Pro- Ject Es­sen­ti­al III Re­cord Mas­ter

PLAT­TEN­SPIE­LER MIT EIN­GE­BAU­TEM ( PHONOVOR-) VER­STÄR­KER UND A/ D- WAND­LER

Stereoplay - - Inhalt -

Das um­fang­rei­che Pro­gramm des größ­ten Plat­ten­spie­ler­her­stel­lers der Welt bie­te tV in­y­lNeu-o der-Wie­der ein­stei­gern so man­che Über­ra­schung. Hier gibt es nicht nur Plat­ten­spie­ler in al­len be­zahl­ba­ren Klas­sen, son­dern auch ori­gi­nel­le Lauf­wer­ke wie den Ver­ti­kal- Spie­ler VT- E oder die Ju­ke Box E. Was aus­sieht wie ein fast nor­ma­ler Plat­ten­spie­ler, ent­puppt sich als Schall­plat­ten kom­plett an­la­ge, für die man nur noch Laut­spre­cher be­nö­tigt.

Vor- und End­stu­fe so­wie Pho­no vorverstärker ste­cken schon im Ge­häu­se und ein Dis­play auch. Da der Ton­ab­neh­mer ( ein recht ein­fa­ches Or­to­fon OM 5) ge­nau wie das An­tis­ka- ting schon jus­tiert ist, han­delt es sich hier wahr­lich um Plug and Play. Wei­te­re Qu­el­len las­sen sich ana­log über den Cin­chEin­gang an­schlie­ßen oder spie­len per Blue­tooth zu. Die so ent­ste­hen­de An­la­ge ist zwar be­grenzt, aber da­für schön un­kom­pli­ziert und kom­pakt.

Auf­nah­me­lei­ter

Zeigt die Ju­ke Box E, dass man als An­fän­ger kei­ne Angst vor kom­pli­zier­ten Se­tups ha­ben muss, so be­weist un­ser zwei­tes Test­ge­rät, der Es­sen­ti­al III Re­cord Mas­ter, dass ein Plat­ten­spie­ler heut­zu­ta­ge deut­lich mehr Funk­tio­nen auf­weist als noch vor we­ni­gen Jah­ren: Mit­hil­fe des ein­ge­bau­ten A/ D- Wand­lers kann der Re­cord Mas­ter die ana­lo­gen In­for­ma­tio­nen der Schall­plat­te in Bits und By­tes wan­deln. Zu­vor ndet na­tür­lich ei­ne RIAA- Ent­zer­rung statt, ei­ne Pho­no­vor­stu­fe ist ein­ge­baut. Die frisch di­gi­ta­li­sier­te Mu­sik wird im PCMFor­mat mit 192 kHz / 24 Bit aus­ge­lie­fert. Die Wahl des Ton­ab­neh­mers passt da nur be­dingt: Schlecht ist ein Or­to­fon OM 10 si­cher nicht, aber hier wä­re uns ein Or­to­fon 2M Red doch lie­ber ge­we­sen.

Ge­mein­sam­kei­ten

Bei­de Spie­ler set­zen auf ei­nen Rie­men­an­trieb mit Syn­chron­mo­tor und Si­li­kon­rie­men, die Mo­to­ren sit­zen im Chas­sis.

Die Chas­sis sind bei bei­den Ge­rä­ten aus MDF und in Schwarz, Weiß und Rot er­hält­lich. Hier macht sich al­ler­dings auch der ge­rin­ge Preis be­merk­bar: Hap­tisch be­rei­tet ins­be­son­de­re die Ju­ke Box E we­nig Freu­de. Doch halt! Hier muss man un­be­dingt die Ziel­grup­pe im Au­ge ha­ben, und wer sich ei­ne Kom­plett­an­la­ge à la Ju­ke Box E ins Haus oder ins WGZim­mer holt, der braucht kei­nen su­per­hoch­wer­ti­gen Arm und auch kein Alu- Chas­sis. Zu­mal ja auch der Preis von 470 Eu­ro nicht oh­ne Zu­ge­ständ­nis­se er­reicht wird.

