Mel­bourne Sym­pho­ny Orches­tra, And­rew Da­vis ( 2014/ 16)

Stereoplay - - Musik Klassik -

schen Ma­te­ri­als zu sei­ner Ver­ar­bei­tung in den ex­zes­si­ven Col­la­ge- und Po­ly­me­trik- Flei­schwöl­fen von Ives’ vier­ter Sin­fo­nie un­ge­heu­er­lich. Das Werk er­scheint da­mit als das, was es ist: ein Ur­knall der Neu­en Mu­sik, an Be­deu­tung Stra­wins­kys „ Sa­cre“ver­gleich­bar, mit sei­ner Gleich­zei­tig­keit des Un­gleich­zei­ti­gen äs­t­he­tisch pro­vo­ka­tiv bis ins 21. Jahr­hun­dert. Zu­mal Da­vis die vier­tel­tö­ni­gen Reiz­zo­nen, die dis­so­nan­ten Bal­lun­gen, die ex­plo­si­ve Re­al­po­ly­pho­nie eben­so prä­gnant be­denkt wie die Re­tro­spek­ti­ve des Ma­te­ri­als – dank SACD- Klang- bild auf ei­nem Trans­pa­renz­grad, der noch im or­ga­ni­sier­ten Cha­os das Gestalt­haf­te be­wahrt. Kon­zep­tio­nell und qua­li­ta­tiv auf dem­sel­ben Ni­veau be­wegt sich die In­ter­pre­ta­ti­on des „ Orches­tral Set No. 2“( es han­delt sich um sin­fo­ni­sche Dich­tun­gen im al­ler­wei­tes­ten Sin­ne). Die ver­gleichs­wei­se zah­me drit­te Sin­fo­nie klingt mit süf­fig- fül­li­gen, manch­mal die Ba­lan­ce be­ein­träch­ti­gen­den Strei­chern fast wie ein ame­ri­ka­ni­scher Mah­ler ( der die Par­ti­tur ge­schätzt ha­ben soll).

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