Ak­tiv­box plus Plat­ten­spie­ler

Tri­ang­le baut auch Ak­tiv­laut­spre­cher, und stellt ne­ben gu­tem Klang den Pho­no­Ein­gang als Be­son­der­heit her­vor. Ein Bund­le mit ei­ge­nem Plat­ten­spie­ler ist da ein lo­gi­scher Schritt. Wie klingt das er­staun­lich preis­wer­te Ana­log- Pa­ket?

Stereoplay - - Inhalt - Alex­an­der Ro­se

Tri­ang­le Ela­ra LN05A und Tri­ang­le Turn­ta­ble

Die pas­si­ve Ver­si­on der Ela­ra LN05 konn­te uns im letz­ten Som­mer voll­auf über­zeu­gen ( ge­tes­tet in ste­reo­play 7/ 16). Nun kommt die ak­ti­ve Ver­si­on LN05A auf den Markt, die zwei­te Ak­tiv­box aus dem Hau­se Tri­ang­le. Die ers­te, die Kom­pakt­box Ela­ra LN01A, hat­ten wir eben­falls be­reits zu Gast im Hör­raum – und auch sie wuss­te zu be­geis­tern ( ge­tes­tet in ste­reo­play 1/ 17).

Mit die­ser hat die LN05A die Auf­stel­lung ( die ak­ti­ve Box gibt den rech­ten Ka­nal wie­der, was die An­lei­tung ver­schweigt) und die Aus­stat­tung ge­mein: Die Bord­elek­tro­nik ver­fügt über ei­nen Blue­tooth- Emp­fän­ger, zwei Li­ne- Ein­gän­ge, von de­nen ei­ner als Pho­no­ein­gang die­nen kann und der an­de­re als Mi­ni­k­lin­ke aus­ge­führt ist, zwei Di­gi­tal­ein­gän­ge ( op­tisch und elek­trisch) so­wie ei­nen Sub­woo­fer- Aus­gang.

Be­stü­ckung

Die Chas­sis- Be­stü­ckung ist mit der der pas­si­ven LN05 iden­tisch: Im Hoch­ton spielt ei­ne 28-mm- Ge­we­be­ka­lo­t­te. Sie sitzt in ei­nem Wa­ve­gui­de. Das passt zu Tri­ang­le, ar­bei­ten doch die Mo­del­le der teu­re­ren Bau­rei­hen mit Hoch­ton­hör­nern. Der Wa­ve­gui­de ver­hilft der Ge­we­be­ka­lo­t­te zu hor­n­ähn­li­chen Tu­gen­den – er­höht al­so Dy­na­mik und Wir­kungs­grad. Die Ka­lot­te setzt ab 3,7 kHz ein. Folg­lich muss der 13 cm mes­sen­de Tief-/ Mit­tel­tö­ner aus Spe­zi­al­pa­pier recht hoch hin­auf spie­len. In die­sen Fre­quenz- Re­gio­nen fängt er aber na­tur­ge­mäß schon an, die Ab­strah­lung zu bün­deln. Das macht den Sweetspot zwar et­was klei­ner, hat je­doch den Vor­teil, dass man die Ela­ras auch bei grö­ße­ren Hör­ab­stän­den ein­set­zen kann, oh­ne dass es zu aus­ufern­den Re exio­nen im Hör­raum kommt.

Un­ter­halb des Tief-/ Mit­tel­tö­ners sitzt noch ein zwei­ter, eben­falls aus Pa­pier ge­mach­ter Tief­tö­ner, der aus­schließ­lich die Fre­quen­zen un­ter­halb von 250 Hz wie­der­gibt. Es han­delt sich al­so um ei­ne ty­pi­sche 2,5- We­ge- Kon­struk­ti­on.

Die Qu­al der Wahl

Wie könn­te das ty­pi­sche Ela­raAk­tiv- Se­t­up aus­se­hen? Hier kann man nur mut­ma­ßen, schließ­lich füh­ren vie­le We­ge in die Box.

Die ein­fachs­te Va­ri­an­te wä­re wohl: Das Smart­pho­ne lie­fert Mu­sik via Blue­tooth an die Box. Dank ap­tX 4.0 Co­dec dür­fen da­bei Da­ten mit CD- Qua­li­tät ( 44,1 kHz/ 16 Bit) durch die Luft sau­sen.

