J. S. Bach: So­na­ten und Par­ti­ten für Vio­li­ne so­lo; J. P. von West­hoff: Sechs Sui­ten für Vio­li­ne so­lo

Stereoplay - - Musik -

Ra­chel Har­ris’ Ein­spie­lung von Bachs So­lo- Sech­ser wä­re auch so al­ler Eh­ren wert, bie­tet aber als be­son­de­ren Clou die Kom­bi­na­ti­on mit den sechs Sui­ten für Vio­li­ne so­lo von Jo­hann Paul von West­hoff. Der jun­ge Bach dürf­te ihm und sei­ner Mu­sik 1703 in Wei­mar über den Weg ge­lau­fen sein. So zei­gen die 1696 ge­druck­ten Sui­ten Sei­ten, auf de­nen die Sai­ten für Bachs Hö­hen­flü­ge ge­spannt wer­den: ak­kor­di­sches Spiel, po­ly­pho­ne An­sät­ze, Cha­rak­te­ris­ti­sches wie die heu­len­de Chro­ma­tik in der Gi­gue der ers­ten Sui­te. Har­ris lässt die­se Mu­sik mit un­ver­stell­ter Na­tür­lich­keit le­ben, mit schö­ner Ba­lan­ce von Mehr­stim­mig­keit und me­lo­di­scher Li­nie. Sie nimmt die Stü­cke ernst statt sie wie Gar­ten­zwerg- Mi­nia­tu­ren zu strei­cheln. Der Ab­stand zu den über­ra­gen­den Gip­fel­wer­ken stellt sich oh­ne­hin von al­lein ein. Den Kos­mos, den Bach auf vier Sai­ten bannt, er­kun­det die Ba­rock­gei­ge­rin mit un­ver­brauch­ter Neu­gier, die das Stau­nen vor über­ra­schen­den har­mo­ni­schen Wen­dun­gen, vor po­ly­pho­nen Fi­nes­sen nicht ver­lernt hat. Oh­ne den Wer­ken ei­ne Deu­tungs­ho­heit

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