Do­me­ni­co Scar­lat­ti: Com­ple­te Key­board So­na­tas Vol. 19

Goran Fil­i­pec ( 2016)

Stereoplay - - Musik | Klassik - Attila Cs­am­pai

Von 1720 bis zu sei­nem Tod im Jahr 1757 kom­po­nier­te Do­me­ni­co Scar­lat­ti für die spä­te­re spa­ni­sche Kö­ni­gin Ma­ria Bar­ba­ra prak­tisch nur ein­sät­zi­ge Cem­ba­lo­so­na­ten, die er be­schei­den „ es­ser­ci­zi“nann­te, in die er aber den Reich­tum der ibe­ri­schen Mu­sik­kul­tur in höchst ori­gi­nel­ler Wei­se ein­ar­bei­te­te. Kein Pia­nist von Rang aber wag­te bis­her ei­ne Ge­samt­auf­nah­me. So war es dem Mu­sik- En­zy­klo­pä­dis­ten Na­xos vor­be­hal­ten, im Jahr 1999 al­le 555 Mi­nia­tu­ren in An­griff zu neh­men, frei­lich mit wech­seln­den, am Kar­rie­re- be­ginn ste­hen­den New­co­mern. Mitt­ler­wei­le ist die Edi­ti­on bei Fol­ge 19 an­ge­kom­men, und nach wie vor ist sie auch am­bi­tio­nier­te Nach­wuchs­pfle­ge. Den Na­men des 35- jäh­ri­gen Kroa­ten Goran Fil­i­pec wird man sich mer­ken müs­sen: mit ei­ner Aus­wahl von 21 spä­te­ren So­na­ten hat er ein star­kes Aus­ru­fe­zei­chen ge­setzt, das ihn als ei­nen ri­go­ro­sen Vir­tuo­sen von enor­mer Durch­schlags­kraft aus­weist. Be­zeich­nen­der­wei­se um­fasst sei­ne Aus­wahl fast nur schnel­le, rhyth­misch prä­gnan­te Stü­cke, die die Viel­falt der spa­ni­schen Tanz­mu­sik in höchst raf- fi­nier­ter Wei­se wei­ter­füh­ren, und er über­setzt die­se Be­we­gungs­im­pul­se mit kom­pro­miss­lo­ser Deut­lich­keit in pul­sie­ren­de Ener­gie­fel­der von ho­her ma­te­ri­el­ler Dich­te, wie ein Bild­hau­er, der or­ga­ni­sche For­men aus dem Gestein her­aus­mei­ßelt. Al­les Sub­jek­ti­ve, Emp­find­sa­me, Zö­ger­li­che bleibt aus­ge­blen­det, und es do­mi­niert Scar­lat­tis ex­pe­ri­men­tel­le, ge­ra­de­zu mo­to­ri­sche Lo­gik. So mo­dern ha­ben die­se Stü­cke sel­ten ge­klun­gen.

Na­xos 8.573590 ( 66: 12)

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