Wer nichts mit Funk zu tun ha­ben möch­te, kann das Smart­pho­ne oder den Mu­sic- Por­ti auch per Mi­ni­k­lin­ke ( 3,5 mm) an­schlie­ßen. Mit ei­nem pas­sen­den Ka­bel ( Cinch auf Klin­ke) kann man so auch je­de an­de­re Quelle mit ana­lo­gen Cinch- Aus­gän­gen an die Klin­ke an­schlie­ßen. Das ist ins­be­son­de­re dann prak­tisch, wenn der Cinch- Ein­gang mit dem Plat­ten­spie­ler be­legt ist. Denn tat­säch­lich steckt in der Ela­ra LN05A ein voll­wer­ti­ger MMVor­ver­stär­ker, der die Si­gna­le ei­nes Plat­ten­spie­lers mit MMTon­ab­neh­mer ent­ge­gen­nimmt, ent­zerrt und ver­stärkt. Und der Voll­stän­dig­keit hal­ber ha­ben die Ent­wick­ler der Ela­ra auch ei­ne Er­dungs­schrau­be ( ver­nünf­ti­gen Aus­ma­ßes!) ver­passt.

Um al­ler­dings in den Ge­nuss des Vi­nyls zu kom­men, muss der Ana­log­ein­gang mit­tels Wahl­schal­ter zu­nächst auf „ Pho­no“ge­stellt wer­den. Dies ist üb­ri­gens die ein­zi­ge Funk­ti­on, die man tat­säch­lich per Hand am Laut­spre­cher aus­füh­ren muss. Al­les an­de­re kann man mit der bei­lie­gen­den, et­was

zu kom­pak­ten Fern­be­die­nung er­le­di­gen. Mit ihr ( und nur mit ihr) hat man auch Zu­griff auf die ein­ge­bau­te Klan­g­re­ge­lung. Bäs­se und Hö­hen las­sen sich nach Wunsch an­he­ben und ab­sen­ken. So wird die Box exi­bler bei der Auf­stel­lung.

Ei­nen Ha­ken hat die Klan­g­re­ge­lung je­doch: Da man hier kei­ne Dreh­reg­ler mit Ska­la be­dient, weiß man nicht, wie stark man den Fre­quenz­be­reich ge­ra­de an­hebt oder ab­senkt. Auch lässt sich die Klan­g­re­ge­lung nicht ab­schal­ten. Wir ver­mu­ten je­doch, dass das der Ziel­grup­pe der ak­ti­ven Ela­ra re­la­tiv egal sein düf­te. Hier steht klar der Kom­fort­ge­dan­ke im Vor­der- grund, und die Re­ge­lung ver­sieht bei raum­akus­ti­schen oder ge­schmack­li­chen Er­for­der­nis­sen voll ih­ren Di­enst .

Im Pra­xis­test zeig­te sich auch bei der LN05A, dass sie ein sehr an­ge­neh­mer Spiel­part­ner ist. Al­les läuft von An­fang an ge­schmei­dig. Wenn wir je­doch ei­nen Wunsch für ei­ne Mark- II- Ver­si­on äu­ßern dürf­ten: Ein klei­nes Dis­play, das Auf­schluss über die Laut­stär­ke und die Klan­g­re­ge­lung gibt, wä­re hilf­reich.

Völ­ker­ver­stän­di­gung

Der Part­ner der Ela­ras in die­sem Test ist der ers­te Tri­ang­le- Plat­ten­spie­ler. Er hört auf den sch­lich­ten Na­men „ Turn­ta­ble“und wird nicht in der fran­zö­si­schen Ma­nu­fak­tur, son­dern bei ei­nem Spe­zia­lis­ten in Eu­ro­pa nach Tri­ang­le-Spe­zi kat­io­nen und mit dem ori­gi­na­len Ela­raLack ge­baut.

Der Ge­dan­ke da­hin­ter ist fol­gen­der: Man möch­te den Kun­den ei­ne Kom­plett­an­la­ge aus ei­nem op­ti­schen Wurf an­bie­ten, den Turn­ta­ble gibt es da­her of ziell nur im Set mit der Ak­tiv­box bei 50 Eu­ro Preis­vor­teil. Deutsch­land-Ver­trieb­ler Jür­gen Reich­mann bie­tet aber auf An­fra­ge die­sen auch ein­zeln an, et­wa wenn ein Ela­ra- Pas-

siv- Be­si­tert ein farb­lich pas­sen­des Lauf­werk sucht.

