosta­ko­witsch, Schu­mann oder Schnitt­ke – Rostro­po­witsch singt mit gan­zem Kör­per und gan­zer See­le. Und auch in hun­dert Jah­ren wird sein Ge­sang die See­len sei­ner Zu­hö­rer zum Klin­gen brin­gen („ Rostro­po­vich: Cel­list of the Century“; Warner Classics, 40 CDs, 3 DVDs, Buch).

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