Bei­de Ton­ar­me sind aus Alu­mi­ni­um und ha­ben ei­ne Län­ge von 8,6 Zoll. Sie sind völ­lig

un­kom­pli­ziert im Hand­ling, An­tis­ka­ting und Au age­kraft sind beim Arm der Ju­ke Box E be­reits kom­plett vor­ein­ge­stellt, und die Sa­phir- La­ger sor­gen für rei­bungs­lo­sen Be­trieb. Ei­nen prak­ti­schen Arm- Lift ha­ben eben­falls bei­de Play­er. Das gilt auch für die ab­nehm­ba­ren Staub­schutz­hau­ben. Bei der Be­die­nung zei­gen sich aber Un­ter­schie­de. Wäh­rend man bei der Ju­ke Box E den Rie­men am Pul­ley per Hand um­le­gen muss, um von 33 1/ 3 auf 45 UPM ( und zu­rück) zu wech­seln, über­nimmt das beim Es­sen­ti­al III Re­cord Mas­ter ei­ne ins Chas­sis ein­ge­bau­te elek­tro­ni­sche Ge­schwin­dig­keits­re­ge- lung auf Wunsch per Knopf­druck. Da­für nimmt die Ju­ke Box E Blue­tooth- Si­gna­le et­wa von Smart­pho­nes ent­ge­gen, der Es­sen­ti­al kann das nicht. Bei ihm liegt wie­der­um ein hoch­wer­ti­ges Pho­no­ka­bel im Kar­ton.

An­schluss­sei­tig könn­ten die bei­den Ge­rä­te ver­schie­de­ner nicht sein. Kein Wun­der, ist das ei­ne doch ein Plat­ten­spie­ler mit A/ D- Wand­ler und das an­de­re ein in ei­nem Plat­ten­spie­ler in­te­grier­ter Ver­stär­ker mit Li­neEin- und Aus­gang. Aus Letz­te­rem ent­nimmt man das vom in­ter­nen Pho­no­vor­ver­stär­ker ge­lie­fer­te Si­gnal vom Ton­ab­neh­mer. Die Aus­gangs­buch­sen sind aber nur dann von In-

ter­es­se, wenn man ei­nen an­de­ren Ver­stär­ker nutzt, bei­spiels­wei­se als Up­grade, was man aus klang­li­chen Grün­den durch­aus in Er­wä­gung zie­hen soll­te.

Zwi­schen den Ein­gän­gen ( in­klu­si­ve Blue­tooth) kann man so­wohl am Ge­rät selbst als auch per Fern­be­die­nung um­schal­ten. Man kann mit der Fern­be­die­nung zu­dem die Klan­g­re­ge­lung ein­stel­len ( Bass, Hö­hen und Loud­ness). Lei­der sitzt das Dis­play auf der Chas­sis- Ober­sei­te, so­dass man es vom Hör­platz aus in den meis­ten Fäl­len wohl nicht se­hen kann.

Im Hör­raum mach­te der Es­sen­ti­al III Re­cord Mas­ter den An­fang. Und er leg­te gut vor. Er spielt auf Au­gen­hö­he mit dem Re­loop, klingt über Li­neout quick­le­ben­dig, tem­po­reich und aus­drucks­stark. Die Pro­Ject AD Box S2 und noch mehr die Tu­be Box S2 brin­gen ei­nen Zu­ge­winn an Auf­ge­räum­t­heit, Klar­heit, Prä­senz und ( vor al­lem die Tu­be Box) Punch. Stim­men wa­ren na­tür­lich, das Dif­fe­ren­zie­rungs­ver­mö­gen oh­ne Ta­del, wenn auch der letz­te ( Bass-) Druck und et­was Quir­lig­keit aus­blie­ben und hö­her­wer­ti­ge Lauf­wer­ke die Mu­sik in ei­nen grö­ße­ren Raum stel­len.

Die in­ter­ne Pho­no­st­u­fe des Es­sen­ti­al III tön­te im Bass et­was schlan­ker, In­stru­men­te spiel­ten dich­ter bei­ein­an­der als zu­vor und er­setz­ten ei­nen wei­ten Raum durch ei­ne et­was kom­pak­te­re, ge­schlos­se­ne­re

Vor­füh­rung. Viel­leicht kein Hig­hend, bei di­gi­ta­li­sier­ten LPs, die man un­ter­wegs, et­wa im Au­to, hört, aber nicht oh­ne klang­li­chen Charme. Der Es­sen­ti­al III über­zeugt in je­der Be­triebs­art und ist gut ge­nug, um auch von hoch­wer­ti­gen ex­ter­nen Pho­no­vor­stu­fen zu pro tie­ren.

