Jac­ques Of­fen­bach: Les Con­tes d‘ Hoff­mann

Stereoplay - - Musik Klassik - Mi­quel Ca­b­ru­ja

Die Wie­der­auf­nah­me der „ Hoff­mann“- Ins­ze­nie­rung des 2003 ver­stor­be­nen Re­gis­seurs John Schle­sin­ger war Lon­do­ner Opern- Tra­di­tio­na­lis­ten im letz­ten Jahr si­cher ei­ne wah­re Freu­de. Schle­sin­gers Kon­zept ent­fal­tet ein de­tail­rei­ches, bie­der­mei­er­li­ches Pa­n­op­ti­kum mit sinn­li­chen, wit­zi­gen und düs­te­ren Cha­rak­te­ren, opu­len­ten Büh­nen­bil­dern und büh­nen­tech­ni­schen Zau­be­rei­en. Ein An­satz, der sich an das Li­bret­to hält, kei­ne Ex­pe­ri­men­te macht und mit sei­nem Charme auch am Bild­schirm wirkt. Im Ver­gleich zum Film­do­ku­ment, das im Pre­mie­ren­jahr der Pro­duk­ti­on ( 1980) mit Pláci­do Do­m­in­go in der Ti­tel­rol­le auf­ge­zeich­net wur- de, ist die Neu­auf­zeich­nung mu­si­ka­lisch schwä­cher. Das größ­te Pro­blem ist über­ra­schen­der­wei­se Tho­mas Hamp­son: Ihm lie­gen die Rol­len von Lin­dorf bis Cop­pé­li­us stimm­lich nicht. Schwe­rer wiegt aber, dass er es sei­nen Por­traits stimm­lich an Dä­mo­nie feh­len lässt. Als Hoff­mann stei­gert sich Vit­to­rio Gri­gò­lo im Lau­fe des Abends zu be­acht­li­chem For­mat, er­reicht je­doch nicht die Au­to­ri­tät Do­m­in­gos. Ein­drucks­voll: Sonya Yon­che­va als An­to­nia und Chris­ti­ne Rice als Gi­uli­et­ta. Eve­li­no Pi­dò di­ri­giert sän­ger­freund­lich und ro­man­tisch, könn­te aber mehr aus sich her­aus­ge­hen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.