Richard Wa­gner: Das Lie­bes­ver­bot

Stereoplay - - Musik Klassik -

Da­für, dass Wa­g­ners „ Lie­bes­ver­bot“fast nie auf­ge­führt wird, sorg­te der Kom­po­nist mit der Ab­wer­tung sei­nes Früh­werks selbst. Um­so wit­zi­ger das gri­mas­sie­ren­de Wa­gner- Por­trait, das 2016 in Ma­drid die schmis­si­ge Ou­ver­tü­re wohl­wol­lend zu kom­men­tie­ren schien. Re­gis­seur Kas­per Hol­ten hat die Hand­lung aus dem Pa­ler­mo des 16. Jahr­hun­derts in ein ne­on­leuch­ten­des Ver­gnü­gungs­vier­tel ver­setzt, das vom Lie­bes­ver­bot des deut­schen Statt­hal­ters hart ge­trof­fen wird. Mit mas­tur­bie­ren­den Mönchs­hor­den und ei­nem ge­spens­ti­schen Mer­kel- Auf­tritt sind ihm die Pfer­de durch­ge­gan­gen. Dass ge­ra­de Moral­apos­tel nicht ge­gen Lie- bes­lust ge­feit sind, kommt im poin­tier­ten Spiel des glän­zend ge­sun­ge­nen Statt­hal­ters von Chris­to­pher Malt­man bes­tens zum Aus­druck. Ma­nue­la Uhl ( Isa­bel­la), Ma­ria Miró i( Ma­ria­na) und Il­ker Ar­ca­yü­rek ( Clau­dio) ra­gen aus dem En­sem­ble her­aus. Ivor Bol­ton ver­deut­licht die Be­zü­ge der Mu­sik zur ita­lie­ni­schen Belcanto- Oper, ver­liert in Wa­g­ners be­wuss­ten Über­trei­bun­gen und quir­li­gen Chor­sze­nen je­doch den Blick aufs Gan­ze. An die Qua­li­tät des Au­dio- Mit­schnitts der Münch­ner Pon­nel­le- Ins­ze­nie­rung un­ter Sa­wal­lisch ( Hass, Co­burn, Schunk, Prey; 1983) kommt Bol­ton nicht her­an.

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