Mehr Nut­zen

Mit den HIGH END Re­fe­rence Tracks kön­nen Sie ed­le HiFiAn­la­gen auf ih­re Qua­li­tä­ten ab­hö­ren, das hei­mi­sche Equip­ment auf Schwach­stel­len prü­fen oder ein­fach nur viel Spaß ha­ben.

Stereoplay - - Titel- Cd Musik - Lothar Brandt

Die bes­ten und un­be­stech un­be­stech­lichs­ten Hilfs­mit­tel für je­den Hör­test brin­gen Sie im­mer mit: Ih­re Oh­ren. Doch es kann ja nicht scha­den, ein paar rich­tig schwe­re Prüf­bro­cken als leich­tes Ge­päck mit­zu­füh­ren.

Et­wa in Form der 14 Ti­tel auf die­ser CD, die ste­reo­play zum Check be­stimm­ter Dis­zi­pli­nen aus­ge­sucht hat. Die wich­tigs­te Hi­Fi- Tu­gend ist si­cher Neu­tra­li­tät, von Qu­el­len und Ver­stär­kern heu­te meist ge­wahrt. Doch auch die Laut­spre­cher soll­ten sich mög­lichst kei­ner Ver­fär­bung schul­dig ma­chen. Für Kopf­hö­rer gilt das na­tür­lich auch. Denn was nützt das reins­te Si­gnal, wenn es hin­ter­her durch Nä­seln oder Qua­ken ver­saut wird?

Die mensch­li­che Stim­me ist für uns Men­schen da ein gu­ter Maß­stab. Des­halb sin­gen auf den „ HIGH END Re­fe­rence Tracks“et­li­che cha­rak­te­ris­ti­sche Stim­men mit mar­kan­ter Prä­senz in ganz un­ter­schied­li­chen La­gen – auch ganz un­ter­schied­lich auf­ge­nom­men. Aber stets von der Stu­dio­tech­nik so un­ge­schminkt be­las­sen, dass man sehr gut he raus­hö­ren kann, wenn da „ was nicht stimmt“.

Et­wa wenn das keh­li­ge Or­gan von Eric Bibb auf ein­mal nach Joe Co­cker, das ver­ruch­te Kehl­chen von Ina Fors­man nach der dau­er­ver­schnupf­ten Ri­ckie Lee Jo­nes oder die mäd­chen- haf­ten Stim­men der Sticks & Sto­nes nach dem Da­men­chor von Wan­ne- Ei­ckel klin­gen.

Wenn gleich meh­re­re Stim­men wie im Fal­le der Fly­ing Pi­ckets auf­mar­schie­ren, kommt für Mit­tel- und Hoch­tö­ner die Auf­ga­be fei­ner Dif­fe­ren­zie­rung hin­zu. Nur un­ter­stützt von Per- cus­sion – oder mensch­li­cher Beat Box – schmet­tern die Jungs mit ab­wech­seln­dem Le­ad- und Ch­or­ge­sang los. Nur soll­te in dem Groo­ve der Stimm­fä­cher nicht zu­klap­pen.

Wo dif­fe­ren­ziert wird, liegt De­tail­reich­tum na­he. Bei den Sticks & Sto­nes soll­te der Laut­spre­cher al­so nicht nur die bei­den Frau­en­stim­men, son­dern auch die In­stru­men­te Ban­jo, Man­do­li­ne und Gi­tar­re gut aus­ein­an­der­hal­ten.

Und im Hin­ter­grund von Ro­san­na & Zé­lia wim­melt es nur so von De­tails, un­ter an­de­rem spielt da ei­ne Tri­an­gel ei­ne

wich­ti­ge Rol­le: Die darf we­der do­mi­nie­ren noch un­ter­ge­hen.

De­tail­reich­tum be­dingt Trans­pa­renz und um­ge­kehrt. So soll­ten Sie den fei­nen Swing der Be­sen­ar­beit auf der Sna­re- drum zur Be­glei­tung der Alt­meis­ter Claire Mar­tin und Ray Ge­la­to im­mer schön durch­hö­ren. Auch sol­che fei­nen Din­ge wie die zeit­wei­li­ge Stimm­dopp­lung von Mck­in­ley Blacks „ My Dia­mond Mi­ne“soll­ten nicht im Wohl­klang ver­sump­fen. Erst recht dür­fen die pas­tel­le­nen Klang­far­ben ei­nes Ba­ro­ckOrches­ters ( Track 12) nicht im Grau­schlei­er ver­blas­sen.

Vie­le Laut­spre­cher he­ben den obe­ren Bass­be­reich an, um ei­ne Tief­bass­schwä­che zu ka­schie­ren. Dem kä­me zum Bei­spiel der Bass bei Mck­in­ley Black ganz gut auf die Sch­li­che.

Drän­gelt der sich über die Gi­tar­re( n), dann schum­melt der Spea­ker oder Kopf­hö­rer. Der wür­de dann auch den ful­mi­nan­ten Kon­tra­bass zu Jen Ch­a­pins „ Mas­ter Blas­ter“sei­ner Prä­zi­si­on be­rau­ben.

Die meis­ten Pop- Pro­duk­tio­nen spie­len in Sa­chen Dy­na­mik und Tief­bass aus vie­ler­lei Grün­den eher in zwei­ter Rei­he. Na­tür­lich klingt das Kla­vier bei Ina Fors­man rich­tig kna­ckig, doch die Dy­na­mik des „ klas­si­schen“Kla­viers im di­rekt an­schlie­ßen­den Ra­vel- Stück liegt um Wel­ten hö­her. Das mer­ken Sie so­fort dar­an, dass es viel lei­ser wirkt. Dy­na­mik meint den Ab­stand zwi­schen lei­ses­ten und lau­tes­ten Stel-

len – und da span­nen klas­si­sche Pro­duk­tio­nen den Bo­gen viel wei­ter. Das schmis­si­ge Orches­ter­stück von An­ton Ru­bin­stein muss vom Pia­nis­si­mo bis zum Forte­for­tis­si­mo sau­ber, un­ver- zerrt und räum­lich klin­gen. Die Ort­bar­keit al­ler In­stru­men­ten­grup­pen darf nicht ab­hän­gig vom Pe­gel lei­den.

Na­tür­li­che Rä­um­lich­keit und ech­ten Tiefst­bass – da­für muss ei­ne fan­tas­tisch auf­ge­nom­me­ne, rich­tig gro­ße Kir­chen­or­gel her – mit 32- Fuß- Re­gis­tern so wie in Track 13. In der Sub­kon­traOk­ta­ve ( et­wa 16 bis 32 Hertz) geht es da­hin, wo die we­nigs­ten Schall­wand­ler noch mit­kom­men kön­nen.

Un­ab­hän­gig da­von ha­ben Sie si­cher er­fah­ren: So ein Hör­test kann auch mu­si­ka­lisch viel Spaß ma­chen.

Jen Ch­a­pin ( 2. von links) hat in ei­ner New Yor­ker Kir­che Songs von Stevie Won­der ein­ge­spielt – mu­si­ka­lisch und klang­lich über­ra­gend.

Ina Fors­man hat 2016 ein fan­tas­ti­sches De­büt- Al­bum auf­ge­nom­men. Die ge­bür­ti­ge Fin­nin hat wirk­lich den Blues.

Al­lan Tay­lor konn­te sich ei­nen Le­benstraum ver­wirk­li­chen. Der Sin­ger/ Song­wri­ter nahm ei­ne SACD mit gro­ßem Orches­ter auf.

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