Par­ti­ell über­zeu­gend

Bei der Ju­ke Box E ver­hält es sich ein we­nig an­ders. Nutzt man sie aus­schließ­lich als Plat­ten­spie­ler und lässt ih­re End­stu­fen links lie­gen, macht sie so­wohl per Li­ne- out als auch per Pho­no- out durch­aus Freu­de und kommt dem Es­sen­ti­al III er­staun­lich na­he. Über Li­ne- out klingt sie et­was for­scher und fri­scher als über die AD Box S2 Pho­no, aber auch nicht ganz so klang­far­ben­reich – Ge­schmacks­sa­che!

Als Kom­plett­an­la­ge an Laut­spre­chern gibt es ei­ni­ge Kom­pro­mis­se zu be­ach­ten: Mu­sik via Blue­tooth oder Smart­pho­neA­na­log­aus­gang war recht sau­ber und dy­na­misch, von LP aber nun et­was blas­ser, we­ni­ger dy­na­misch- satt. Zu­dem zeig­te sich im Test­la­bor, dass ana­lo­ge Li­ne- Si­gna­le nicht zu laut sein dür­fen, bei klas­si­schen Hi - CD- Play­ern mit mehr als 1 Volt Pe­gel kann es zu Über­steue­run­gen kom­men. Das schränkt den Nutz­wert die­ser Kom­bi et­was ein, wir wür­den sie als Kom­plett­an­la­ge nur für Ein­stei­ger emp­feh­len, die kei­ne ge­ho­be­nen Pe­gel be­nö­ti­gen und ne­ben LP nur mal vom Smart­pho­ne spie­len. Wer klang­lich al­les aus dem Plat­ten­spie­ler der Ju­ke Box E her­aus­ho­len will, muss zu ei­nem hö­her­wer­ti­gen Ver­stär­ker grei­fen. Aber dann könn­te der Es­sen­ti­al mit sei­nem zu­sätz­li­chen Wand­ler der bes­se­re Kauf sein.

Das in der Ju­ke Box E ein­ge­bau­te Or­to­fon OM5 ver­fügt be­reits über ei­nen el­lip­ti­schen Na­del­schliff. Den­noch ist es ein ein­fa­ches Ein­stei­ger­sys­tem, von dem man kei­ne Wun­der er­war­ten darf.

Im Es­sen­ti­al III RM sitzt ein OM 10. Rä­um­lich­keit und Auf­lö­sung sind bes­ser als beim klei­nen Bru­der. Es gibt in­ter­es­san­te Na­de­l­ein­schü­be als Zu­be­hör, et­wa für Mo­no- und Schel­lack­plat­ten.

Dia­mant­ge­schlif­fe­ne Alu­mi­ni­um- Pul­leys über­tra­gen ih­re Ener­gie über ei­nen Gum­mi­rie­men auf die MDF- Tel­ler.

Der 8,6- Zoll- Arm der Ju­ke Box E ist ab Werk kom­plett jus­tiert. An­tis­ka­ting, Auf­la­ge­kraft und Ton­ab­neh­mer sind ein­ge­stellt, man kann so­fort los­le­gen.

Die Ju­ke Box E be­nö­tigt nur noch Laut­spre­cher, um los­zu­le­gen. Über Li­ne OUT kommt ein ver­stärk­tes und RIAA- ent­zerr­tes Pho­no­si­gnal aus der Ju­ke Box, über Pho­no OUT ein „ un­be­han­del­tes“. Per In 1 ( In 2 gibt es nicht) kann man ei­ne be­lie­bi­ge Hoch­pe­gel­quel­le an­schlie­ßen.

Nicht nur ist das Arm­rohr des RM di­cker, das kar­da­ni­sche La­ger ist auch et­was hoch­wer­ti­ger, und er ver­fügt über ein ein­stell­ba­res An­tis­ka­ting per an ei­nem Ny­lon­fa­den hän­gen­den Ge­wicht.

Prak­tisch: Muss man bei der Ju­ke Box E den An­triebs­rie­men per Hand um­le­gen, reicht bei Re­cord Mas­ter ein Knopf­druck für 45 RPM.

Der USB- Aus­gang lie­fert ein PCM- HiRes- Si­gnal mit bis zu 192 kHz / 24 Bit. Es gibt nur ein Paar Aus­gangs­buch­sen, per Schal­ter wählt man ent­spre­chend das Li­ne- oder Pho­no­si­gnal.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.