Der Turn­ta­ble kommt kom­plett vor­ein­ge­stellt aus dem Kar­ton und ist nach we­ni­gen Hand­grif­fen spiel­be­reit: Der Ton­ab­neh­mer ist be­reits jus­tiert und die Au age­kraft ein­ge­stellt. Da­mit es sich beim Trans­port nicht ver­stellt, lässt sich das Ge­gen­ge­wicht erst nach Lö­sen ei­ner In­bus­schrau­be ver­stel­len. So­mit muss der Be­sit­zer nur noch den Tel­ler auf­set­zen, den Rie­men um­le­gen und den Na­del­schutz ent­fer­nen.

Zar­ge und Tel­ler sind aus MDF, auf Letz­te­rem liegt ei­ne dün­ne Filz­mat­te, der leich­te 8,6- Zoll- Arm ist aus Alu­mi­ni­um und spe­zi­ell für die Or­to­fon OM- Ton­ab­neh­mer op­ti­miert. In der Heads­hell steckt das OM- 10, in die­ser Preis­klas­se ist es ne­ben dem Audio Tech­ni­ca AT- 95 als Stan­dard zu be­trach­ten. Wie bei den meis­ten MMTon­ab­neh­mern kann man den Ein­schub mit Na­del­trä­ger und Dia­mant ein­fach aus­wech­seln und den Ton­ab­neh­mer spä­ter mit ei­ner hö­her­wer­ti­gen, weil auf­wen­di­ger ge­schlif­fe­nen Na­del noch auf­wer­ten.

Das Pho­no­ka­bel ist fest an­ge­lö­tet, so­mit muss der Plat­ten­spie­ler in der Fol­ge höchs­tens ei­nen Me­ter ne­ben der rech­ten Box mit dem pas­sen­den Ein­gang ste­hen muss ( aber bit­te nicht zwi­schen den Bo­xen!). Bei al­ler Fle­xi­bi­li­tät ist das ei­ne Ein­schrän­kung, die man nur mit ex­ter­nem Preamp oder Ver­län­ge­rungs­ka­bel um­ge­hen kann.

Für Ein­stei­ger

Klang­lich ist al­les im grü­nen Be­reich: Dem Turn­ta­ble ge­lingt es, den Charme der Vi­nyl- Wie­der­ga­be zu trans­por­tie­ren und ana­lo­ge Wär­me, Dy­na­mik und sat­te Bäs­se ins Wohn­zim­mer zu zau­bern. Klar, man darf hier kei­ne Au ösungs­wun­der er­war­ten, Lauf­werk, Arm und Ton­ab­neh­mer kos­ten ja auch kein Highend- Ver­mö­gen. Für den äu­ßerst güns­ti­gen Preis je­doch ist das Er­geb­nis mehr als be­acht­lich! Bäs­se rei­chen recht weit hin­un­ter, die Hö­hen klin­gen sau­ber und ho­mo­gen- ge­schlos­sen wie in der gu­ten al­ten Zeit der Kom­plett­an­la­gen mit Plat­ten­spie­ler, nur auf deut­lich hö­he­rem Hi - und Dy­na­mikni­veau.

Ein ex­ter­ner Pho­no- Pre könn­te viel­leicht noch mi­ni­mal mehr her­aus­ho­len, ber auch oh­ne frem­de Hil­fe stand Hans Theessinks Stim­me sehr prä­gnant und warm im Hör­raum („ Li­ve at Jazz­land“). Ein Groß­teil der zahl­rei­chen klang­li­chen Schat­tie­run­gen der ver­wen­de­ten Gi­tar­ren kam zum Vor­schein. Auch Nick Ca­ves Stim­me klang auf „ Li­ve from KCRW“mal so­nor, mal brü­chig, mal sanft, ganz so wie sie klin­gen soll.

Für Auf­stei­ger

Die Ela­ras zeig­ten beim Test ei­nen deut­li­chen Cha­rak­ter. Wer glit­zern­de Ana­ly­se sucht, liegt hier falsch. Zwar lie­fern auch die Ela­ras LN05A vie­le Rau­min­for­ma tio­nen, die sich zu ei­ner plas­ti­schen Ab­bil­dung ad­die­ren, je­doch liegt der Ab­stim­mungs fo­kus auf Lang­hör­taug­lich­keit. Die Box nervt auch nach ei­ner aus­ge­dehn­ten Sit­zung nicht, spielt sehr aus­ge­wo­gen ( wo­bei man das ja mit der Klan­g­re­ge­lung auch selbst in der Hand hat) und auf ih­re Preis­klas­se be­zo­gen sehr dy­na­misch- druck­voll und er­wach­sen. Am bes­ten klingt sie, wenn man den Bass schlank hält und je nach Raum den Hö­hen ei­nen Tick mehr Ener­gie zu­ge­steht. Die Ab­bil­dung der LN05A ist an­de­rer­seits nicht be­son­ders hoch. Hier kann man un­ter Um­stän­den mal aus­pro­bie­ren, die Box ganz leicht nach hin­ten ge­neigt auf­zu­stel­len.

In­ter­es­sant ist die Fra­ge, ob man ei­nen CD- Play­er bes­ser ana­log oder di­gi­tal an­stöp­selt. Im Test hing das von zwei Punk­ten ab: zum ei­nen von der Qua­li­tät der D/ A- Wand­ler im Play­er. Je hoch­wer­ti­ger der

Play­er – so zeig­te sich we­nig über­ra­schend –, des­to kla­rer war der Vor­teil ei­ner ana­lo­gen Ver­bin­dung. Zum an­de­ren spiel­te aber auch die Mu­sik­rich­tung ei­ne Rol­le. Ge­ra­de här­te­rer Rock oder Me­tal ( et­wa von Tool oder Pe­arl Jam) klang per ana­log an­ge­schlos­se­nen CDPlay­er schnell et­was hart und bei hö­he­ren Laut­stär­ken spit­zer. Über­ließ man die Wand­lung hin­ge­gen den Ela­ras, klang es ru­hi­ger und ein we­nig ent­spann­ter. Pop und Jazz hin­ge­gen kann man sehr gut dem Ana­log­ein­gang an­ver­trau­en, der dem Klang ei­ne klei­ne Por­ti­on Loud­ness bei­gibt. Und wem Hö­hen und Bass dann doch zu forsch sind, der greift zur Fern­be­die­nung und re­gelt ein­fach nach. Sehr prak­tisch, die­se Fle­xi­bi­li­tät.

Der Ge­we­be­hoch­tö­ner wird in Sa­chen Dy­na­mik und Wir­kungs­grad von ei­nem Wa­ve­gui­de un­ter­stützt. So wird auch gleich­zei­tig das Ab­strahl­ver­hal­ten ge­bün­delt. Tief- und Tief-/ Mit­tel­tö­ner be­ste­hen aus Spe­zi­al­pa­pier. Der obe­re gibt auch die mitt­le­ren Fre­quen­zen wie­der, der un­te­re nur den Be­reich un­ter 250 Hz. Die­se Fre­quenz­auf­tei­lung kenn­zeich­net ei­nen 2,5- We­ge- Laut­spre­cher.

Ne­ben dem Audio Tech­ni­ca AT95 ist das hier ein­ge­bau­te Or­to­fon OM10 der zwei­te Klas­si­ker, der häu­fig in Ein­stei­ger­ge­rä­ten ab Werk ein­ge­baut wird. Deut­lich bes­ser als der klei­ne Bru­der OM5 und auf dem Turn­ta­ble auch nicht über­trie­ben. Zu­dem kann man den Na­de­l­ein­schub des MM- Sys­tems auf­wer­ten.

Auf den ers­ten Blick sieht es aus, als hät­te das La­ger kei­nen La­ger­bo­den. Tat­säch­lich aber sieht man die La­ger­ku­gel, die aus der Bron­ze­buch­se schaut. Auf der Ku­gel kommt die Ach­se des Tel­lers zum „ Lie­gen“bzw. Dre­hen.

Ak­tiv meets pas­siv: Nur die rech­te Box ist tat­säch­lich mit Ver­stär­ker und Elek­tro­nik aus­ge­stat­tet, die lin­ke Box ist pas­siv aus­ge­führt und wird von der ak­ti­ven mit ei­nem Laut­spre­cher­ka­bel an­ge­trie­ben. Ana­lo­ge ( Li­ne oder Pho­no und Mi­ni­k­lin­ke) und di­gi­ta­le An­schlüs­se ( op­tisch und elek­trisch) sind vor­han­den, da­zu kommt noch ein Sub- Out. Wer mag, kann Mu­sik auch via Blue­tooth wie­der­ge­ben.

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